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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 31.03.2022


Heliodor

Heliodor - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: golden beryl/heliodor | französisch: héliodore


Heliodor - Grüngelber Beryll

1912 berichtete der Geologe Erich Kaiser (1871 bis 1934) in seinen Ausführungen über "Ein neues Beryll (Aquamarin)-Vorkommen in Deutsch-Südwestafrika" von der Entdeckung gelber Beryll-Kristalle im Jahr 1910, wobei Kaiser den aus dem Griechischen stammenden Namen der Farbe wegen wählte: Helidor wird mit Geschenk der Sonne übersetzt.


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Eigenschaften von Heliodor

Das Mineral Heliodor ist mit der chemischen Zusammensetzung Be3Al2Si6O18 ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und zählt in der weiteren Unterteilung zur Beryll-Gruppe, d.h. Heliodor ist u.a. mit Aquamarin, Goshenit, Smaragd, Morganit und roter Beryll verwandt.

Die Farbe von Heliodor ist typischerweise gelb - sowohl in der Reinform als mit grünen oder braunen Untertönen. Da der Name Heliodor keine so große Bekanntheit genießt wie andere Berylle, wird der gelbe Edelstein teilweise auch als Gelber Smaragd bezeichnet, um auf die Farbe und die chemische Nähe zum Smaragd zu verweisen.
Anders als beim ebenfalls gelben Goldberyll, dessen Farbe durch dreiwertiges Eisen hervorgerufen wird und oft synonym mit Heliodor verwendet wird, sind es Uranoxide, die Heliodor grünlich kolorieren.
Bedingt durch die Farbe kann Heliodor beispielsweise mit Citrin/Quarz, gelbem Tansanit, gelben Diamanten, gelbem Saphir oder Tsilaisit/Gelbem Turmalin verwechselt werden.
Die Strichfarbe von Heliodor ist weiß, d.h. wird Heliodor über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen, entsteht ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Die Beryllvarietät Heliodor kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem – die Kristalle sind prismatisch und häufig pyramidal endend. Die Aggregate können körnig, massig, kompakt oder kurz- oder langsäulig sein.

Der Glanz von Heliodor ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist muschelig bis spröde, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Heliodor zählt mit einer Mohshärte von 7 bis 8 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zu den harten Mineralen, die das Kriterium der Edelsteinhärte erfüllen (Mohshärte über 7), die Dichte beträgt 2,6 bis 2,8 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Heliodor

Wie auch andere Vertreter der Beryll-Gruppe kristallisiert Heliodor zu einem vergleichsweise späten Zeitpunkt aus silikatischen Restschmelzen aus. Das für die Farbe verantwortliche Uranoxid stammt dabei entweder direkt aus dem Schmelzen (siehe dazu auch Rauchquarz) oder von begleitenden, strahlenden Mineralen wie beispielsweise Zirkon.

Zu den Muttergesteinen, in denen Heliodor enthalten ist, zählen bspw. Granit, Gneis sowie Glimmerschiefer. Quarz, Muskovit, Aquamarin, Goldberyll, Topas und Albit sind Mineralien, die zusammen mit Heliodor vorkommen.

Nennenswerte Vorkommen von Heliodor befinden sich z.B. in Norwegen; Limousin/Frankreich; Böhmen/Tschechien; Ural/Russland; Ukraine; Lombardei/Italien; Afghanistan; Pakistan; Sri Lanka; Erongo, Kuene/Namibia; Nigeria; Simbabwe; Australien; Rio Grande do Norto, Minas Gerais/Brasilien; Mexiko und Alabama, Connecticut, Kalifornien, Maryland, Virginia/USA.


Verwendung und Bedeutung von Heliodor

Heliodor wird vor allem zu Schmuck verarbeitet, aber auch als Heilstein verkauft, wobei die Wirkung in klinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


Nachweis von Heliodor

Heliodor ist in Flußsäure löslich, weist eine gelb-grüne Fluoreszenz auf und, bedingt durch die Urangehalte, ist mitunter Radioaktivität nachweisbar.


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Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - beryl

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