Wüstenrose
Wüstenrose - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung
englisch: desert rose | französisch: rose des sables
Gipskristalle mit Wüstensand
Unter dem Namen Wüstenrose werden die Mineralien Gips oder Baryt bzeichnet, deren Anordnung der tafelförmigen Kristalle plus darin eingeschlossenem Wüstensand an Rosen erinnert.
Inhaltsverzeichnis Wüstenrose
- Eigenschaften von Wüstenrosen
- Entstehung und Verbreitung von Wüstenrosen
- Verwendung und Bedeutung von Wüstenrosen
- Nachweis von Wüstenrosen
Eigenschaften von Wüstenrosen
Wüstenrosen sind mit der chemischen Zusammensetzung CaSO4·2H2O zur Mineralklasse der kristallwasserhaltigen Sulfate.
Die Farbe von Wüstenrosen variiert zwisfchen gelb, hellbraun bis rötlich - abhängig von der Farbe des Sandes, der wiederum vor allem aus Quarz besteht.
Die Strichfarbe ist weiß.
Wüstenrosen bzw. das Mineral Gips kristallisieren im monoklinen Kristallsystem und bilden dünne, blattartige Kristalle aus Gipsspat aus, die rosettenartig um einen Knotenpunkt angeordnet sind und den Anschein einer versteinerten Rose erwecken.
Der Bruch von Wüstenrosen ist wie für Gips typisch splittrig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Der Glanz ist erdig und matt bei mehr oder weniger rauher Oberfläche der Kristalle, die Transparenz ist undurchsichtig.
Wüstenrosen sind mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) sehr weiche Minerale, die Dichte beträgt 2,32 g/cm³.
Entstehung und Verbreitung von Wüstenrosen
Wüstenrosen sind tafelförmige Kristalle aus Gips, die zu rosettenartigen Aggregaten miteinander verwachsen sind und bei denen Sand in den Kristallen eingeschlossen ist - daher auch das Synonym Sandrose.
Wüstenrosen entstehen als eine Folge der Verdunstung sulfathaltiger Lösungen, die in lockerem Sand zirkulieren. Fluffiger Sand bietet optimale Entwicklungsmöglichkeiten der Gipsspatkristalle, da keinerlei räumliche Begrenzung vorhanden ist, die das Wachstum behindern könnte. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es neben kleinen, daumennagelgroßen Exemplaren auch sehr viel größere Wüstenrosen gibt. Auffällig an Wüstenrosen ist aber nicht nur die Form, sondern auch die körnige, raue Oberfläche der Kristallflächen - zurückzuführen auf den in den Gipstafeln eingebauten Sand.
Die besten Entstehungsbedingungen herrschen in Gebieten mit ariden, heißen Wüstenanteilen.
Entsprechend häufig findet man Wüstenrosen in den Ländern der Sahara, Namibia, Teilen von Spanien und in den USA (sog. Texasrose).
Daneben ist Rockenberg in Deutschland als Fundort von Sandrosen bekannt, die nach dem hiesigen Vorkommen Rockenberger Röschen benannt werden.
Verwendung und Bedeutung von Wüstenrosen
Wüstenrosen finden teilweise Einsatz in der Gipsherstellung, sind aber vor allem begehrte Sammlerobjekte.
Nachweis von Wüstenrosen
Wüstenrosen lösen sich in Säuren auf und geben bei Erwärmung im Reagenzglas Kristallwasser frei.
Auch interessant:
- Fulgurit - Versteinerte Blitze - wenn Blitze auf Sand treffen
- Die Geschichte der Heilsteine - Von Plinius über Hildegard von Bingen bis zu den Medicinalsteinen der Apotheken
- Pseudofossilien - Fossilien, die keine sind
Quellen:
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde
⇒ www.mindat.org - Desert Rose