Logo steine-und-minerale.de


Tennantit

Arsenikalisches Fahlerz alias Tennantit

Der Name Tennantit ist dem britischen Geologen und Mineralogen William Phillips (1775 bis 1828) zu verdanken. Er benannte das Mineral 1819 nach dem britischen Chemiker Smithson Tennant (1761 bis 1815), wie aus seinen Ausführungen "Analysis of the Copper Ore" hervorgeht. Dem vorangegangen war eine Beschreibung eines bleigrauen bis eisenschwarzen Minerals unter dem Titel "Description of an Ore of Copper from Cornwall", das in Redruth in Cornwall/England gefunden wurde.


Eigenschaften von Tennantit

Tennantit - in der historischen Literatur auch Arsenfahlerz oder "arsenikalisches Fahlerz" (Kobell, 1853) - ist ein Sulfidmineral mit der allgemeinen Zusammensetzung: Cu12As4S13.
Ferner wird der Zusammensetzung nach zwischen den einzelnen Vertretern der Tennantit-Serie unterschieden:

  • Tennantit-(Cd)
  • Tennantit-(Cu)
  • Tennantit-(Fe)
  • Tennantit-(Hg)
  • Tennantit-(In)
  • Tennantit-(Mn)
  • Tennantit-(Ni)
  • Tennantit-(Zn)

Das kupferhaltige Mineral ist von mittel- bis dunkelgrauer Farbe mit einem Stich in Bläuliche oder Grüne, oder mit den Worten des Mineralogen Carl Friedrich Naumann (1797 bis 1873, Mineraloge): "schwärzlich bleigrau bis eisenschwarz" bzw. "stahlgrau" (Kobell, 1853), wobei die farblichen Feinheiten Rückschlüsse auf Einschlüsse von Metallen ermöglichen. So ist bspw. wismut- und quecksilberhaltiger Tennantit vergleichsweise hell und von gelbgrauer Farbe, währenddessen eisen- und zinkreiche Exemplare des Minerals nahezu schwarz sind.
Entsprechend variiert auch die Strichfarbe zwischen dunkelbraun, rotschwarz bis schwarz.

Tennantit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet tetraedrische Kristalle, über die der Bergmeister und Mineraloge Karl Gustav Adalbert Weissenbach (1797 bis 1846) schreibt, dass diese "im Aeußern unterscheidet sich nicht bedeutend vom Fahlerz", Fahlerz als Synonym für Tetraedrit. Die Aggregate sind massig oder körnig.

Der Glanz von Tennantit ist metallisch bei undurchsichtiger Transparenz. Eine Ausnahme stellen feinste Tennantitsplitter dar, die eine durchscheinende Transparenz aufweisen. Der Bruch ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Ähnlich wie die Farbe ist auch die Mohshärte von Tennantit abhängig von Fremdbeimengungen, weshalb die Härte im Bereich von 3 bis 4,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) schwankt. Die Dichte beträgt 4,6 bis 5,1 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Tennantit

Tennantit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs, das unter niedrig- bis mittelgradigen Temperaturbedingungen entsteht (mehr dazu siehe: Die Entstehung von Mineralen). Möglich ist aber auch die Bildung unter kontaktmetamorphen Verhältnissen (aufsteigendes Magma dringt in bestehende Gesteine ein, wandelt diese aufgrund des Einflusses der Temperatur um; Folge: Mineralumwandlungen und –neubildungen).

Dabei ist Tennantit u.a. mit Freibergit, Quarz, Dolomit, Calcit, Siderit, Fluorit, Baryt, Pyrit und Galenit assoziiert.

Tennantit ist ein weltweit sehr häufig verbreitetes Mineral, das z.B. in Skandinavien, Mittel-, Ost- und Südosteuropa, im Süden Afrikas, in weiten Teilen Asiens, Australien, Süd-, Mittel- und Nordamerika vorkommt.


Bedeutung und Verwendung von Tennantit

Aufgrund der Gehalte an Kupfer, teilweise auch Quecksilber und Eisen ist das Mineral ein bedeutendes Erz zur Gewinnung der genannten Metalle.


Nachweis von Tennantit

Tennantit löst sich in Salpetersäure auf.


Auch interessant:


Quellen:

  • Phillips, W. (1819): Description of an Ore of Copper from Cornwall: IN: The Quarterly Journal of Literature, Science, and the Arts Band 7
  • Phillips, W. (1819): Analysis of the Copper Ore. IN: The Quarterly Journal of Literature, Science, and the Arts Band 7
  • Weissenbach, K. G. A. (1831): Ueber die Gehalte der beym sächsischen Bergbau vorkommenden Silbererze. IN: Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann 1831
  • Kobell, F. v. (1853): Tennantit. IN: Tafeln zur Bestimmung der Mineralien mittelst einfacher chemischer Versuche auf trockenem und nassem Wege
  • Naumann, C. F. (1859): Tennantit. IN: Elemente der Mineralogie
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
  • www.mindat.org - Tennantite

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 09.12.2025

Mineralien-Steckbriefe