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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.06.2021


Granit

Granit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: granite | französisch: granite


granite - Mineral und Kristalle
Bild 1: Granit im Detail


Granit - körniger Stein; so lautet die Übersetzung des aus dem Lateinischen stammenden Namens, wobei der Name Granit an das Aussehen des Gesteins angelehnt ist, das aus velen Mineralkörnern besteht.


Eigenschaften von Granit

Definition: Granit ist magmatisches Gestein mit intrusiver Herkunft (sog. Plutonit) und saurem Chemismus.

Die Farbe von Granit erscheint in der Gesamtheit hell, ist bei genauerer Betrachtung aber abwechslungsreich und von rosa, weiß-grauer, grünlicher, gelblicher, dunkelgrauer oder blau-weißer Farbe.

Die helle Gesteinsfarbe ist vor allem auf die im Gestein vorhandenen Orthoklas-Feldspäte (Anteil 35 bis 90 %) zurückzuführen, die als Hauptgemengteil (mengenmäßig im Gestein dominierendes Mineral) neben Quarz (Anteil zwischen 20 bis 60 %), Mikroklin, Plagioklas-Feldspat, Muskovit, Biotit, Amphibolit und Augit vorherrschen.

Bei genauerer Betrachtung von Granit kann man erkennen, dass die hellen Mineralkomponenten in Rosa, Lachs und Weiß im Granit Feldspäte darstellen. Das dunkle Glimmermineral Biotit zeigt sich als dunkelgraue bis schwarze Kristalle, während der helle Glimmer Muskovit eine weiß-silber glänzende Färbung erzeugt, und Quarz entgegen der eigentlichen hellen Farbe grau erscheint. Der Grund dafür ist, dass Quarz aufgrund der durchsichtigen bis durchscheinenden Transparenz als „Fenster“ im Gestein fungiert, und den Eindruck grau-schattiger Mineralareale erweckt.

Teilweise können die Feldspatkristalle in Graniten eine Größe von bis zu 10 cm erreichen.
Wichtig und ausschlaggebend für die Definition von Granit ist letztlich, dass Orthoklas- gegenüber Plagioklas-Feldspat überwiegt, anderenfalls handelt es sich um Granodiorit.

Als Nebengemengteile (= Minerale im Gestein mit einem Anteil bis zu 5 %) treten im Granit u.a. Hornblende, Granat, Andalusit, Sillimanit und Cordierit auf.

Die in noch geringeren Mengen vorhandenen Akzessorien im Granit werden durch Apatit, Zirkon, Topas, Beryll, Turmalin, Titanit, Magnetit, Rutil, Hämatit, Pyrit, Monazit und Fluorit repräsentiert.

Als besondere Seltenheit gelten tintenblaue, kreisrunde Einschlüsse von Azurit in K2-Azurit bzw. K2-Granit.

Bezogen auf die feinfarblichen Unterschiede oder besonders hervortretende Mineralgehalte werden unter anderem folgende Granitvarietäten unterschieden:

  • rosa Granit
  • weißer Granit
  • porphyrischer Granit
  • graphischer Granit
  • Hornblende-Granit

Das Gefüge von Granit ist sehr kompakt und massig. Die xeno- und idiomorphen Kristalle sind unregelmäßig gelagert. Die Korngröße ist mittel- bis grobkörnig.
Die Dichte des Gesteins intrusiver Herkunft beträgt 2,6 bis 2,7 g/cm3.



granit Foto
Bild 2: angewitterter Granit vom Brocken im Harz/Deutschland


Verbreitung und Entstehung von Granit

Granit ist ein Plutonit - ein Gestein, das durch langsame Abkühlung und Erstarrung von Magma in der Erdkruste, d.h. unterhalb der Erdoberfläche entsteht.

Die Auskristallisierung der Gemengteile bzw. Minerale, aus denen Granit aufgebaut ist, wird bedingt durch mineraleigenen Schmelzpunkte. Biotit und andere dunkle Minerale sind die ersten Produkte der Kristallisation, gefolgt von Quarzen und Feldspäten.
Mächtige, aufliegende Gesteinsschichten verhindern zunächst das Aufdringen der Gesteinsschmelze an die Erdoberfläche, so dass die flüssige Gesteinsschmelze "gezwungen" ist, unterhalb der Erdoberfläche zu erstarren. Gewaltige Batholithe sind Zeugen, wie sich die granitoide Gesteinsmasse in tektonischen Verwerfungen den Weg in die obere Erdkruste gesucht haben. Nicht selten wird aufgrund der hohen Temperaturen der Gesteinsschmelze umliegendes Gestein in die Granitmasse als Xenolith integriert, ohne dass es aufgeschmolzen wird.
Erst im Zuge der Verwitterung oder anderweitiger Abtragung des Aufliegenden kommen die Granitkomplexe zutage. Der Brocken (1142 m ü. NN) im Harz ist ein Beispiel für solche Granitkomplexe.

Granit ist ein weit verbreitetes Gestein. 44 % aller kontinentalen Tiefengesteine sind Granite.
Als Fundorte bekannt sind Finnland; Schweden: Norwegen; Schwarzwald, Odenwald, Thüringer Wald, Erzgebirge, Harz, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald/Deutschland; Alpen; Böhmen/Tschechien; Vogesen, Bretagne/Frankreich: Kanada; Rocky Mountains, Appalachen/USA; Himalaya und Ural/Russland.


Bedeutung und Verwendung von Granit

Die hohe Verwitterungsbeständigkeit von Granit ist ein Grund für die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Natursteins Granit, bspw. als Bordstein, Rand- und Pflasterstein. In der Innenraumgestaltung wird Granit als Fußbodenbelag, Arbeitsplatte oder zur Fassadenverkleidung genutzt. In der Kunst gilt Granit als begehrtes Bildhauermaterial.

Ein vergleichsweise unbekannter Verwendungszweck von Granit sind Whiskeysteine, die anstelle von Eis zum Kühlen von Whiskey verwendet werden, ohne dass der Geschmack beeinträchtigt wird oder das Getränk verwässert.


Siehe auch:
Schriftgranit
Granit und Gneis unterscheiden
Schwarzer Granit



Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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