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Granit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Granit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: granite | französisch: granite

GranitBild 1: Granit im Detail

Granit - körniger Stein; so lautet die Übersetzung des aus dem Lateinischen stammenden Namens. Angelehnt wurde die Bezeichnung Granit an das aus vielen Mineralkörnern bestehende Aussehen des Gesteins.

Eigenschaften von Granit
Granit ist ein saures, magmatisches Plutonit.
Granite erscheinen in der Gesamtheit hell, sind bei genauerer Betrachtung rosa, weiß-grau, grünlich, gelblich, dunkelgrau oder blau-weiß.
Die helle Gesteinsfarbe ist vor allem auf die im Gestein vorhandenen Orthoklas-Feldspäte (Anteil 35 bis 90 %) zurückzuführen, die als Hauptgemengteil (mengenmäßig im Gestein dominierendes Mineral) neben Quarzen (Anteil zwischen 20 bis 60 %), Mikroklin, Plagioklas-Feldspat, Muskovit, Biotit, Amphibolit und Augit vorherrschen.
Bei genauerer Betrachtung von Granit kann man erkennen, dass die hellen Mineralkomponenten in Rosa, Lachs und Weiß im Granit Feldspäte darstellen. Das dunkle Glimmermineral Biotit zeigt sich als dunkelgraue bis schwarze Kristalle, während der helle Glimmer Muskovit eine weiß-silber glänzende Färbung erzeugt, und Quarz entgegen der eigentlichen hellen Farbe grau erscheint. Der Grund dafür ist, dass Quarz aufgrund der durchsichtigen bis durchscheinenden Transparenz als „Fenster“ im Gestein fungiert, und den Eindruck grau-schattiger Mineralareale erweckt.
Teilweise können die Feldspatkristalle in Graniten eine Größe von bis zu 10 cm erreichen.
Wichtig und ausschlaggebend für die Definition von Graniten ist letztlich, dass Orthoklas- gegenüber Plagioklas-Feldspäten überwiegen, anderenfalls handelt es sich um Granodiorit.
Als Nebengemengteile (= Minerale im Gestein mit einem Anteil bis zu 5 %) treten u.a. Hornblende, Granat, Andalusit, Sillimanit und Cordierit auf. Die in noch geringeren Mengen vorhandenen Akzessorien im Granit werden durch Apatit, Zirkon, Topas, Beryll, Turmalin, Titanit, Magnetit, Rutil, Hämatit, Pyrit, Monazit und Fluorit repräsentiert.
Bezogen auf die feinfarblichen Unterschiede oder besonders hervortretende Mineralgehalte werden unter anderem folgende Granitvarietäten unterschieden: rosa Granit, weißer Granit, porphyrischer Granit, graphischer Granit, Hornblende-Granit.
Das Gefüge von Granit ist sehr kompakt und massig. Die xeno- und idiomorphen Kristalle sind unregelmäßig gelagert. Die Korngröße ist mittel- bis grobkörnig. Die Dichte des Gesteins intrusiver Herkunft beträgt 2,6 bis 2,7 g/cm3.

GranitBild 2: angewitterter Granit vom Brocken im Harz/Deutschland

Entstehung und Verbreitung von Graniten
Granit ist ein Plutonit - ein Gestein, das durch langsame Abkühlung und Erstarrung von Magma in der Erdkruste entsteht.
Die Auskristallisierung der Gemengteile bzw. Minerale, aus denen Granit aufgebaut ist, wird bedingt durch mineraleigenen Schmelzpunkte. Biotit und andere dunkle Minerale sind die ersten Produkte der Kristallisation, gefolgt von Quarzen und Feldspäten.
Mächtige, aufliegende Gesteinsschichten verhindern zunächst das Aufdringen der Gesteinsschmelze an die Erdoberfläche, so dass die flüssige Gesteinsschmelze "gezwungen" ist, unterhalb der Erdoberfläche zu erstarren. Gewaltige Batholithe sind Zeugen, wie sich die granitoide Gesteinsmasse in tektonischen Verwerfungen den Weg in die obere Erdkruste gesucht haben. Nicht selten wird aufgrund der hohen Temperaturen der Gesteinsschmelze umliegendes Gestein in die Granitmasse als Xenolith integriert, ohne dass es aufgeschmolzen wird.
Erst bei Verwitterung oder anderweitiger Abtragung des Aufliegenden kommen die Granitkomplexe zutage. Der Brocken (1142 m ü. NN) im Harz ist ein Beispiel für solche Granitkomplexe.
Granit ist ein weit verbreitetes Gestein. 44 % aller kontinentalen Tiefengesteine sind Granite.
Als Fundorte bekannt sind Finnland; Schweden: Norwegen; Schwarzwald, Odenwald, Thüringer Wald, Erzgebirge, Harz, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald/Deutschland; Alpen; Böhmen/Tschechien; Vogesen, Bretagne/Frankreich: Kanada; Rocky Mountains, Appalachen/USA; Himalaya und Ural/Russland.

Verwendung von Granit
Die hohe Verwitterungsbeständigkeit von Granit ist ein Grund für die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Natursteins Granit, bspw. als Bordstein, Rand- und Pflasterstein. In der Innenraumgestaltung wird Granit als Fußbodenbelag, Arbeitsplatte oder zur Fassadenverkleidung genutzt. In der Kunst gilt Granit als begehrtes Bildhauermaterial.

Siehe auch:
Schriftgranit
Granit und Gneis unterscheiden
Rohstoff Schwarzer Granit

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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