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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 09.03.2022


Falkenauge

Falkenauge - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hawk´s eye


Falkenauge - Krokydolithhaltiger Quarz

Der Begriff Falkenauge wird erstmals im Jahr 1887 von Paul Groth (1843 bis 1927; Mineraloge) erwähnt. In einer Beschreibung "Schillernde Steine" definiert Groth Falkenauge als "Krokydolith in unveränderter Beschaffenheit (>Falkenauge<)".
Unbekannt war das Mineral dennoch nicht, siehe Max Bauer (1844 bis 1917), der 1888 schreibt, dass das einstige blaue Tigerauge" "jetzt Falkenauge genannt" wird.
1896 setzt sich der Mineraloge Bauer intensiver mit der Beschreibung von Falkenauge auseinander und zieht vor allem den Vergleich mit Tigerauge. Ihm zufolge ist Falkenauge "ein Stein, der mit ihm (Tigerauge) bis auf die Farbe in jeder Hnsicht übereinstimmt". Bauer nennt insbesondere die äußeren Merkmale, wonach Falkenauge "ebenso feinfaserig und seidenglänzend" ist, nur ist die "Farbe nicht gelb, sondern dunkel indigblau".

Kurzum: Der Name Falkenauge bezieht sich auf die Farbe und das Funkeln der dunklen Augen von Falken, die sich in dem Mineral Falkenauge wiederfinden.


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Eigenschaften von Falkenauge

Falkenauge ist eine Varietät der Quarzgruppe und besteht ebenso wie deren andere Quarze, zum Beispiel Amethyst, Bergkristall und Rosenquarz, auch aus Siliciumdioxid (SiO2).

Die Farbe von Falkenauge ist im Vergleich zum verwandten Tigerauge der eindeutige Unterschied: während Tigeraugen von goldbrauner Farbe sind, weisen Falkenaugen eine bläuliche Farbe mit einem Stich ins Dunkelgraue oder -Grüne gehend auf.
Die Strichfarbe ist weiß.

Das Mineral Falkenauge kristallisiert im trigonalen Kristallsystem; die Aggregate sind massig oder faserig. Die faserige, lamellenartige Struktur von Falkenaugen kann man leicht erkennen, indem man das Mineral im Licht bewegt. Es erscheinen streifenartige Reflexionen, die in Fachkreisen als Katzenaugeneffekt oder auch Chatoyieren bezeichnet werden.

Auch wenn man Falkenauge gegen das Licht hält, ist es nicht möglich, durch das Mineral hindurchzusehen. Man spricht von undurchsichtiger Transparenz. Der Glanz von Falkenaugen ist fettig bis seidig. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte beträgt 7 bei einer Dichte von 2,64 bis 2,71 g/cm3.



Entstehung und Verbreitung von Falkenauge

Falkenaugen entsteht durch die Pseudomorphose von Krokydolith nach Quarz.

Krokydolith ist ein blaues Asbestmineral, das sich durch eine faserige Struktur auszeichnet. Trotz Verkieselung („Verquarzung“) bleiben diese Strukturen erhalten, weshalb das Mineral blau schimmert.



Verwendung und Bedeutung von Falkenauge

Falkenaugen werden insbesondere zu Schmucksteinen verarbeitet, die in Glattschliffen (Cabochons, Donuts, Trommelsteine) gehalten werden, um die Farbe und die Chatoyance von Falkenauge zu betonen. br>Ferner wird Falkenauge als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Falkenauge in wissenschaftlichen Studien belegt werden konnte.


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    Quellen:
    ⇒ Groth, P. (1887): Krystallinische Quarzaggregate. IN: Grundriss der Edelsteinkunde. Ein allgemeinverständlicher Leitfaden zur Bestimmung und Unterscheidung roher und geschliffener Edelsteine
    ⇒ Bauer, M. (1888): Ueber das sog. Tigerauge. IN: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie 1888
    ⇒ Bauer, M. (1896): Tigerauge. IN: Edelsteinkunde. Eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 1
    ⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
    ⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
    ⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
    ⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

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