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Azurit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Azurit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: azurite | französisch: azurite


Azurit
Kugeliger Azurit

Der Name Azurit geht auf Francois Sulpice Bedeudant (1787 bis 1850) zurück. Der französische Mineraloge und Geologe benannte das Mineral 1824 in Anlehnung an die azurblaue Farbe (lat. azzurum: blau) Azurit.
Davor war das blaue Mineral unter dem Namen Kupferblau oder Bergblau bekannt - bezugnehmend auf die Farbe und die Kupfergehalte von Azurit.



Eigenschaften von Azurit

Das Mineral Azurit ist mit der chemischen Zusammensetzung Cu3(CO3)2(OH)2 ein Vertreter der Mineralklasse der Carbonate.
Die Farbe von Azurit ist intensiv dunkelazurblau, das mitunter schwarzblau erscheinen kann. Die Strichfarbe hingegen ist hellblau.
Azurit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend und bildet dabei kurzprismatische sowie tafelige Kristalle aus. Zwillingsbildungen sind bei Azuriten möglich. Der Habitus kann massig, knollig, stalaktitisch, erdig oder kugelig sein; letztere sind besonders gut in K2-Azurit ausgeprägt. Kugelförmige Azurite werden aufgrund der Ähnlichkeit mit Heidelbeeren insbesondere im englischsprachigen Raum blueberry azurite alias Blaubeer-Azurit genannt.

Der Bruch von Azurit ist muschelig, spröde und uneben, gleichzeitig ist die Spaltbarkeit sehr vollkommen. Azurit ist von glasartigem bis fettigem Glanz, kann aber auch matt sein bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Das blaue Mineral weist eine Mohshärte von 3,5 bis 4 auf, die Dichte beträgt 3,7 bis 3,9 g/cm3.



Azurit
Azurit

Entstehung und Verbreitung von Azurit

Azurit ist ein Sekundärmineral, das in der Oxidationszone von kupferhaltigen Lagerstätten entsteht. Erst durch die Zufuhr von sauerstoffreichem Wasser - in Form von Grund- oder Sickerwasser -bei zeitgleicher Abgabe von einem Kohlendioxidmolekül entsteht das Sekundärmineral Azurit aus bereits vorhandenen Mineralien, insbesondere aus Kupfermineralien.
Die Vorkommen von Azurit werden von vielen weiteren Mineralien begleitet, darunter zum Beispiel Malachit, Limonit, Cuprit, gediegen Kupfer, Chalkopyrit, Aragonit und Chrysokoll. Mineralaggregate, bei denen Azurit mit Malachit verwachsen sind, werden unter der Bezeichnung Azurit-Malachit geführt. Mitunter werden im Handel Azurit-Malachit-Imitationen bzw. Rekonstruktionen angeboten.
Azurit ist ein Mineral, das weltweit sehr häufig zu finden ist. Bedeutende Vorkommen befinden sich u.a. in Schweden; Finnland; Irland; Schottland; England; Frankreich; Belgien; Erzgebirge, Harz, Sauerland, Odenwald, Westerwald, Eifel, Kamsdorf in Thüringen, Schwarzwald, Spessart/Deutschland; Graubünden und Wallis/Schweiz; Hohe Tauern, Brixlegg, Villach, Bad Eisenkappel, Fischbacher Alpen, Sattlerkogel, Industrieviertel, Waldviertel/Österreich; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Rumänien; Bulgarien;Spanien; Italien; Griechenland; Türkei; Russland; Kongo; Tsumeb/Namibia; Sibirien/Russland; Kasachstan; Pakistan; Afghanistan; Indien; China; Japan; Kambodscha; Philippinen; Australien; Argentinien; Chile; Bolivien; Brasilien; Mexiko; USA und Kanada.



Azurit
Azurit und Malachit

Azurit und andere blaue Mineralien

Aufgrund der blauen Farbe kann Azurit mit anderen blauen Mineralen wie Hauyn, Sodalith, Dumortierit, Lapislazuli und Lazulith verwechselt werden.



Verwendung und Bedeutung von Azurit

Bereits im Mittelalter erkannten Maler die Schönheit des Minerals und pulverisierten Azurit, um es als Pigment unter dem Namen Azurblau zu verwenden. Unter Zufuhr von Sauerstoff verwandelte sich Azurit jedoch im Laufe der Zeit in Malachit um, so dass beispielsweise das Werk „Il compianto delle clarisse“ von Giotto di Bondone (1267 bis 1337) heute einen grünen statt blauen Himmel zeigt. Auch in der historischen Klosterliteratur wurden Details und Ornamente in Büchern mit Azurblau angefertigt.
Weiterhin dient Azurit als Mineral für Sammlungen und für Schmuck. Trotz der Tatsache, dass Azurit ein weiches, empfindliches Mineral ist, wird Azurit in Ringe, Ketten, Ohrringe, Anhänger und Armbänder eingefasst. Um dem Mineral eine höhere Härte zu verleihen, wird Azurit zu diesem Zweck mit Harzen und Wachsen versiegelt. Aufgrund des Kupfergehaltes stellt Azurit eine Quelle für die Kupfergewinnung dar, die Ausbeute ist aber zu gering.



Nachweis von Azurit

Azurit reagiert durch die Beigabe von Salz- und Salpetersäure, indem sich das Kupfermineral schäumend auflöst. Unter der Flamme verfärbt sich Azurit schwarz.
Azurit verfügt über einen ausgeprägten Pleochroismus, der in hell- sowie dunkelblau erscheint; Azurit fluoresziert aber nicht.



Sonstiges

Neben Bergblau, Kupferblau und Kupferlasur ist Chessylith ein weiteres Synonym für Azurit; benannt nach der gleichnamigen Stadt Chessy in Frankreich, wo das Mineral in größeren Mengen auftritt.



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Siehe auch:
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Die Bedeutung der Namen von Steinen und Mineralen
Hildegard von Bingen und die Heilsteine



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - azurite

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018

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