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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 05.03.2020


Hornblende

Hornblende - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hornblende | französisch: hornblende


Hornblenden Foto
Hornblende

Das Mineral Hornblende ähnelt nicht nur farblich den Geweihen von Hirschen, auch die Oberfläche von Hornblende fühlt sich entfernt wie die von Horn an - daher der Name Hornblende.
Auf wen der Name Hornblende zurückgeht, ist nicht überliefert. Bereits Johann Wolfgang von Goethe beschrieb in seinen Tagebüchern 1770 Hornblende-Vorkommen, die er während seiner Wanderungen um Tuttlingen entdeckte.
Eine genaue Beschreibung von Hornblende findet sich wenige Zeit später bei dem deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817); Kapitel Hornblende in seinem Werk Oryktognosie oder Handbuch für die Liebhaber der Mineralogie.


Eigenschaften von Hornblende

Hornblende ist ein Silikatmineral bestehend aus
(Ca,Na,K)2-3(Mg,Fe,Al)5[(OH)2(Al,Si)8O22]. Mitunter variiert die chemische Zusammensetzung des Minerals, da der Platz der metallischen Elemente im Kristallgitter beliebig ausgetauscht werden kann, z.B. als

  • Aluminohornblende
  • Ferrohornblende
  • Magnesiohornblende

Weiterhin wird Hornblende der Gruppe der Amphibole zugeordnet.

Die Farbe von Hornblende variiert zwischen grün, graugrün, schwarzgrün, braungrün, braun oder schwarz.
Aufgrund der Farbe und Kristalle kann Hornblende mit Augit, Ägirin und der Turmalinvarietät Schörl verwechselt werden.
Die Strichfarbe ist graubraun bis graugrün.

Hornblende kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle des Silikats sind prismatisch-kurzsäulig mit sechseckigem Umriss. Die Aggregate sind faserig-stengelig, körnig, massig oder derb.

Der Glanz von Hornblende reicht von matt bis gläsern und fettig bei undurchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Hornblende weist einen muschelig-unebenen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte beträgt 5 bis 6 bei einer Dichte von 2,8 bis 3,5 g/cm³.


Hornblende - Mineral und Kristalle
Hornblende

Entstehung und Verbreitung von Hornblende

Hornblenden können sowohl magmatisch aus entsprechend der Zusammensetzung führenden Lösungen auskristallisieren oder durch metamorphe Vorgänge aus anderen Mineralen, die im Zuge dessen aufgeschmolzen und in anderer Zusammensetzung rekristallisieren, hervorgehen.

Die Vorkommen von Hornblende sind u.a. mit Magnetit, Feldspat, Quarz, Epidot, Biotit und Granat vergesellschaftet.
Weiterhin ist das Mineral als Gemengeteil, d.h. mineralischer Bestandteil in der Zusammensetzung von Gesteine, in vielen magmatischen und metamorphen Gesteinen wie bspw. Syenit, Gabbro, Granodiorit und Diorit enthalten.
Nennenswerte Fundorte von Hornblende befinden sich z.B. in Kragerö, Arendal/Norwegen; Nordmarken, Stockholm/Schweden; Perniö, Pargas/Finnland; Süden von Grönland; Ukraine; Kaiserstuhl, Eifel/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Auvergne/Frankreich; Schweiz; Zillertal/Österreich; Siebengebirge/Rumänien; um die Vulkane Ätna und Vesuv/Italien; Japan; Indien; Kongo; Tansania; Namibia; Tasmanien, Südaustralien, Queensland/Australien; Bahia/Brasilien; New York, Kalifornien/USA und Ontario/Kanada.


Bedeutung und Verwendung von Hornblende

Hornblende ist insbesondere für Mineraliensammlungen von Bedeutung.


Nachweis von Hornblende

Verwechslungen mit Augit können bei genauerer Betrachtung der Kristalle ausgeschlossen werden, da Hornblende einen hexagonalen Querschnitt aufweist.
Bis auf Fluorwasserstoffsäure ist Hornblende gegenüber Säuren resistent, ebenso verhält dieses sich gegenüber der offenen Flamme.


Siehe auch:
Alexander von Humboldt und die Minerale
Feldspat, Quarz und Glimmer - die drei vergess´ ich nimmer.
Verwitterung von Gesteinen und Mineralen


Quellen:
⇒ Goethe, Johann Wolfgang von: Tagebücher. Band 1, 1770 bis 1810
⇒ Werner, Abraham Gottlob (1792): Oryktognosie oder Handbuch für die Liebhaber der Mineralogie: vermittelst welchem die Mineralien aus ihrer äußerlichen Beschaffenheit leicht zu erkennen, von einander zu unterscheiden, und von anderen kenntlich zu machen sind
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - hornblende

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