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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 12.05.2021


Chrysopras

Chrysopras - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chrysoprase | französisch: chrysoprase


Chrysopras Foto
Chrysopras im Detail


Inhaltsverzeichnis Chrysopras


Chrysopras = Goldig-grüner Quarz

Dem Gelehrten Plinius d.Ä. (23 bis 79) ist die Bezeichnung Chrysopras zu verdanken. Der dem Griechischen entlehnte Name wird mit goldener Lauch übersetzt und steht für die gelbgrüne Farbe des Minerals, auch wenn heute nicht sicher ist, dass Plinius damals tatsächlich Chrysopras in den Händen hielt.



Eigenschaften von Chrysopras

Chrysopras ist mit der chemischen Zusammensetzung Si2O/Siliciumdioxid ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und im Speziellen ein Mineral, das den mikrokristallinen Quarzen zugeordnet wird.
Chemisch betrachtet ist Chrysopras deshalb u.a. mit Amethyst, Citrin, Rosenquarz, Bergkristall, Tigerauge und Opal verwandt.

Innerhalb der Quarzgruppe wird Chrysopras als Varietät von Chalcedon definiert.

Chrysopras kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind wie für mikrokristalline Quarze typisch kryptokristallin, d.h. mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, und radialstrahlig miteinander verbunden. Die Aggregate sind traubig, nierig und dicht.

Der Glanz von Chrysopras ist wachs- bis glasartig bei durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Chrysopras gehört zu den harten Mineralen – die Mohshärte beträgt 6,5 bis 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) und gilt deshalb als Schmuckstein, früher Halbedelstein, weil die für Edelsteine notwendige Härte (Mohshärte <7) nicht gegeben ist. Die Dichte von Chrysopras wird mit 2,58 bis 2,64 g/cm³ angegeben.



Chrysoprase - Mineral und Kristalle
Chrysopras

Die Farbe von Chrysopras

Wie bereits dem Namen Chrysopras zu entnehmen ist, ist das Mineral von lauchgrüner Farbe, die aber auch hell- bis mittelgrün sein kann, die im Laufe der Zeit - vor allem durch den Einfluss von Sonnenlicht - zum Verblassen neigt.

Friedrich Mohs beschrieb die Farbe von Chrysopras seinerzeit als "lichte-gelblich- und grünlich-grau", wies aber auch darauf hin, dass die typische Farbe von Chrysopras ebenfalls "apfelgrün" oder "pistaziengrün" sein kann.

Aufgrund der Farbe und Zugehörigkeit bezeichnet Mineraloge Albrecht Schrauf (1837 bis 1897) Chrysopras 1869 als "grünen Quarz" und "grünen Achat".

Die grüne Farbe von Chrysopras wird ursächlich mit im Kristallgitter eingelagerten Nickelsilikaten begründet, die von derart geringer Größe sind, dass diese selbst mikroskopisch nicht erkennbar sind.

Die Strichfarbe von Chrysopras - die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist dennoch weiß.


Zitronen-Chrysopras

Bei der Bezeichnung Zitronen-Chrysopras handelt es sich nicht um eine Varietät von Chrysopras.

Vielmehr steht der Name Zitronen-Chrysopras als Handelsname für ein Mineralgemenge bestehend aus nickelhaltigem Chalcedon sowie Magnesit.
Die Steine sind von gelbgrüner Farbe, die an Zitronen erinnert, teilweise durchzogen von schwarzen Adern, die charakteristisches Merkmal von Magnesit sind.


Entstehung und Verbreitung von Chrysopras

Chrysopras entsteht im Zuge der Verwitterung nickelhaltiger, basischer bis ultrabasischer Gesteine. Das in magmatischen oder metamorphen Gesteinen enthaltene Element Nickel wird bei der hydrothermalen Überprägung freigesetzt und wird Bestandteil auskristallisierender Chalcedonlösungen.

Chrysopras ist ein weltweit vergleichweise häufig vorkommendes Mineral; bedeutende Chrysopras-Vorkommen befinden sich u.a. in Chemnitz, Glauchau, Freiberg (Erzgebirge)/Deutschland; Frankenstein (Schlesien)/Polen; Böhmen/Tschechien; Slowakei; Ural/Russland; Kasachstan; Simbabwe; Tansania; Madagaskar; Honshu/Japan; Brasilien; New South Wales, Queensland, Westaustralien/Australien; Oregon, Vermont, New York, North Carolina, Kalifornien, Colorado, Arizona, Massachusetts/USA.



Kupferchalcedon - Aufnahme des Minerals
Chrysopras mit Muttergestein

Verwendung und Bedeutung von Chrysopras

Chrysopras ist vor allem für die Herstellung von Schmuck und Kunstgegenständen von Bedeutung.

Chrysopras in Schmuckqualität wird zu Cabochons und Kugeln geschliffen, um die Farbe des grünen Steins zu betonen.
Dabei gelten Steine von intensiv-apfelgrüner, einheitlicher Farbe als besonders begehrt.

Teilweise wird Chrysopras unter dem Handelsnamen Australische Jade verkauft.

Daneben wird Chrysopras als Wasserstein zur Herstellung von Edelsteinwasser sowie als Heilstein verkauft, mit dem bereits Hildegard von Bingen arbeitete, ohne dass in klinischen Tests die Heilwirkung von Chrysopras bestätigt werden konnte.


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Chrysopras-Rohstein und Chrysopras-Trommelstein

Der Wert von Chrysopras

Angesichts der häufigen Vorkommen gilt Chrysopras als erschwingliches Mineral, wobei der Preis bei wenigen Euro pro Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) liegt.

Ausschlaggebend für den Wert von Chrysopras ist die Qualität der Farbe, die sich über den Farbton, dessen Intensität und Gleichmäßigkeit definiert.

Schon 1860 schrieb der Mineraloge Carl Emil Kluge (1830 bis 1864) dazu, dass sich der Wert bzw. Preis von Chrysopras über die Reinheit und Farbe bemisst.
Abzüge gibt es laut Kluge bei "ölartigen, weißlichen Flecken, blassen grauen Wolken und Streifen, splittrigen Stellen und Rissen.


Nachweis von Chrysopras

Um Verwechslungen mit hellgrünem Smaragd, Jadeit, Prehnit, Türkis, Smithsonit, grünem Achat oder Variscit auszuschließen, kann die weißblaue Fluoreszenz des Minerals sowie dessen Löslichkeit in Fluorwasserstoffsäure zur Bestimmung herangezogen werden.


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Quellen:
⇒ Meinecke, J. L. G. (1805): Ueber den Chrysopras und die denselben begleitenden Fossilien in Schlesien
⇒ Kluge, C. E. (1860): Handbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Steinschneider und Juweliere
⇒ Mohs, F. (1804): Des Herrn Jac. Fried. von der Null Mineralien-Kabinet: nach einem, durchaus auf äußere Kennzeichnen gegründeten Systeme geordnet, beschrieben und durch Hinzuthuung vieler dem gegenwärtigen Zustande der Mineralogie angemessener, erläuternder Anmerkungen und nöthiger Berichtigungen, als Handbuch der Oryctognosie brauchbar gemacht. Zweite Abtheilung, Wien
⇒ Schrauf, A. (1869): Handbuch der Edelsteinkunde
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - chrysopras

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