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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.06.2020


Türkis

Türkis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: turquoise | französisch: turquoise


turquoise Foto
Türkis

Inhaltsverzeichnis Türkis


Türkis - Ein himmelblaues Kupfermineral

Namensgebend für das Mineral Türkis ist die Farbe des Steins. Die französische Bezeichnung pierre turquoise – türkiser Stein wurde im 15. Jahrhundert umgewandelt in türkischer Stein als Ausdruck früher Handelsbeziehungen zwischen Persien, wo Türkise gefunden wurden, und der Türkei. Hier wurden die türkisfarbenen Steine verarbeitet und weltweit gehandelt. Die ältesten Funde von Türkisen stammen aus Ägypten und werden auf ein Alter von 8000 Jahren datiert.


Eigenschaften von Türkis

Türkise gehören mit der chemischen Zusammensetzung CuAl6(PO4)(OH)8·4-5H2O zur Mineralklasse der Phosphate.

Türkise kristallisieren nach dem triklinen Kristallsystem. Die Aggregate sind überwiegend klumpig und traubenförmig. Der entsprechende Habitus ist mikrokristallin prismatisch bis nadelig.

Der Glanz ist variabel: massige Türkise glänzen wachsartig, einzelne Kristalle oder frische Bruchstellen glänzen glasartig. Türkise verfügen über eine unvollkommene Spaltbarkeit, der Bruch ist muschelig und die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig.

Die Mohshärte beträgt 5 bis 6 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) abhängig von der Dichte, die Dichte liegt zwischen 2,6 bis 2,8 g/cm³ und wird mit geringer werdender Porosität höher.


turkis - Aufnahme des Minerals
Hellblauer Türkis

Die Farbe von Türkis

Typisch für Türkis ist die strahlend blaugrüne Farbe, möglich sind aber auch rein grüne oder blaue sowie gelbgraue Türkise.

Der deutsche Mineraloge Karl Cäsar von Leonhard (1779 bis 1862) beschrieb die Farbe von Türkis 1826 wie folgt: "smalte- und himmelblau, apfel- und pistaziengrün; durch Einfluß der Atmosphärilien mehr ins Gelbe".

Die Ursache für das charakteristische Türkis-Blau sind Beimengungen von Kupfer im Mineral; bei grünlicheren Exemplaren ist es Eisen. Oftmals sind Türkise von einem Netz schwarzer (Jaspis und Psilomelan) oder brauner (Limonit) Adern durchdrungen, die in der Mineralogie als Matrix bzw, Türkis-Matrix bezeichnet werden.

Die Strichfarbe von Türkis - die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen (Strichtafel) gestrichen wird - ist weiß bis hellgrün.

Aufgrund der Farbe kann Türkis mit vielen weiteren türkisfarbenen Mineralen verwechselt werden, allen voran Amazonit, Chrysokoll, Variscit, Hemimorphit, Lazulith, Smithsonit oder Serpentin.

Türkise reagieren empfindlich auf Sonnenlicht und hohe Temperaturen, infolge dessen verblasst die Farbe - zurückzuführen auf den Verlust des enthaltenen Kristallwassers in Türkis.

Bei Temperaturen von 250 °C, wie sie bei der Verarbeitung auftreten können, verfärben sich Türkise graugrün. Am farbbeständigsten sind iranische Türkise, die als besonders kompakt gelten. Bei der Reinigung des Minerals empfiehlt es sich, destilliertes Wasser zu verwenden, da Türkise durch Fette und Schmutzpartikel eine grüne Farbe annehmen. Die genannten Farbänderungen sind irreversibel. Schutz bietet eine Imprägnierung mit Harz oder Wachs.


Entstehung und Verbreitung von Türkis

Türkise sind Sekundärminerale – Umwandlungsprodukte bereits existenter Minerale oder Gesteine.
Voraussetzung für die Bildung von Türkis sind kupfer- und aluminiumhaltige Gesteine wie beispielsweise Malachit, Azurit, Chalkopyrit, Feldspäte und Apatit sowie Wasser. Dabei erscheinen Türkise entweder als Aggregate oder als Spaltenfüllungen.
Die Vorkommen von Türkis sind mit zahlreichen Mineralen vergesellschaftet, darunter zum Beispiel Chalcedon, Limonit, Psilomelan, Malachit und Chrysokoll.

