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Siderit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Siderit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: siderite | französisch: sidérite


Siderit
Siderit

Der Name Siderit erschien in der mineralogischen Literatur erstmals im Jahr 1832, als der französische Geologe und Mineraloge François Sulpice Beudant (1787 bis 1850) das Mineral beschrieb. Der Begriff Siderit stammt aus dem Griechischen und wird mit Eisenstein übersetzt - angelehnt an die Zusammensetzung des Mineral. Aufgrund der Form der Kristalle (spatförmig) und den Eisengehalten ist auch das Synonym Spateisenstein für Siderit geläufig.


Eigenschaften von Siderit

Siderit ist mit der chemischen Zusammensetzung FeCO3 ein Vertreter der Mineralklasse der Carbonate, wird deshalb mitunter auch als Eisenkalk bezeichnet.
Das eisenhaltige Mineral ist von hellgelber bis brauner, grünlicher, gräulicher, rötlicher oder schwarzer Farbe. Letztere wird durch Beimengungen von Mangan oder Kohlenstoff bedingt. Die Strichfarbe ist weiß.
Siderit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, die Kristalle sind rhomboedrisch, prismatisch, skalenoedrisch und tafelig. Die Aggregate des Eisenspats können spätig, körnig, kompakt, traubenförmig oder oolithisch sein. Einige Aggregate treten auch in radialstrahliger Form auf, werden dann Sphärosiderit genannt.
Der Glanz des eisenhaltigen Minerals variiert zwischen glas- und perlmuttartig bis seidig bei durchscheinender Transparenz. Der Bruch von Siderit ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen ausgeprägt. Die Mohshärte beträgt 3,5 bis 4,5 bei einem spezifischen Gewicht von 3,7 bis 3,9.


Siderit
Siderit

Entstehung und Verbreitung von Siderit

Siderit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs und bildet sich vor allem in Erzgängen oder in Sedimenten. Unter Umständen entsteht dabei Toneisenstein – eine Verbindung aus Siderit und Tonen. Verwittert Siderit, läuft das Mineral metallisch-schimmernd an oder es entsteht Limonit.
Begleitende Minerale von Siderit sind neben Calcit, Zinkblende und Aragonit auch Baryt, Fluorit, Pyrit, Chalcedon, Ankerit, Dolomit, Markasit und Galenit.
Fundorte von Siderit befinden sich u.a. in Tunu, Kitaa, Ivittuut/Grönland; Smaland/Schweden; Wales; Cornwall/England; Lothringen, Bretagne/Frankreich; Siegerland (Nordrhein-Westfalen), Schmiedefeld (Thüringen), Neudorf (Harz), Erzgebirge (Sachsen)/Deutschland; Luxemburg; Schweiz; Erzberg (Steiermark), Hüttenberg (Kärnten)/Österreich; Böhmen/Tschechien; Slowakei; Kasachstan; Rumänien; Halbinsel Kola, Ural, Kaukasus/Russland; Bilbao/Spanien; Portugal; Kykladen/Griechenland; Tibet; China; Namibia; Mozambique; Angola; Algerien; Marokko; Peru; Brasilien; Bolivien; Labrador/Kanada; Maine, New Jersey, Baltimore, Maryland, Alaska, Michigan, Wisconsin, Washington, Idaho, Connecticut/USA.


Siderit
Siderit

Bedeutung und Verwendung von Siderit

Siderit zählt zu den eisenhaltigen Mineralen. Bedingt durch den 50-%igen Gehalt an Eisen ist Siderit zur Verhüttung selbigen von Bedeutung. Weiterhin ist Siderit für Mineraliensammlungen von Interesse.


Nachweis von Siderit

Siderit lässt sich auf Echtheit prüfen, indem das Mineral erhitzt wird – dabei wird Siderit magnetisch. Zudem löst sich Siderit langsam in kalter Salzsäure auf und schäumt auf bei Erwärmung der Säure.



Siehe auch:
Erz
Drusen und Geoden
Kristallwasser


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - siderite

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Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2018

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