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Iolith Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Iolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: iolite/cordierite | französisch: iolite/cordierite


Cordierit, Iolith, Wassersaphir und Dichroit - ein Mineral mit verschiedenen Namen.
Während in der Mineralogie der Name Cordierit gebräuchlich ist, wird im Zusammenhang mit Schmuck der Begriff Iolith angewendet, genau wie das Synonym Iolith in der älteren mineralgoischen Literatur Verwendung findet.
Namensgeber des Minerals Iolith ist der deutsche Geologe und Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817). Werner bezog sich bei dem aus dem Griechischen stammenden Namen wortwörtlich auf die veilchenblaue Farbe von Iolith.


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Eigenschaften von Iolith

Tabelle: Iolith in der Übersicht
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Mg2Al4Si5O18
Mineralklasse Silikatmineral
Kristallsystem
  • orthorhombisch
  • kurzprismatische Kristalle
  • Kristallzwillinge
Farbe blau,: hell, mittel und dunkel, blauviolett, graublau, braun, grün
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig bis matt
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig
Spaltbarkeit undeutlich
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte 2,53 bis 2,66 g/cm³


Die blaue Farbe von Iolith ist wie bei vielen anderen blauen Mineralien auch auf im Kristallgitter eingebautes Eisen zurückzuführen. Mit zunehmendem Eisengehalt intensiviert sich die Farbe.
Aufgrund der Farbe kann Iolith insbesondere mit Tansanit, blauen Diamanten, blauem Hydroquarz sowie Saphir verwechselt werden, weswegen Iolith bisweilen unter dem irreführenden Namen Wassersaphir verkauft wird.


Entstehung und Verbreitung von Iolith

Iolith entsteht unter magmatischen Bedingungen, kann aber ebenso im Rahmen der Kontaktmetamorphose gebildet werden, weshalb das blaue Mineral als Bestandteil in zahlreichen, dementsprechenen Gesteinen wie Schiefer, Granit sowie Gneis vorkommt.
Die Funde von Iolith sind u.a. mit Sillimanit, Andalusit, Granat, Spinell, Muskovit, Korund, Biotit, Sapphirin und Feldspat vergesellschaftet.
Bedeutende Iolith-Vorkommen befinden sich u.a. in Bayern, Eifel/Deutschland; Finnland; Schweden; Norwegen; Grönland; Österreich; Italien; Namibia; Madagaskar; Simbabwe; Indien; Sri Lanka; Brasilien und Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Iolith

Iolithe von lupenreiner Qualität und intensiv dunkelblauer Farbe werden vorzugsweise zu Schmuck verarbeitet. Abhängig von der Reinheit kommen Facettenschliffe (bspw. Rundschliff, Tropfenschliff, Princess-Schliff, Baguetteschliff, Smaragdschliff) bei äußerst klaren, reinen Steinen zur Anwendung. Iolithe von trübem, undurchsichtigen und farblich gesprenkeltem Charakter werden dahingegen zu Cabochons verarbeitet.
Daneben wird Iolith als Heilstein angeboten, ohne dass die Heilwirkung von Iolith in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Iolith-Sonnenstein

Iolith mit kleinen Einschlüssen von plättchenartigem rotbraunen bis grauen Hämatit und Goethit werden im Handel unter dem Namen Iolith Sonnenstein geführt.
Anders als beim gewöhnlichen Iolith schillert Iolith-Sonnenstein im Sonnenlicht metallisch aufgrund der splitterartigen Kristalleinschlüsse. Auch die Farbe weicht geringfügig ab, sodass Iolith-Sonnensteine von weinroter bis rotblauer Farbe, teilweise auch mit rötlichen Arealen in der blauen Grundfarbe, sind.


Siehe auch
Die Bestimmung von Qualität und Wert von Edelsteinen; A-AA-AAA-System
Mineralien, Edelsteine und Sternzeichen
Wassersteine und Edelsteinwasser


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Booth, B. (1999): Steine und Mineralien. Könemann Verlag Köln
⇒ Hall, C. (1999): Edelsteine. Das neue kompakte Bestimmungsbuch, Könemann Verlag
- www.mindat.org - cordierite

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Letzte Aktualisierung: 12. August 2019

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