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Gips Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Gips - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: gypsum | französisch: gypse


Gips
Seidiger Glanz von Gips

Der Name Gips ist griechischen Ursprungs und bezeichnete in der Antike jene Minerale, die verarbeitet als Pflaster auf dem Körper getragen wurden oder als Putz Wände verkleideten.


Eigenschaften von Gips

Gips ist mit der chemischen Zusammensetzung CaSO4·2H2O ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfate.
Die Farbe von Gips kann farblos, weiß, rötlich, bräunlich, gelblich, grau, blau oder schwarz sein. Die Strichfarbe des wasserhaltigen Calciumsulfats ist weiß.
Gips kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch und flach. Die Aggregate von Gips können faserig (Fasergips), körnig (Alabaster), derb oder als Rosetten angeordnet (Wüstenrose) ausgeprägt sein. Zwillingsbildungen sind bei Gipskristallen häufig. Mitunter zeigen die Kristalle Wölbungen auf, so dass die Verwachsungen an Schwalbenschwänze erinnern (sog. Schwalbenzwillinge).
Der Glanz von Gips ist glasartig bis seidig, auf Spaltflächen auch perlmuttartig. Die Transparenz des Minerals ist durchsichtig bis undurchsichtig. Gips weist einen faserig-muscheligen Bruch und eine vollkommene Spaltbarkeit auf.
Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 ist Gips eines der Minerale mit der geringsten Härte. Die Dichte beträgt 2,2 bis 2,4 g/cm3.


Gips
Gips

Gips, Marienglas und Selenit

Marienglas und Selenit sind neben Alabaster häufig vorkommende Varietäten von Gips.
Der Name Marienglas als Varietät von Selenit hat sich für tafelartige, fensterähnliche Kristalle, die von besonders hoher Reinheit sind, das der Vergleich mit Fensterglas aufkommt, etabliert.
In der Vergangenheit wurde Marienglas als Glasersatz in der Darstellung von Ikonen, insbesondere Maria und Jesus, verwendet.


Entstehung und Verbreitung von Gips

Gips geht als Evaporationsprodukt aus der Eindunstung calciumsulfathaltiger Lösungen hervor.
Alternativ kann Gips entstehen, indem wasserfreier Anhydrit mit Wasser versetzt wird. Anhydrit ist chemisch betrachtet ebenfalls Calciumsulfat. Der einzige Unterschied zwischen Gips und Anhydrit ist das fehlende Kristallwasser im Anhydrit, das durch Wasserzugabe in das Kristallgitter eingeschlossen werden kann - in der Folge entsteht aus Anhydrit Gips.
Die Vorkommen von Gips sind mit einer Reihe weiterer Minerale vergesellschaftet, darunter u.a. Anhydrit, Calcit, Halit, Zinkblende, Galenit, Pyrit, Coelestin, Aragonit, Schwefel und Chambersit vorkommen.
Erwähnenswerte Fundorte von Gips befinden sich in England; Frankreich; Rüdersdorf bei Berlin (Brandenburg); Mansfelder Land (Staßfurt, Eisleben), Kyffhäusergebirge (Barbarossahöhle), Harz, Marienglashöhle in Friedrichroda (Thüringen), Schwäbische Alb, Kassel, Berchtesgaden (Bayern)/Deutschland; Tirol, Steiermark, Kärnten/Österreich; Polen; Toskana/Italien; Laurion/Griechenland; Russland; Spanien; Iran; Algerien; Chile; Mexiko; New York, Utah, Kansas, Dakota, Michigan/USA.


Gips
Gipskristall

Verwendung und Bedeutung von Gips

Gips wird vielseitig verwendet. In der Medizin dient das Mineral als Material für Gipsumschläge, in der Papierindustrie als Zuschlagstoff für die Herstellung selbigen und in der Bauindustrie werden aus Gips Estrich-und Stuckgips, Kitt oder Gipskartonplatten (Rigips) gefertigt.


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Nachweis von Gips

Bei Erhitzung auf Temperaturen oberhalb von 163 °C wird das im Gips enthaltene Kristallwasser freigesetzt. Die Löslichkeit von Gips ist sowohl in erwärmter Salzsäure als auch erwärmtem Wasser gegeben.


Siehe auch:
Höhlen in Deutschland: Marienglashöhle Friedrichroda
Mineralwasser
Alltägliches - Tafelkreide


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Booth, B. (1999): Steine und Mineralien. Könemann Verlag Köln
- www.mindat.org - gypsum

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Letzte Aktualisierung: 3. Juli 2019

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