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Silberminerale



Silber zählt seit Jahrtausenden zu den begehrtesten Metallen der Menschheit. Schon lange bevor die chemischen Eigenschaften des Elements bekannt waren, wurde Silber für Schmuck, Münzen, Gefäße und später auch für technische Anwendungen verarbeitet.



Gediegenes Silber und Silbererze

Silber kommt in der Natur sowohl als gediegenes Silber als auch in Form silberhaltiger Minerale vor.

gediegen Silber
Gediegen Silber in Lockenform

Gediegenes Silber kristallisiert häufig in Form feiner Drähte, Äste oder dendritischer Verwachsungen. Der Mineraloge Max Zängerle beschrieb die Ausprägungen von gediegenem Silber etwas detaillierter: Silber weist "meist haar-, draht-, baum- und blechförmige oder moosartige Gestalten, auch derbe Massen" auf. Typisch für Silber ist außerdem der metallische Glanz sowie die silberweiße Farbe, die laut Zängerle "häufig gelblich bis schwarz", da das Metall an der Luft mit Schwefelverbindungen reagiert und im Laufe der Zeit an der Oberfläche dunkelgrau bis schwarz wird.

Der größte Teil des weltweit geförderten Silbers stammt jedoch nicht aus gediegenem Silber, sondern aus Silbererzen. Dabei handelt es sich um Minerale, in denen Silber chemisch gebunden ist, häufig gemeinsam mit Blei, Kupfer, Zink, Antimon oder Arsen. Aus diesem Grund wird Silber heute überwiegend als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metallerze gewonnen.


Silberhaltige Minerale

Nach Angaben der International Mineralogical Association (IMA), die sich mit der Erfassung aller weltweit vorkommenden Minerale befasst, enthalten derzeit 222 anerkannte Minerale Silber als wesentlichen Bestandteil der chemischen Zusammensetzung.


Silbervorkommen weltweit

Silberhaltige Minerale sind auf allen Kontinenten verbreitet. Die wirtschaftlich bedeutendsten Lagerstätten befinden sich unter anderem in Mexiko, Peru, China, Chile, Bolivien, Australien, Polen und Russland.
Mexiko allerdings belegt seit vielen Jahren den ersten Platz unter den weltgrößten Silberförderländern.

Die meisten Silberlagerstätten werden heute gemeinsam mit Blei-, Zink-, Kupfer- oder Goldlagerstätten erschlossen, sodass Silber häufig als wertvolles Nebenprodukt gewonnen wird.


Silberreichste Minerale

Nicht alle Silberminerale enthalten gleich viel Silber.
Den höchsten Silbergehalt weisen gediegenes Silber sowie einige Sulfide und Sulfosalze auf. Dazu zählen unter anderem Akanthit, Jodargyrit, Bromargyrit, Pyrargyrit oder Proustit.
Der theoretische Silberanteil liegt bei einige Silbermineralen bei über 80 Gewichtsprozent, weshalb diese zu den wichtigsten Silbererzen der Erde zählen.
Schon der Mineraloge Reinhard Blum (1802 bis 1883) wusste im 19. Jahrhundert, dass Silber "aus sehr vielen Erzen gewonnen" wird und den "hohen Werthe des Silbers auch solche Mineralien" haben, "welche nur wenige Procente desselben enthalten", weshalb jegliche Silbererze schon in der Vergangenheit als "reiche Erze" betrachtet wurden.


Entwicklung der weltweiten Silberförderung

Der Silberbergbau spiegelt einen großen Teil der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Menschheit wider. Während Silber in der Antike und im Mittelalter nur in vergleichsweise kleinen Mengen gewonnen wurde, stieg die weltweite Förderung seit Beginn der Neuzeit und insbesondere seit der Industrialisierung stark an.
Heute werden weltweit jährlich etwa 25.000 bis 26.000 Tonnen Silber aus den Bergwerken rund um den Globus gewonnen.

Bereits im Alten Griechenland und später auch im Antiken Rom wurde ein umfangreicher Silberbergbau betrieben.
Zu den bekanntesten Abbaugebieten der Antike gehörten die Silberminen von Laurion im heutigen Griechenland. Das dort gewonnene Silber wurde vor allem zur Herstellung von Münzen genutzt und besaß eine große wirtschaftliche und politische Bedeutung. Gemessen an den heutigen Fördermengen blieb die jährliche Produktion jedoch gering und dürfte im Römischen Reich zeitweise bei einigen Hundert Tonnen gelegen haben.

