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Diamant Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Diamant - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: diamond | französisch: diamant

DiamantDer Name Diamant kommt ursprünglich aus dem Altgriechischen und verweist auf die Eigenschaften von Diamanten. Adámas (griech.) wird mit der Unbezwingbare übersetzt, bezugnehmend auf den Umstand, dass es auf der Erde kein härteres und schwerer zu bearbeitendes Mineral gibt als Diamanten.

Eigenschaften von Diamanten
Diamanten bestehen aus reinem, gepressten Kohlenstoff (C) – werden deshalb der Mineralklasse der Elemente zugeordnet.
In der Reinform sind Diamanten farblos. Infolge von Störungen im Kristallgitter oder durch Beimengungen anderer Elemente können Diamanten auch von blauer, grüner, roter, rosa, orange-roter, gelber oder schwarzer Farbe sein. Trotz der Farbvielfalt ist die Strichfarbe stets weiß.
Diamant Diamanten kristallisieren im kubischen Kristallsystem, ausgebildet werden Würfel, Oktaeder und Tetraeder, die häufig als Durchdringungszwillinge miteinander verwachsen sind.
Das Mineral zeigt eine vollkommene Spaltbarkeit, der Bruch ist muschelig. Der Glanz von Diamanten ist strahlend-diamanten bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Mit einer Mohshärte von 10 ist der Diamant das weltweit härteste Mineral, das es gibt. Das spezifische Gewicht wird mit 3,47 bis 3,55 angegeben.

Entstehung und Verbreitung von Diamanten
Die Bildung von Diamanten ist auf intensive Vorgänge unter der Erdoberfläche zurückzuführen, infolge derer in Tiefen bis zu 150 km im Erdinneren Kohlenstoff durch hohen Druck und Temperaturen bis zu 1300 °C verfestigt wird.
Häufig sind Diamanten in Gesteinen eingeschlossen. Sogenannte diamantführende Gesteine sind Kimberlite, die durch Abtragung aufliegender Gesteinsschichten oder vulkanische Eruptionen an die Erdoberfläche gelangen. Viele Diamanten befinden sich oft auch eingeschlossen in Vulkanschloten, deren Gesteinsmaterial nicht vollständig an die Erdoberfläche befördert wurde. Das Muttergestein von Diamanten wird oft begleitet von weiteren Mineralen wie Zirkon, Olivin, Chromit, Gold, Spinell oder Pyrop.
Aufgrund der Verwitterungsstabilität von Diamanten lagern diese sich häufig auch als Seifen in Sedimenten an.
Einige Diamanten werden auch durch Einschläge von Meteoriten gebildet. Infolge der hohen Druck- und Temperaturverhältnisse im Zuge des Aufpralls kann elementarer Kohlenstoff - der entweder im Meteorit selbst vorhanden ist oder in Form als Bestandteil der Gesteine vorliegt, auf die der Meteorit trifft - ebenso verfestigt werden wie in der Erdkruste.
Finden kann man das härteste Mineral der Welt u.a. in Grönland; Norwegen; Russland; Frankreich; Ukraine; Sierra Leone; Guinea; Ghana; Kongo; Botswana; Indien, China; Australien; Brasilien; Venezuela; Mexiko sowie in den USA und in Kanada.

