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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 01.10.2021


Elbait

Elbait - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: elbaite | französisch: elbaite


Elbait - Eine Turmalin-Varietät

Der Name Elbait ist angelehnt an den Ort, wo das Mineral zum ersten Mal gefunden wurde: auf der Insel Elba/Italien .

Der Begriff Elbait findet wird erstmals bei George Frederick Herbert Smith (Geologe; 1872 bis 1953) im Jahr 1912 erwähnt, gefolgt von einer ausführlichen Beschreibung, die auf den russischen Mineralogen und Geologen Wladimir Wernadsky/Vernadsky (1863 bis 1945) zurückgeht, der Elbait als den "rosa Turmalin von Elba - reich an Natrium und Lithium" charakterisiert.


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Eigenschaften von Elbait

Das Mineral Elbait ist eine Varietät von Turmalin. Aufgrund der hohen Gehalte an Lithium wird Elbait auch als Lithium-Turmalin bezeichnet.
Mit der chemischen Zusammensetzung Na(Li,Al)3Al6(BO3)3Si6O18(OH)4 zählt das Mineral zu den Silikaten.

Elbaite sind von grüner, blauer, roter, violetter oder gelber Farbe, die in folgende Elbait-Varietäten genauer aufgeschlüsselt werden:

Auf der Strichtafel hinterlässt Elbait einen weißen Strich.

Elbait kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind häufig gestreift. Die Aggregate können massig, kompakt, makrokristallin oder feinnadelig ausgebildet sein.

Der Bruch des Turmalin-Minerals ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Elbait ist von durchsichtiger bis undurchsichtiger Transparenz, der Glanz ist glasartig.

Die Mohshärte beträgt 7 bis 7,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) - weshalb Elbait das Kriterium der Edelsteinhärte erfüllt. Die Dichte liegt bei 3,02 bis 3,26 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Elbait

Elbait kann sowohl magmatischen wie auch metamorphen Ursprungs sein.

Magmatisch entstandener Elbait ist ein Differentationsprodukt von Silikatschmelzen während der Entstehung von Tiefen- und Ganggesteine. Bei Temperaturen von 600 bis 1.100°C kristallisiert Elbait unter Anwesenheit von Eisen, Magnesium, Chrom oder Titan sowie besonders hohen Gehalten an Lithium aus der Schmelze aus.

Elbait metamorphen Ursprungs entsteht, wenn granitoide Schmelzen auf kalkhaltiges Gestein treffen unter zeitgleicher Anwesenheit von Lithium. Voraussetzung für die Kristallbildung sind zudem Temperaturen von 450 bis 650 °C.

Begleitminerale von Elbait sind neben Beryll ebenso Quarz, Topas, Albit, Muskovit, Zirkon und Feldspat.

Erwähnenswerte Elbait-Vorkommen existieren u.a. in Schweden; Finnland; England; Ehrenfriedersdorf/Deutschland; Italien; Tschechien; Österreich; Ruanda; Namibia; Madagaskar; Afghanistan; Pakistan; Russland; Myanmar; Australien; Brasilien sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Elbait

Elbait ist aufgrund der geringen Verbreitung nicht von wirtschaftlichem Interesse. Vielmehr ist das Mineral ein begehrtes Sammelmineral.


Nachweis von Elbait

Elbait ist schwer in Säuren löslich. Im Elektroofen schmilzt der Lithium-Turmalin bei 1500°C.
Elbait weist einen deutlichen Pleochroismus auf und erscheint in den jeweils helleren und dunkleren Tönen als das Untersuchungsobjekt. Die Fluoreszenz ist ausgeprägt, unterscheidet sich abhängig von der Farbe des Elbaits. Gelber Elbait fluoresziert hellgrün, farbloser Elbait weist helle grünblaue Effekte auf.


Siehe auch:
Die Farben von Turmalin und Schwarzer Turmalin
Erz - Metallhaltige Mineralien und Gesteine
Wassermelonenturmalin


Quellen:
⇒ Smith, G. F. H. und Phillips, F. C. (1912): Gemstones
⇒ Vernadsky, W. (1913): Über die chemische Formel der Turmaline. IN: Zeitschrift für Kristallographie, Band 53, Heft 1
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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