Im Mittelalter nahm der Silberbergbau vor allem in Mitteleuropa an Bedeutung zu. Zahlreiche Lagerstätten im Harz, im Erzgebirge, in Böhmen und in Tirol lieferten das Metall für die wachsende Münzprägung. Viele Bergstädte wie u.a. Freiberg im Erzgebirge verdankten den wirtschaftlichen Aufstieg dem Abbau silberhaltiger Erze. Die weltweite Jahresförderung lag dennoch vermutlich weiterhin nur bei einigen Hundert Tonnen.

Einen grundlegenden Wandel brachte das 16. Jahrhundert mit der Erschließung der großen Silberlagerstätten in Mittel- und Südamerika.
Besonders bedeutend waren Potosí im heutigen Bolivien sowie Zacatecas und Guanajuato in Mexiko.
Die dort gewonnenen Silbermengen übertrafen die bisherigen europäischen Fördermengen deutlich und veränderten den internationalen Handel nachhaltig.

Das amerikanische Silber finanzierte einen erheblichen Teil des spanischen Weltreichs und gelangte über Europa und den Pazifikhandel bis nach Asien. Besonders in China bestand eine große Nachfrage nach dem Edelmetall. Zeitweise stammte ein großer Teil der weltweiten Silberproduktion aus den amerikanischen Bergbauregionen.

Im 19. Jahrhundert sorgte die Industrialisierung für einen weiteren Entwicklungsschub. Verbesserungen bei der Sprengtechnik, der Wasserhaltung, der Erzaufbereitung und der Verhüttung ermöglichten es, größere und tiefer gelegene Lagerstätten wirtschaftlich abzubauen. Gleichzeitig entstanden neue Einsatzgebiete für Silber, unter anderem in der Fotografie, der Elektrotechnik und der chemischen Industrie

. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stieg die Silberförderung erneut deutlich an. Um 1950 wurden weltweit schätzungsweise 7.000 bis 8.000 Tonnen Silber pro Jahr gefördert. Bis 1970 erhöhte sich die Menge auf etwa 10.000 Tonnen und erreichte um 1990 rund 15.000 Tonnen. Im Jahr 2000 lag die weltweite Minenproduktion bereits bei ungefähr 18.000 Tonnen, 2010 bei rund 23.000 Tonnen.

Heute stammt nur noch ein Teil des geförderten Silbers aus Bergwerken, die hauptsächlich wegen deren Silbervorkommen betrieben werden. Der größere Anteil wird als Nebenprodukt beim Abbau von Blei-, Zink-, Kupfer- und Golderzen gewonnen. Rund 29 Prozent der Produktion entfallen auf Blei- und Zinklagerstätten, etwa 28 Prozent auf Kupferlagerstätten und ungefähr 16 Prozent auf Goldlagerstätten. Primäre Silberminen tragen etwa ein Viertel zur weltweiten Förderung bei.

Die Silberproduktion hängt deshalb nicht ausschließlich vom Silberpreis ab. Auch die Nachfrage nach Kupfer, Blei, Zink und Gold beeinflusst, wie viel Silber weltweit gewonnen wird.
Werden weniger Grundmetalle gefördert, kann dadurch auch das Angebot an Silber sinken, selbst wenn die Nachfrage nach Silber hoch bleibt.

Die weltweite Minenproduktion lag 2024 bei ungefähr 25.300 bis 25.500 Tonnen. Für 2025 wird eine Fördermenge von rund 26.000 Tonnen angegeben. Damit bewegt sich die Silberproduktion in der Nähe des historischen Höchststandes.

Der langfristige Vergleich zeigt den enormen Zuwachs besonders deutlich: Zu Beginn der Neuzeit wurden weltweit vermutlich etwa 1.000 bis 1.500 Tonnen Silber pro Jahr gewonnen. Um 1900 waren es rund 5.500 Tonnen, im Jahr 2000 bereits ungefähr 18.000 Tonnen und 2025 etwa 26.000 Tonnen. Die jährliche Silberförderung ist damit heute etwa vier- bis fünfmal so hoch wie um 1900 und ein Vielfaches höher als zu Beginn der Neuzeit.


Silber und Silberminerale

Aufzählung ist nicht vollständig.