Verwendung/Bedeutung von Diamanten
Als besonders wertvoll gelten Diamanten, die von äußerster Reinheit und bestechender Größe sind. Aus diesem Grund werden hochkarätige Diamanten vor allem zu Schmuck verarbeitet; hier kommt der Wert dieses Edelsteins besonders zur Geltung. Der Preis, der für einen geschliffenen Diamant bezahlt werden muss, richtet sich nach den vier Kriterien der sogenannten 4C: Color (Farbe), Cut (Schliff), Clarity (Reinheit) sowie Carat (Gewicht).
Vor allem mit dem Schliff kann der Preis von Rohdiamanten erheblich gesteigert werden, wobei der Brillantschliff derjenige Schliff ist, der bei Diamanten am häufigsten angewendet wird. In der Aufsicht ist ein zu einem Brillant geschliffener Diamant rund, läuft an der Unterseite spitz zu und zählt insgesamt mindestens 32 Facetten (= Schleifflächen), an denen sich das Licht bricht und das Feuer der Diamanten - das Farbenspiel - am besten zur Wirkung bringt.
Der bislang größe geschliffene Diamant – Golden Jubilee - hat ein Gewicht von 545,67 Karat, war mit einem Rohgewicht von 755 Karat wesentlich geringer als der größte, unbehandelte Diamant namens Cullinan mit 3024,75 Karat, der jedoch in viele kleine Einzeldiamanten aufgespalten wurde. Einige der Cullinan-Diamanten sind in Besitz der Kronjuwelen verschiedener Königshäuser, wie bspw. Cullinan I. Der 530,20 Karat schwere Juwel lagert im Tower von London ebenso wie der am längsten in Menschenhand befindliche Diamant. Der Koh-i-Noor (108,93 Karat) genannte Diamant wurde vor über 4500 Jahren in Indien gefunden. Ein Diamant, der auf Platz 2 der Rangliste nach dem Diamant Cullinan der jemals entdeckten größten Rohdiamanten steht, ist der Diamant Lesedi La Rona. Der Sensationsfund aus Botswana mit einem Gewicht von 1.111 Karat wurde am 16. November 2015 aufgespürt. Besonders eindrucksvoll aufgrund der Farbe ist der im Grünen Gewölbe in Dresden zu betrachtende, 41 Karat schwere, grüne Diamant Dresden, oder der tiefblaue Oppenheimer Blue Diamant.
Nicht nur in der Vergangenheit begeisterten Diamanten die Menschheit. Auch heute noch werden große Rohdiamanten gefunden, die zu Schmuck verarbeitet werden. Ein imposanter Diamant, der Anfang 2016 für Aufsehen sorgte, war der Diamant, der im Verlobungsring von Mariah Carey eingefasst ist. James Packer steckte der Sängerin einen Diamantring mit einem 35-Karäter an den Finger, dessen Wert auf 7,5 Mio. US-Dollar geschätzt wird. Damit ist der Ring doppelt so schwer wie der diamantene Verlobungsring von Kim Kardashian. Sänger Kanye West schenkte seiner Verlobten einen Ring, dessen Diamant 15 Karat misst.
Weniger große oder reine Diamanten bzw. die Bruchstückchen, die bei der Verarbeitung von Diamanten entstehen, werden für industrielle Zwecke, insbesondere in Form von Diamantmehl als Polier- und Schleifmittel, eingesetzt.

Nachweis von Diamanten
Um der Gefahr der Verwechslung oder Täuschung mit ähnlich aussehenden Kristallen, bspw. Bergkristall - insbesondere mit Auerberger bzw. Stolberger Diamanten, Strass, Saphir, Zinkblende, Moissanit, Beryll, Topas oder Zirkon zu vermeiden, wird bei unbehandelten Diamanten zunächst die Härtebestimmung vollzogen. Diamanten sind die härtesten Minerale der Welt, die man kennt. Ein damit konkurrierendes Mineral zu finden, ist schwierig, auch wenn möglicherweise farblich oder der Transparenz wegen die Ähnlichkeit zu o.g. Mineralen durchaus gegeben ist.
Außerdem sind Diamanten nicht in der Flamme schmelzbar, erst im Elektroofen bei 3550 °C verflüssigt sich das Mineral. Gegen Säuren ist das Mineral ebenso widerstandsfähig.
Diamanten weisen keinen Pleochroismus auf, die Fluoreszenz variiert mit den verschiedenen Farbgebungen. Farblose und gelbe Diamanten fluoreszieren hellblau, braune und grüne Diamanten zeigen sich in grün.

Sonstiges: Diamanten, Bergkristall und Saphir sind Monatssteine/Geburtssteine für den Monat April.


Siehe auch:
Berühmte Diamanten - Pink Star Diamant
Die berühmtesten Diamanten der Welt
Der Unterschied zwischen Zirkonia und Diamant
Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten
Rote Diamanten

Quellen:
Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - diamond

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