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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 29.09.2020


Chalkopyrit

Chalkopyrit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chalcopyrite | französisch: chalcopyrite


Chalkopyrit Foto
Chalkopyrit

Kupferkies und Chalcopyrit

Bevor der Name Chalkopyrit Verwendung in der mineralogischen Literatur fand, war das Mineral unter der Bezeichnung Kupferkies bekannt.
Eine der ältesten Quellen dazu findet sich bei Johann Friedrich Henckel (1678 bis 1744) wieder. Der Mineraloge beschreibt 1725 in seiner Pyritologia ausführlich die Eigenschaften von "Kupfer-Kieß".
Das Synonym Kupferkies war aber auch schon zu Zeiten des deutschen Geologen und Mineralogen Georgius Agricola (1494 bis 1555) ein Begriff; genau wie der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 322 v.Chr.) bereits Funde von Chalkopyrit auf der Insel Zypern beschrieb.

. Der Begriff Chalkopyrit hingegen stammt aus der Feder von Wilhelm Ritter von Haidinger (1795 bis 1871), der das MIneral unter dem Namen Chalkopyrit in einer Darstellung des "Pyramidalen Krystallsystems" abbildet.

Das Wort Chalkopyrit setzt sich aus den beiden griechischen Vokabeln für Kupfer und Feuer zusammen und bezieht sich damit sowohl auf einen Bestandteil des Minerals als auch auf die Eigenschaft, beim Anschlag feuerartige Funken zu versprühen.


Eigenschaften von Chalkopyrit

Chalkopyrit ist ein Sulfidmineral bestehend aus CuFeS2.

Üblicherweise ist Chalkopyrit von gold- bis messinggelber Farbe; mitunter kann Chalkopyrit regenbogenfarbig schimmernd anlaufend. Trotzdessen ist die Strichfarbe grünschwarz.

Chalkopyrit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem; die verzerrten Kristalle sind tetraedrisch, wenn auch von geringer Größe. Häufig sind die Kristalle miteinander zu Zwillingen oder Viellingen verwachsen. Als Aggregat tritt das Kupfermineral massig, trauben- und nierenförmig oder keilartig auf.

Der Glanz von Chalkopyrit ist metallisch bei undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Chalkopyrit weist eine Mohshärte von 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) auf, die Dichte beläuft sich auf 4,2 bis 4,3 g/cm³.


Kupferkies - Mineral und Kristalle
Chalkopyrit

Entstehung und Verbreitung von Chalkopyrit

Chalkopyrit entsteht vorwiegend pneumatolytisch oder hydrothermal in sulfidhaltigen Lagerstätten, ist deshalb häufig in vielen Gesteinen magmatischen Ursprungs enthalten.
Kupferkies kann aber auch in Sedimentgesteinen unter Redoxbedingungen gebildet werden.

Bei fortschreitendem Kontakt mit Wasser, Sauerstoff oder wässrigen Lösungen kann das Mineral in Pyrolusit, Kupferpecherz, Buntkupferkies, Chalkanthit oder Malachit übergehen.

Die Vorkommen von Chalkopyrit werden häufig von Granit, Diorit, Porphyr, Buntkupferkies (Bornit), Fluorit, Baryt, Galenit, Kassiterit, Pyrit, Sphalerit, Quarz oder Calcit begleitet.

Aufgrund der farblichen Ähnlichkeit, des metallischen Glanzes und der Ausprägungen der Kristalle besteht Verwechslungsgefahr mit Pyrit, Markasit und Gold.

Bedeutende Chalkopyrit-Vorkommen befinden sich u.a. in Falun/Schweden; Sulitjelma, Röros, Lökken/Norwegen; Elsass/Frankreich; Sudbury, Cornwall/England; Goslar (Harz), Mansfelder Land; Freiberg (Erzgebirge), Siegerland/Deutschland; Slowakei; Agordo, Venetien/Italien; Rio Tinto/Spanien; Ostanatolien/Türkei; Ural/Russland; Kasachstan; Rumänien; Transvaal/Südafrika; Ari/Japan; Australien; Peru; Chile; Mexiko und Montana, Arizona, Idaho/USA bekannt.


kopperkis - Aufnahme des Minerals
Chalkopyrit

Bedeutung und Verwendung

Chalkopyrit ist ein begehrter Rohstoff in der Kupfergewinnung. Etwa 80 % der globalen Kupferproduktion fallen auf Chalkopyrit. Auch wenn der Kupferanteil im Mineral bei etwa 34 % liegt, wird Chalkopyrit häufiger zu wirtschaftlichen Zwecken abgebaut als Cuprit, das bis zu 90 % aus Kupfer besteht. Begründet wird dieser Umstand mit der Tatsache, dass Chalkopyrit weit verbreitet ist.


Nachweis von Chalkopyrit

Chalkopyrit ist in Salpetersäure löslich, bei Kontakt mit Salzsäure kann die Mineraloberfläche angegriffen werden, indem diese farbig anläuft. In der offenen Flamme verfärbt sich Chalkopyrit grün.


Siehe auch:
Pyritsonne
Arsenopyrit
Pyrit


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Quellen:
⇒ Henckel, J.-F. (1725): Pyritologia, oder Kieß-Historie, als des vornehmsten Minerals
⇒ Haidinger, W. (1846): Krystallographisch-mineralogische Figuren: Tafeln zu dem Handbuche der bestimmenden Mineralogie
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - chalcopyrite

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