Elemente

Chilenit, Silber, Elektrum, Eugenit, Küstelit, Lunaheit, Moschllandsbergit, Norilskit, Paraschachnerit, Pratesiit, Schachnerit, Shosanbetsuit, Weishanit


Sulfide und Sulfosalze, Antimonide, Arsenide, Bismutide, Telluride

Proustit
Das Silbermineral Proustit

Agmantinit, Aguilarit, Akanthit (Silberglanz), Aguilarit, Alburnit, Allargentum, Andreadiniit, Angelait, Aramayoit, Arcubisit, Argentit, Argentocosalit, Argentobaumhauerit, Argentoliveingit, Argentopentlandit, Argentopolybasit, Argentopyrit, Argentotennantit, Argentotetrahedrit, Argyrodit, Arsenmiagyrit, Arsicioit, Auropearceit, Auropolybasit, Baiamareit, Balkanit, Barikait, Baumstarkit, Benjaminit, Bezsmertnovit, Billingsteyit, Bohdanowiczit, Borodaevit, Cameronit, Canfieldit, Capgaronnit, Carducciit, Cervelleit, Chabounéit, Chenguodait, Chrisstanleyit, Chukotkait, Cirittit, Clino-Oscarkempfit, Coldwellit, Criddleit, Crookesit, Cuboargyrit, Cuprobismutit, Cupromakopavoit, Cupromakovickyit, Cupropearceit, Danielsit, Dantopait, Debattistiit, Dervillit, Dewitit, Diaphorit (Bleisilberantimonit), Dürfeldtit, Dyscrasit (Antimonsilber, Silberspießglanz), Eckerit, Écrinisit, Empressit, Erzwiesit, Eskimonit, Eucairit, Fengruiit, Ferdowsiit, Ferrofettelit, Fettelit, Fischesserit, Fizélyit, Freibergit (Silberfahlerz), Freieslebenit, Furutobeit, Gabrielit, Geffroyit, Geuerit, Ginelfit, Giraudit, Giuscait, Gustavit, Hakit, Hanauerit, Hatchit, Henryit, Hessit, Hocartit, Holubit, Iltisit, Imiterit, Interlveingit, Izoklakeit, Jalpait, Jasrouxit, Kenoargentotennantit, Keutschit, Kitaibelit, Kravtsovit, Krennerit (Weißtellur), Kurilit, Kutinait, Laffittit, Laforetit, Larosit, Lasmanisit,Lazerckerit, Lechnerit, Lenait, Lengenbachit, Lillianit, Lingbaoit, Litochlebit, Lukkulaisvaarait,Luxembourgit, Makovickyit, Marrit, Mathildit, Mazzettiit, Mckingstryit, Meerschautit, Menchettiit, Miargyrit (Silberantimonglanz), Montpelvouxit, Morleyit, Mummeit, Muthmannit, Naumannit, Neyit, Novakit, Owyheeit, Ourayit, Oyonit, Paderait, Panskyit, Parasterryit, Pavonit, Pearceit, Pellouxit, Penzhinit, Perroudit, Petrovskait, Petrukit, Petzit, Petrukit, Pirquitasit, Polloneit, Polybasit (Eulenglanz), Proto-Owyheeit, Proustit (Arseniksilberblende), Putzit, Pyradoketosit, Pyrargyrit (Antimonsilberblende), Pyrostilpnit, Quadratit, Quatrandorit, Raberit, Ralphcannonit, Ramdohrit, Rathit, Rayit, Reckibachit, Roshchinit, Routhierit, Samsonit, Sangenaroit, Sardashtit, Schapbachit, Schirmerit, Selenodantopaot, Selenojalpait, Selenopolybasit, Selenostephanit, Sickerit, Smithit, Sopechit, Spiridonovit, Stephanit (Schwarzsilberglanz), Sternbergit, Sterryit, Stromeyerit (Silberkupferglanz), Stützit, Sylvanit, Tarutinoit,Telargpalit, Tennantit, Terrywallaceit, Tetraedrit (Graues Silbererz), Thalhammerit, Thunderbayit, Toyohait, Treasurit, Trechmannit, Tsnigriit, Tubulit, Uchucchacuait, Uytenbogaarditit, Vallouiseit, Vikingit, Volynskit, Wallisit, Xanthoconit, Xuwenyanit, Zavyalovit, Zoubekit, Zvestovit


Lengenbachit
Lengenbachit ist ein seltenes Silbermineral aus der Grube Lengenbach in der Schweiz

Halogenide

Bideauxit, Bromaryrit (Bromsilber), Boleit (Argentopercylit), Chlorargyrit, Jodargyrit (Jodsilber), Miersit, Tocornalit

Jodargyrit - Silbermineral
Das Silbermineral Jodargyrit

Oxide und Hydroxide:

Aurorit, Quetzalcoatlit


Carbonate und Nitrate

-

Borate

-

Sulfate, Chromate, Molybdate, Tellurate, Selenate, Wolframate

Argentojarosit


Phosphate, Arsenate und Vanadate

Rudabányait, Theuerdankit, Tillmannsit


Silikate und Germanate

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Quellen:

Letzte Aktualisierung: 10.07.2026



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