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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 26.08.2020


Jaspis

Jaspis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: jasper | französisch: jaspe


Jaspis Foto
Bild 1: Dalmatinerjaspis


Der Name Jaspis ist griechischen Ursprungs und wird mit gemusterter oder gesprenkelter Stein übersetzt, bezugnehmend auf das Aussehen des Minerals.


Eigenschaften von Jaspis

Jaspis ist ein Mineral, das mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und im Speziellen eine Varietät der Quarzgruppe ist, d.h. Jaspis ist chemisch u.a. mit Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz, Citrin, Tigerauge, Achat und Opal verwandt.
Innerhalb der
Quarze wird Jaspis aufgrund der Ausprägung bzw. der Größe der Kristalle zu den mikrokristallinen Quarzen gezählt, konkret wird Jaspis als eine Varietät von Chalcedon definiert.

Jaspis kristallisiert wie für Quarz typisch dem trigonalen Kristallsystem folgend, wobei die Kristalle mikrokristallin sind und in Gestalt körniger, massiger oder knolliger Aggregate vorliegen.

Jaspis zeichnet sich ferner durch einen glasartigen bis fettigen Glanz bei undurchsichtiger Transparenz aus. Der Bruch des Minerals ist muschelig bis splittrig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte von Jaspis beträgt auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) 6,5 bis 7. Die Dichte wird mit 2,58 bis 2,91 g/cm³ angegeben.


Jaspis-Varietäten

Auf dem Mineralienmarkt gibt es zahlreiche Varietäten von Jaspis zu kaufen. Die Namen enthalten oft einen Hinweis auf das Aussehen des Minerals, die Herkunft und die Farbe.

  • Blutjaspis: tiefroter Jaspis
  • Achatjaspis: gestreifter Mischkristall aus Achat und Jaspis, gelbe, grüne oder braune Farbe
  • Nilkiesel/Ägyptischer Jaspis: gelbbraun und dunkelrot geflammt oder gestreift
  • Landschaftsjaspis: braune Strukturen, die an an Pflanzenteile oder Landschaften erinnern
  • Dalmatinerjaspis: schwarze Flecken auf weißer Mineralbasis
  • Kellerwaldjaspis: weiß-roter Jaspis, der aus Kellerwald in Hessen stammt
  • Meranith: dunkelgrüne Matrix mit feuerroten Linien/Netzen
  • Mookait: rosafarbene Wolkenzeichnung
  • Zebrajaspis: hellbraune Streifen auf dunkelbraunem Grund
  • Picasso-Jaspis: helle Grundfarbe mit schwarzen "Linien" im Stil von Picasso
  • Porzellanjaspis: grünfleckiger Jaspis
  • Plasma: grün-grauner Jaspis

Oftmals handelt es sich bei Jaspis-Varietäten um keine echten Varietäten, sondern Wortneuschöpfungen des Handels, sog. Handelsnamen, um die Eigenheiten der "Varietäten" hervorzuheben.


Jasper - Mineral und Kristalle
Bild 2: Blutjaspis


Entstehung und Verbreitung von Jaspis

Jaspis entsteht durch Auskristallisation aus kieselsäurehaltigen Lösungen, denen häufig fremdartige mineralische Beimengungen zugesetzt und die ursächlich für die verschiedenen Farben sowie Muster sind.

Als Mineral ist Jaspis häufig auch in Versteinerungen vorhanden wie bspw. bei versteinertem Holz, wo Jaspis die ursprüngliche organische Struktur des Holzes ersetzt.

Die Funde von Jaspis werden unter anderem von Opal und Achat, ebenfalls Quarzvarietäten, begleitet.

Nennenswerte Jaspis-Vorkommen befinden sich z.B. in Island; Schottland; Derbyshire, Cornwall/England; Elsass/Frankreich; Saarland, Erzgebirge/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Banská Bystrica/Slowakei; Niederschlesien/Polen; Karawanken/Österreich; Takab/Iran; China; Erongo/Namibia; Sambia; Westaustralien, Queensland, New South Wales, Südaustralien, Tasmanien/Australien; Neuseeland; Atacama/Chile; Mato Grossa do Sul/Brasilien; Ecuador; Michoacán/Mexiko; Kalifornien, Texas, Arizona, Nebraska, Texas, Pennsylvania, Alaska/USA und Nova Scotia, New Brunswick, Quebec, Yukon/Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Jaspis

Jaspis ist vor allem für die Verarbeitung zu Schmuck von Bedeutung. Am häufigsten wird das Mineral zu Cabochons geschliffen, da Jaspis aufgrund der Splittergefahr schwer zu bearbeiten ist und der Cabochonschliff mit dem geringsten Materialverlust einhergeht.
Ebenso werden aus Jaspis Kunstgegenstände gefertigt. Das größte und schwerste (16 t) aus Jaspis gearbeitete Kunststück ist die Japsisschale in der Eremitage in St. Petersburg/Russland. Der grün-graue Jaspis, der für die Fertigung der "Zarin der Schalen" verwendet wurde, stammt aus dem Altai-Gebirge vom Berg Rewnjucha nahe Kolywany im Süden Russlands. Der dort entdeckte Jaspis war so groß, dass die Jaspis-Schale aus einem Stück geschlagen wurden, und das bei Maßen von 5,04 m Länge und 3,22 m Breite. Mit 224 kg wesentlich leichter ist der zu einer Kugel geschliffene, rot-weiß marmorierte Jaspis im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein.

Des Weiteren wird Jaspis als Chakrastein und Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Jaspis in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


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Quellen:
⇒ Suckow, G. A. (1790): Anfangsgründe der Mineralogie
⇒ Lenz, J. G. A. (1791): Mineralogisches Handbuch, durch weitere Ausführung des Wernerschen Systems geliefert
⇒ Hoffmann, C. A. S. (1812): Handbuch der Mineralogie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - jasper

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