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Rhodochrosit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Rhodochrosit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: rhodochrosite | französisch: rhodochrosite

Rhodochrosit
Bild 1: Rhodochrosit

Der Name Rhodochrosit stammt aus dem Altgriechischen und wird mit der "Rosenfarbene" übersetzt - ein Verweis auf die rosa Farbe des Minerals. Namensgeber war seinerzeit im Jahr 1813 der deutsche Mineraloge Friedrich Hausmann (1782 bis 1859). Zuvor war Rhodochrosit unter dem Namen Manganspat bekannt; Der Geologe und Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) wählte den Namen aufgrund der Mangangehalte und der guten Spaltbarkeit des Minerals.

Eigenschaften von Rhodochrosit

Rhodochrosit zählt mit der chemischen Zusammensetzung MnCO3 zur Klasse der Carbonate.
Die Farbe Rhodochrosit ist zumeist rosarot bis himbeerfarben (daher auch das Synonym Himbeerspat). Rhodochrosit kann aber auch weiß, gelb oder braun sein. Sehr häufig sind himbeerfarbene Rhodochrosite, die abwechselnd von helleren und dunkleren Lagen, marmoriert oder anderweitigen Mustern durchzogen sind - resultierend aus lagenweise unterschiedlichen Konzentrationen der aufbauenden Elemente zum Zeitpunkt der Rhodochrosit-Entstehung. Die Strichfarbe von Rhodochrosit, d.h. die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gerieben wird, ist bei Rhodochrosit immer weiß.
Die Kristalle des manganhaltigen Minerals gehören zum trigonalen System; ausgebildet werden rhomboedrische, prismatische und tafelige Kristalle. Die Aggregate sind derb, körnig, traubig, radialstrahlig und zuweilen in Drusen aufgewachsen. Typisch ist der Glasglanz, der auf Spaltflächen perlenartig werden kann. Die Transparenz ist undurchsichtig bis durchsichtig. Rhodochrosite weisen einen unebenen, muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Rhodochrosit hat eine Mohshärte von 3,5 bis 4, die Dichte von Rhodochrosit beträgt 3,30 bis 3,70 g/cm3.

Rhodochrosit
Bild 2: Rhodochrosit mit Bergkristall

Entstehung und Verbreitung von Rhodochrosit

Rhodochrosit entsteht primär entweder in hochtemperierten oder hydrothermalen Lagerstätten, indem kohlensäurehaltige Lösungen auf manganhaltiges Gestein treffen.
Das Mineral kann aber aus der Verwitterung von Manganlagerstätten hervorgehen. Als sekundäres Minerals kann Rhodochrosit in Adern, Gängen oder in Sedimenten auftreten (vertiefende Informationen zur Entstehung von Mineralen: Die Entstehung von Mineralen) .
Bedeutende Vorkommen von Rhodochrosit befinden sich unter anderem in Grönland; Schweden; England; Frankreich; Österreich; Tschechien; Slowakei; Spanien; Italien; Rumänien; Griechenland; Namibia; Südafrika; Aserbaidschan; Georgien; Kasachstan; Russland; Afghanistan; China; Japan; Australien; Südamerika; Mexiko und in den USA.
Begleitet werden die Rhodochrosit-Vorkommen bspw. von Gold, Silber, Baryt, Manganit, Magnetit, Calcit, Siderit, Smithsonit, Quarz (siehe Bild 2), Fluorit und Rhodonit.



Rhodochrosit
Bild 3: rosa-weiß "marmorierter" Rhodochrosit im Anschliff

Verwendung und Bedeutung von Rhodochrosit

Aufgrund des hohen Gehalts an Mangan (47,8 %) ist Rhodochrosit als wertvoller Rohstoff für die Mangangewinnung.
Daneben gibt es Rhodochrosit auch als Schmuckstein zu kaufen, eingefasst in Ringe, Armbänder, Ketten, Ohrringe oder Anhänger. Um die Muster, Strukturen und die Farbe des Minerals zu betonen, wird Rhodochrosit insbesondere im Glattschliff (z.B. Cabochon, Trommelstein oder Donut) gehalten.
Des Weiteren wird Rhodochrosit als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Rhodochrosit in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Rhodochrosit

Rhodochrosit ist in erwärmter Salzsäure löslich und schäumt dabei auf. In der Flamme verfärbt sich Rhodochrosit graugrün und wird spröde.
Rhodochrosite weisen keinen Pleochroismus auf, fluoreszieren aber schwach rot.

Sonstiges:

Wegen der Farbe kann Rhodochrosit mit vielen farblich ähnlichen Mineralen verwechselt werden, wie zum Beispiel mit Rhodonit, Rosenquarz oder rosafarbenem Dolomit.

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Siehe auch:
- Rhodochrosit und Rosenquarz unterscheiden
- Mineralien als Trendfarbe
- Rosa Diamanten - Fancy Diamanten

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - rhodochrosite

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Letzte Aktualisierung: 1. November 2018

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