Finden kann man Türkis bspw. in Schottland; England; Irland; Frankreich; Deutschland; Österreich; Polen; Tschechien; Russland; Spanien; Portugal; Tansania; Israel; Iran; Kasachstan; Mongolei; China; Japan; Australien; Süd-, Mittel- und Nordamerika.


tuerkis - Mineral und Kristalle
Türkis-Manipulation: eingefärbter Howlith

Verwendung und Bedeutung von Türkis

Bereits vor 8000 Jahren wurde Türkis in Verbindung mit Gold als Schmuckstein verwendet. Auch heute noch ist Türkis ein Stein, der zu Schmuck verarbeitet wird, wobei glatte Schliffe wie der Cabochonschliff im Vordergrund stehen, die die Farbe und Musterung von Türkisen hervorheben.

Während der Biedermeierzeit wurden Türkise pulverisiert als Lidschatten genutzt.
Weiterhin sind Türkise beliebte Objekt für Ziergegenstände und werden als Heilsteine/Chakrasteine gehandelt, wobei die Heilwirkung von Türkis in klinischen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden konnte.


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Eingefärbter Türkis und Gilson-Türkis

Nicht jeder Türkis, der im Handel angeboten wird, ist zu 100 Prozent echt.
Türkisfarben eingefärbte Materialien wie Emaille, Glas, Fossilienbruchstücke (sog. Knochentürkis/Odontolith), Kalkstein oder türkis umgefärbte Mineralien wie Chalcedon, Howlith, Magnesit oder Variscit werden als Türkis ausgegeben.

Eine Zwischenstellung zwischen echten Türkisen und synthetischen Steinen nehmen zusammengepresste Türkise ein.
Press-Türkis besteht aus Türkisstaub oder Türkissplittern und -bruchstücken, die bei der Verarbeitung anfallen, und mit Kunststoff zu einem großen Türkis zusammen geklebt werden.

Ebenso im Umlauf sind synthetische Türkise, die erstmals 1972 in Frankreich hergestellt wurden und nach dem Erfinder Gilson-Türkis genannt werden. Von echten Türkisen unterscheidet sich dieser unter dem Mikroskop durch die rechteckigen Kristalle und die matte, hellblaue oder grüngelbe Färbung bei Behandlung mit langwelligem UV-Licht. Aber auch unter anderen Handelsnamen sind Türkis-Imitationen bekannt, bspw. Hamburger Türkis, Wiener Türkis, Reese-Türkis, Neotürkis oder Neolith.


Echten Türkis erkennen

Die Echtheit von Türkisen kann mittels erwärmter Salzsäure und Kalilauge geprüft werden; das Mineral löst sich in beiden Substanzen auf. Wird Türkis bis auf Temperaturen von 600 °C erhitzt, zerfällt der Stein zu einem schwarzen Pulver.


Auch interessant:
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Mineralien reinigen


Quellen:
⇒ Leonhard, K. C. (1826): Handbuch der Oryktognosie: Für akademische Vorlesungen und zum Selbststudium. 2. Auflage
⇒ Zappe, J. R. (1817): Mineralogisches Handlexikon, oder alphabetische Aufstellung und Beschreibung aller bisher bekannten Fossilien, nach ihrer alten und neuen Nomenclatur und Charakteristik, ihrem geognostischen Vorkommen und ökonomisch-technischen Gebrauche, sammt der in die Ordnung des Alphabets eingeschaltenen Erklärungen der zur Charakteristik gehörenden Kunstwörter. Wien. 2. Auflage. 1. Band
⇒ Ludwig. C. F. (1803): Handbuch der Mineralogie nach A.G. Werner. Erster Theil. Oryctgnosie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH Münchenbr> - www.mindat.org - turquoise

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