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Schorlomit

Schörlähnlicher Granat

Die ersten Schorlomit-Kristalle aus der Typlokalität Magnet Cove im US-County Hot Spring wurden 1846 vom US-amerikanischen Mineralogen Charles Upham Shepard (1804 bis 1886) beschrieben.In seiner Abhandlung „On three new mineral species from Arkansas, and the discovery of the diamond in North Carolina“ berichtete er von einem bis dato unbekannten schwarzen Mineral, das in Farbe und Erscheinung stark an die Turmalin-Varietät Schörl erinnerte. In Anlehnung daran prägte er den Namen Schorlomit, was der deutsche Mineraloge Franz von Kobell (1803 bis 1882) treffend mit „dem Schörl ähnlich“ übersetzte.

Das später eingeführte Synonym Ivaartit verweist auf die 1852 entdeckten Schorlomit-Vorkommen im Ivaarta-Komplex in Finnland.


Eigenschaften von Schorlomit

Schorlomit wird in der Mineralogie als eine Varietät von Granat definiert. Gleichzeitig ist Schorlomit aber auch das namensgebende Mineral der Schorlomit-Gruppe, die zudem die Mineralien Hutcheonit, Irinarassit, Kerimasit, Kimzeyit und Toturit umfasst.

Shephard beschrieb die äußeren Merkmale von Schorlomit 1846 schlicht als "schwarz, glasartig, undurchsichtig" ("black, vitreous, opaque"). Der Geologe Carl Friedrich Naumann (1797 bis 1873) präzisierte diese Beschreibung wenig später zu „pechschwarz“. Der Mineraloge Harry Rosenbusch (1836 bis 1814) beobachtete zudem, dass Schorlomit "in sehr dünnen Lamellen" eine "tief braunrothe Farbe" zeigt.

Die Farbintensität steht dabei in engem Zusammenhang mit der chemischen Zusammensetzung: Ein hoher Titangehalt führt zu einer sehr dunklen, fast schwarzen Färbung, während ein hoher Anteil an Fe2-Ionen Farbtöne von gelblich bis dunkelviolett hervorrufen kann.
In Anlehnung an die chemische Zusammensetzung wurde das Mineral in der historischen Literatur auch als Ferrotitanit bezeichnet.

Tabelle: Die Eigenschaften von Schorlomit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Ca3Ti2(SiO4)(Fe3+O4)2
Mineralklasse
Kristallsystem
  • kubisch
  • rhombendodekaedrische Kristalle
Farbe
  • schwarz, dunkelgrau, orangebraun
  • je höher der Titangehalt, desto dunkler ist die Farbe
Strichfarbe dunkelgrau
Glanz matt bis halbmetallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch smuschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte 3,862 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Schorlomit

Schorlomit wird im Zusammenhang ultrabasischen Magmatiten sowie Gesteinen, die im Zuge der Kontaktmetamorphose im Mineralbestand verändert wurden, wie bspw. Skarn, gefunden.

Die Vorkommen von Schorlomit sind unter anderem mit Nephelin, Apatit, Natrolith/Zeolith, Phlogopit und Biotit/Glimmer, Magnetit, Melilit, Orickit, Aegirin und Diopsid/Pyroxen, Orthoklas und Calcit vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität - dem Ort des Erstfundes - in Magnet Cove in Arkansas/USA kommt Schorlomit auch in Grönland, Norwegen, Schweden, Finnland, Bad Harzburg, Brohltal, Mending, Ettringen sowie Gerolstein/Deutschland, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Russland, Kenia, Angola, Israel, Indien, China, Brasilien, Kanada und in den USA vor.


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Quellen:

  • Shepard, C. U. (1846): On three new mineral species from Arkansas, and the discovery of the diamond in North Carolina. IN: American Journal of Science and Arts
  • Dana, J. D. (1850): Schorlomite. IN. A System of Mineralogy Comprising the Most Recent Discoveries. Including Full Descriptions of Species and Their Localities, Chemical Analyses and Formulas, Tables for the Determination of Minerals, and a Treatise on Mathematical Crystallography and the Drawing of Figures of Crystals
  • Kobell, F. v. (1858): Schorlomit. IN: Die Mineralogie
  • Koksharov, N. I. (1858): Schorlomit. IN: Materialien zur Mineralogie Russlands
  • Rosenbusch, H. (1873): Schorlomit. IN: Mikroskopische Physiographie der petrographisch wichtigen Mineralien
  • Naumann, C. F. und Zirkel, F. (1885): Schorlomit (Ferrotitanit). IN: Elemente der Mineralogie
  • Bauer, M. (1896): Schorlomit. IN: Edelsteinkunde eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 1
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  • Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
  • www.mindat.org - Schorlomite

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 28.08.2025

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