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Violette Edelsteine – Violette Mineralien



Amethyst - das Mineral, wenn es um violette Mineralien geht. Vermutlich kein anderes Mineral ist populärer in dieser Farbfamilie. Eine Seltenheit sind lila oder violette Edelsteine im Reich der Mineralien jedoch nicht, wie die nachfolgende Liste zeigt.



Violette bzw. lilafarbene Mineralien


Die Farbe von lila Edelsteinen und Mineralien

Die Auswahl von lilafarbenen Mineralien ist umfangreich. Ebenso vielfältig sind die Farben und Nuancen der Farbe Violett bei Mineralien.

Einige Kristalle erscheinen so hell, dass diese beinahe farblos wirken, andere sind eindeutig violett. Zwischen den Tonhöhen der Farbe Violett gibt es feinste Abstufungen, sodass violette Mineralien mit einem Stich ins Gelbe, Braune, Rote, Blaue oder Graue genau so möglich sind wie rein violette Steine.

Der Großteil aller violetten Edelsteine und Mineralien ist allochromatisch gefärbt. Ind er Mineralogie wird die Farbe dem Ursprung nach in idiochromatisch und allochromatisch unterschieden. Während die Farbe idiochromatischer Mineralien auf Kristallgitterdefekte oder -störungen zurückzuführen ist, entsteht die Farbe allochromatischer Mineralien durch den Einfluss „von außen“, z.B. in Form von Elementen, die im Kristallgitter eingelagert sind, Temperatureinwirkung oder durch Strahlung.

Die Elemente Eisen und Mangan sind in vielen violetten Mineralien für die Farbgebung verantwortlich, wie die Beispiele Amethyst mit Eisen als Farbgeber, Kunzit und Violan, deren Farbe mit Mangan-Anteilen im Kristall begründet, zeigen. Die Farbe von violetten Diamanten hingegen entsteht durch eingelagerten Wasserstoff.


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Künstliche violette Farben von Mineralien

Steine in kräftigen, gleichmäßigen Farben gelten auf dem Schmuckmarkt als besonders wertvoll und begehrt. Eine Eigenschaft, die nicht alle violetten Mineralien aufweisen. Die Steine können zu hell sein oder fleckig wirken.

Um dennoch nicht marktfähige Mineralien verkaufen zu können, ist es Usus, die Farbe von Mineralien zu intensivieren, korrigieren oder gänzlich zu verändern.

Lila Achate sind keine Laune der Natur; ebenso wenig wie pinke, blaue und intensiv grüne Achate. Um Achate violett einfärben, wird das poröse Quarzmineral mit einer farbgegebende Lösung geimpft.

Zartviolette Amethyste und Exemplare, die bspw. an den Kristallspitzen dunkler gefärbt sind als an der Basis werden durch das Brennen dunkler und einheitlicher in der Farbe. Bei dieser Methode ist Vorsicht geboten. Wird Amethyst auf eine Temperatur oberhalb von 370 °C erhitzt, schlägt die Farbe in gelb um und es entsteht das Mineral Citrin.

Eine andere Methode, bestimmte Mineralien violett umzufärben, setzt auf die Bestrahlung von Kristallen mit Elektronen und Neutronen. Die Bestrahlung wird unter anderem angewendet, um braune und gelbe Diamanten in violette Diamanten umzuwandeln. Violette Diamanten sind eine absolute Rarität, gelbe und braune Diamanten sind mit einem Anteil von 80 % an der Gesamtfördermenge aller Farbdiamanten am häufigsten vertreten und sprechen gut auf Farbveränderungen an.

Mittels Bestrahlung lassen sich farblose Quarze wie Bergkristall in Amethyste umfärben, allerdings nur, wenn das Mineral eisenhaltig ist.

Ein Stein, der mineralogisch betrachtet, kein Mineral ist, ist Purpurfluss. Tatsächlich handelt es sich bei Purpurfluss um violett einfärbtes Glas mit einem metallischen Schillern. Farbgebend ist Manganoxid, das der flüssigen Glasschmelze während der Herstellung hinzugefügt wird.


Violette und purpurfarbene Mineralien - Liste

Liste ist nicht vollständig


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Quellen:
⇒ Mohs, F. (1822): Grund-Riß der Mineralogie. Erster Theil. Terminologie, Systematik, Nomenklatur, Charakteristik
⇒ Doelter y Cisterich, C. A. (1893): Unterscheidung violetter Steine. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag

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Letzte Aktualisierung: 2. November 2022




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