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Gneis Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Gneis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: gneiss | französisch: gneiss

Gneis - Gestein des Jahres 2015.
GneisDer Name Gneis stammt aus dem Vokabular der Bergleute des Erzgebirges. Im 16. Jahrhundert waren gneiste, ganeist und gneisto geläufige Begriffe für funkeln und schimmern - im Gneis zurückzuführen auf den Anteil an Glimmermineralen im Gestein.

Eigenschaften von Gneis
Gneis ist ein metamorphes Gestein, das während der Regionalmetamorphose unter hohen Druck- und Temperaturverhältnissen gebildet wird.
Gneis ist hauptsächlich ein gräuliches Gestein, das aber auch rosa, bräunlich oder grünlich sein kann.
Charakteristisch für Gneise sind abwechselnd dunkle und helle Bänder mit unterschiedlicher mineralischer Zusammensetzung, durchzogen von einem feinen Schimmer der Glimmerminerale.
Gneise bestehen zur Hauptsache aus Feldspäten und Quarzen, welche die hellen Komponenten im Gestein bilden. Mit weniger als 5 % an der mineralischen Zusammensetzung des Gesteins sind die sog. Nebengemengeteile beteiligt, die gleichzeitig die dunklen Bestandteile im Gneis repräsentieren; darunter Titanit, Biotit/Dunkelglimmer, Pyrit, Muskovit/Hellglimmer, Hornblende, Granate, Cordierit, Sillimanit, Ilmenit, Epidot, Apatit sowie Magnetit. GneisDie Zusammensetzung ist wie bei vielen metamorphen Gesteinen abhängig von den Entstehungsbedingungen. In Anlehnung an das Ausgangsgestein, besonders hervortretende Gemengeteile oder aufgrund des Gefüges werden diverse Varietäten unterschieden, z.B. Granitgneis, Syenitgneis, Muskovitgneis, Augitgneis, Flasergneis.
Das Gefüge von Gneis ist mittel- bis grobkörnig. Deutlich zu erkennen ist die Schieferung der lagig eingeregelten Minerale in Form heller und dunkler, aufeinander folgender Streifen. Die Dichte beträgt 2,67 bis 3,05 g/cm3. Gneise haben trotz Parallelstruktur eine schwache Schiefrigkeit, sind nur schwer aufzubrechen. An den Bruchstellen erscheint das Gestein hellfarbig und wirkt wie geschliffen.

Gneis Entstehung und Verbreitung von Gneis
Gneise sind Metamorphite, d.h. das Gestein entstand durch Aufschmelzung und Neukristallisation aus anderen Gesteinen unter mittlerem bis hohem Metamorphosegrad.
Die Edukte von Gneisen sind kieselsäurereiche Gesteine magmatischen Ursprungs wie Granit, aber auch Metamorphite und Sedimentite, bspw. Tonschiefer, Sandstein und Schieferton. Bei Temperaturen von 700 °C und Druckbedingungen bis zu 6 kbar wie beispielsweise typisch bei der Gebirgsbildung, wird Gneis neugebildet. Die bereits erwähnte Schieferung entsteht infolge des einseitigen Drucks, wobei die gesteinsbildenden Bestandteile senkrecht zur Richtung des Drucks eingeregelt werden. Die Begründung für die Bänderung von Gneisen sind die bei der Bildung vorherrschenden Temperatur- und Druckverhältnisse, infolge derer zu verschiedenen Zeitpunkten Minerale bandartig entmischt auskristallisieren.
Hinsichtlich der Entstehung wird zwischen Orthogneisen mit Magmatiten als Ausgangsgestein und Paragneisen bestehend aus Sedimentgesteinen unterschieden.
Fundorte von Gneisen befinden sich in Sri Lanka; Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge, Odenwald, Fichtelgebirge/Deutschland; Alpen; Böhmen/Tschechien; Vogesen, Zentralmassiv, Bretagne/Frankreich; Tirol, Steiermark, Hohe Tauern, Kärnten/Österreich; Tessin, Graubünden/Schweiz; Minas Gerais/Brasilien; New South Wales, Westaustralien/Australien; Indien; Shaanxi, Xinijang, Yunnan/China; Appalachen, Adirondacks Mountains, New York/USA; Ukraine; Piemont/Italien; Smaland/Schweden; Grönland; Griechenland; Sutherland/Schottland.

Verwendung von Gneisen
Gneis ist ein begehrtes Baumaterial, dient aber auch als Schotter, Splitt oder als Belag für Bürgersteige und Straßen. Auch in der Bildhauerei wird Gneis verwendet. Berühmtestes Beispiel sind die Köpfe der US-amerikanischen Präsidenten, eingemeißelt in Granitgneis des Mount Rushmore/USA.

Siehe auch:
In, auf und aus Gestein gebaut: Mount Rushmore
Gneis und Granit unterscheiden
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kontakt- und Regionalmetamorphose

Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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