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Edelsteinmine Steinkaulenberg



Mineralien kann man in Deutschland vielerorts finden. In einigen Regionen sind und waren die Vorkommen an mineralischen Bodenschätzen so reichhaltig, dass diese professionell abgebaut wurden. Eine Gegend, die sich einen Namen als „Goldgrube“ für Mineralien gemacht hat, ist die Deutsche Edelsteinstraße in Rheinland-Pfalz.



Steinkaulenberg

Die Edelsteinmine Steinkaulenberg ist einer von vielen Standorten der Deutschen Edelsteinstraße. Auf einer Strecke von 70 km wird über die Geschichte, Gewinnung und Verarbeitung von Mineralien und Edelsteinen informiert – so auch am Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein.

Der Name Steinkaulenberg enthält bereits einen Hinweis auf die Vergangenheit des Steinkaulenbergs. Der Begriff Kaule ist den Lexigraphen Jacob und Wilhelm Grimm zufolge eine veraltete Bezeichnung für Grube oder Loch. Am Steinkaulenberg wurden dem Namen nach Stollen und Gruben in den Berg getrieben, um nach Steinen zu suchen.


Die Geschichte vom Steinkaulenberg

Der Steinkaulenberg wird erstmals im Jahr 1375 im Zusammenhang mit Funden von Achaten erwähnt, die anfangs rund um den Steinkaulenberg lose herumlagen.
Kurze Zeit später wurde mit dem Abbau der gebänderten Quarzvarietät begonnen, wobei laut einem Beschluß von 1497 von der gesamten Fördermenge jeder dritte Zentner (50 kg) an die Herren von Oberstein und die Landesherren abgegeben werden musste.

Die Jahre vergingen und Steinkaulenberg mitsamt den hiesigen Achaten wurde deutschlandweit bekannt. Eine Tatsache, die nicht zuletzt der Gründung der ersten Achatschleiferei im Jahr 1548 zu verdanken ist. Seinerzeit bekannte Mineralogen und Geologen kamen nach Steinkaulenberg und berichteten in ihren Überlieferungen von den Schätzen von Steinkaulenberg und der größten Achatmine Europas, darunter bspw. Karl Cäsar von Leonhard (1779 bis 1862) und August von Barnstedt.

1875 endete die Suche nach Achaten und anderen Mineralien; die Vorkommen waren erschöpft. Viele der erfahrenen Bergleute waren mittlerweile nach Brasilien ausgewandert, um in den dort nach Edelsteinen zu schürfen. In den Minen rund um Sao Leopoldo fanden sie Achate in allen erdenklichen Farben und Mustern, die obendrei leicht abzubauen waren und in reichhaltigen Mengen vorlagen. Ihre Heimat vergaßen die einstigen Idar-Obersteiner dennoch nicht.
Jacob Nöggerrath (1788 bis 1877; Mineraloge) berichtet, dass jährlich 5000 bis 6000 Zentner brasilianischer Achat Idar-Oberstein erreichten, die hier von den Virtuosen an den Schleifmaschinen kunstvoll verarbeitet wurden und dann in alle Welt verkauft wurden.

Rund 100 Jahre, nachdem am Steinkaulenberg die letzten Grubenlampen ausgegangen waren, wurden die alten Gruben zu neuem Leben erweckt. Die Gruben wurden erneuert und ein 400 m langer Stollen wurde zum Herzstück des historischen Bergwerks umfunktioniert.
Auf stillgelegten Abraumhalden haben Suchende zudem die Möglichkeit, selber nach Mineralien zu schürfen.


Die Mineralien vom Steinkaulenberg

Die Mineralien des Steinkaulenbergs sind das Zeugnis vulkanischer Aktivitäten um Idar-Oberstein vor 240 Mio. Jahren.
Die Lavaströme bzw. Reste des prähistorischen Vulkanismus´ sind heute noch anhand der Gesteine zu erkennen. Das magmatische Gestein Laterit-Andesit unterscheidet sich deutlich vom Gefüge, der Zusammensetzung und der Farbe von den Steinen der Umgebung. Laterit-Andesit ist ein Gestein, das sich eine schwarzblaue bis schwarzgrüne Farbe auszeichnet und ein porphyrisches Gefüge aufweist. In der Gesteinsmatrix befinden sich – wie für Gesteine mit porphyrischem Gefüge charakteristisch – größere Kristalle aus Feldspat; untergeordnet sind außerdem Quarze, Pyroxene und Calcit enthalten. Bei den Gesteinen der Umgebung handelt es sich um Sedimentgesteine, namentlich Konglomerate, Sandsteine und Tonsteine, in deren Gesteinskomplexe die glutheiße Lava sich ausbreitete und erstarrte.
Gefunden werden am Steinkaulenberg vor allem Quarze und dessen Varietäten – allen voran Achat, Amethyst, Chalcedon, Jaspis und Bergkristall, aber auch Zinnober/Cinnabarit und Baryt kommen am Steinkaulenberg vor.

Neben den Achaten von Idar-Oberstein zählen die Amethyste von Steinkaulenberg zu den begehrten Mineralien der Region. Das Besondere an den Steinkaulenberger Amethysten ist die intensiv violette Farbe, die einen Stich in Blaue aufweist und an den Farbton von Deep Russian Amethyst bzw. Sibrischen Amethysten erinnert.

Quarze sind Mineralien magmatischen Ursprungs und entstanden, nachdem heiße, flüssige Lava aus tieferen Erdschichten in Richtung Erdoberfläche gelangte. Die gasreiche Lava bildete blasenartige Hohlräume, die mit der Zeit erkalteten. Durch feine Risse konnten mineralstoffreiche Lösungen in den Hohlraum eindringen mit dem Ergebnis, dass im Laufe der Jahrmillionen unterschiedliche Mineralien in Drusen und Geoden auskristallisierten, deren Größe zwischen haselnussgroß und 10 bis 15 cm im Durchmesser erreicht.


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Quellen:

Letzte Aktualisierung: 29. April 2024



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