Logo

Titanit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Titanit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: titanite | französisch: titanite


Titanit
Titanit

Der Name Titanit ist auf den deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817) zurückzuführen. Er fand heraus, dass das 1795 in den Graphitgruben von Hauzenberg entdeckte Mineral das Element Titan aufweist.
Der alternative Name Sphen (altgriech.) hingegen bezieht sich auf die keilförmigen Kristalle von Titanit.


Eigenschaften von Sphen/Titanit

Titanit ist ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate mit der chemischen Zusammensetzung CaTi(O|SiO4).
Titanit bzw. Sphen kann von weißer, gelber, bräunlicher, grünlicher, gelblicher oder schwarzer Farbe sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Das Calcium-Titansilikatmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch, säulig, tafelig, nadelig oder keilförmig, stets geprägt durch die Riefung der Kristallflächen. Die Aggregate treten körnig oder derb auf. Häufig sind die Kristalle auch zu Zwillingen miteinander verwachsen.
Der Glanz von Titanit variiert von glasartig bis fettig und diamantähnlich bei durchscheinender bis durchsichtiger Transparenz. Der Bruch des Minerals ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Die Mohshärte beträgt 5 bis 5,5 bei einer Dichte von 3,4 bis 3,6 g/cm3.


Titanit
Sphen

Entstehung und Verbreitung von Titanit/Sphen

Titanit kristallisiert entweder aus intermediären Gesteinsschmelzen oder wird unter mittelgradigen Metamorphosebedingungen gebildet. Als Nebengemengteil ist das Mineral in einigen magmatischen und metamorphen Gesteinen enthalten, bspw. in Granodiorit, Syenit, Amphibolit, Eklogit, Diabas, Diorit, Gneis, Granit und Schiefer.
Nennenswerte Vorkommen des Minerals befinden sich u.a. in Lökken Verk, Larvik/Norwegen; Lappland, Nordland, Värmland; Östhammar/Schweden; Finnland; Devon, Cumbria, Cornwall, Lancashire/England; Wales; Argyll, Ayrshire/Schottland; Irland; Frankreich; Luxemburg; Hauzenberg (erster erwähnter Fundort von 1795), Pfaffenreuth, Waldsassen (Bayern), Plauenscher Grund (Sachsen), Odenwald, Eifel, Schwarzwald/Deutschland; Wallis, Aostatal, Graubünden, Bern/Schweiz; Lechtaler Alpen (Tirol), Hohe Tauern (Kärnten)/Österreich; Böhmen, Mähren/Tschechien; Banská Bystrica, Prešov/Slowakei; Niederschlesien/Polen; Neapel, Sardinien, Toskana, Parma, Latium, Kampanien (Neapel)/Italien; Asturien, Pyrenäen/Spanien; Bulgarien; Kykladen/Griechenland; Kola, Ural/Russland; Ukraine; Kasachstan; Pakistan; Kamerun; Tsumeb/Namibia; Malawi; Madagaskar; Indien; Japan; Kuba; Chile; Argentinien, Queensland, Südaustralien/Australien; Neuseeland; Guatemala; Brasilien; Alaska, Kalifornien, Nord Carolina, Arizona, Washington, Arkansas/USA und Quebec, Ontario/Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Sphen/Titanit

Auch wenn Titanit aufgrund der hohen Titan-Gehalte zum Abbau des Metalls geeignet wäre, scheidet eine wirtschaftliche Verwertung aufgrund seltener, abbauwürdiger Lagerstätten aus. Vielmehr wird der Stein zu Schmuck verarbeitet.


Nachweis von Titanit/Sphen

Titanit ist in Schwefelsäure löslich und unter der Hitzeeinwirkung des Lötrohrs schmelzen die Kanten von Titanit zu Glas zusammen. Der Pleochroismus variiert mit der Farbe von Titaniten – während gelbe Titanite farblos, rötlich oder gelb erscheinen, weisen grüne Titanite einen grün und farblosen Pleochroismus auf.


Werbung: Titanit kaufen - Unsere Empfehlung

*

Siehe auch:
Erz
Handelsnamen von Mineralen und synthetischen Mineralen
Grüne Diamanten


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - titanite

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 29. Oktober 2018

Unsere Mineralien-Empfehlungen

Grüner Fluorit Oktaeder

Fluorit Oktaeder in grüner Farbe

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe