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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 15.11.2022


Schorlomit

Schorlomit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: schorlomite


Schörlähnlicher Granat

Über die Entdeckung der ersten Schorlomit-Kristalle berichtete im Jahr 1846 der US-amerikanische Mineraloge Charles Upham Shepard (1804 bis 1886) in seinen Ausführungen mit dem Titel "On three new mineral species from Arkansas, and the discovery of the diamond in North Carolina". Darin beschreib er ein schwarzes, bis dato unbekanntes Mineral, das aufgrund der Farbe der Turmalin-Varietät Schörl sehr ähnlich ist und in Anspielung dessen Schorlomit genannt wurde (siehe dazu auch Kobell, 1858).

Das Synonym Ivaartit bezieht sich auf die 1852 entdeckten Schorlomit-Vorkommen im Ivaarta-Komplex in Finnland.


Eigenschaften von Schorlomit

Tabelle: Die Eigenschaften von Schorlomit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Ca3Ti2(SiO4)(Fe3+O4)2
Mineralklasse
Kristallsystem
  • kubisch
  • rhombendodekaedrische Kristalle
Farbe
  • schwarz, dunkelgrau, orangebraun
  • je höher der Titangehalt, desto dunkler ist die Farbe
Strichfarbe dunkelgrau
Glanz matt bis halbmetallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch smuschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte 3,862 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Schorlomit

Schorlomit wird im Zusammenhang ultrabasischen Magmatiten sowie Gesteinen, die im Zuge der Kontaktmetamorphose im Mineralbestand verändert wurden, wie bspw. Skarn, gefunden.

Die Vorkommen von Schorlomit sind unter anderem mit Apatit, Magnetit, Natrolith/Zeolith, Biotit/Glimmer, Diopsid/Pyroxen und Calcit vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität - dem Ort des Erstfundes - in Magnet Cove in Arkansas/USA kommt Schorlomit auch in Grönland, Norwegen, Schweden, Finnland, Bad Harzburg, Brohltal, Mending, Ettringen sowie Gerolstein/Deutschland, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Russland, Kenia, Angola, Israel, Indien, China, Brasilien, Kanada und in den USA vor.


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Quellen:
⇒ Magnus, A. (1256): De mineralibus
⇒ Zappe, J. R. (1804): Mineralogisches Handlexicon
⇒ Hartmann, C. (1828): Handwörterbuch der Mineralogie und Geognosie
⇒ Shepard, C. U. (1846): On three new mineral species from Arkansas, and the discovery of the diamond in North Carolina. IN: American Journal of Science and Arts
⇒ Kobell, F. v. (1858): Die Mineralogie
⇒ Koksharov, N. I. (1858): Materialien zur Mineralogie Russlands
⇒ Naumann, C. F. und Zirkel, F. (1885): Schorlomit. IN: Elemente der Mineralogie
⇒ Bauer, M. (1896): Edelsteinkunde eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 1
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
www.mindat.org - Schorlomite

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