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Donnerkeil Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Donnerkeil - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: thunderstone


Donnerkeil
Bild 1: aufgespalteter Donnerkeil

Die Bedeutung des Namens Donnerkeil geht auf den germanischen Gott Donar zurück. Das Pendant zum nordischen Thor schickte als Wettergott regelmäßig Blitze auf die Erde nieder. Diese trafen der Sage nach in Sand und "versteinerten" zu Donnerkeilen.
Belemnit - das griechische Synonym - wird wortwörtlich mit Blitzgeschoß übersetzt und belegt, dass Donnerkeile nicht nur in der nordischen Mythologie fester Bestandteil waren. In zahlreichen Abbildungen wird der griechische Göttervater Zeus sowie auch das römische Gegenstück Jupiter mit einem Donnerkeil dargestellt, mit denen die Götter Blitze und Donner auf die Erde niederschickten.


Inhaltsverzeichnis


Donnerkeil
Bild 2: Donnerkeile von der Ostsee


Eigenschaften von Donnerkeilen

Belemniten bzw. Donnerkeile sind die versteinerten „Ruder“ von Kopffüßern, die vor 358 bis 70 Millionen Jahren in den damals existenten Urmeeren lebten.
Anhand fossiler Ganzkörperfunde konnte die Gestalt von sogenannten Cephalopoden rekonstruiert und die Ähnlichkeit zu den heute existenten Tintenfischen festgestellt werden. Wie die Tintenfische auch bestanden Cephalopoden aus einem Schutzkörper - Proostrakum, in welchem sich eine Art Schwimmblase (sog. Phragmokon) befand. Am hinteren Ende des Lebewesens befand sich eine, die zur Navigation im Wasser diente: das Rostrum. Jenes Rostrum war schichtartig aus dem Mineral Aragonit aufgebaut und stellt den Fossilteil dar, der als Donnerkeil bekannt ist.
Donnerkeile sind verschiedenfarbig. Am häufigsten sind Exemplare in bernsteingleichen, braungelben Farbtönen. Belemniten können aber auch dunkelbraun bis schwarz sein.
Das Mineral, aus dem Donnerkeile bestehen, ist vor allem Calcit. Einige Donnerkeile enthalten auch vollständig auskristallisierten Quarz, der im Gegensatz zu Calcit bei Behandlung mit Salzsäure nicht aufgelöst werden kann.
Die Form eines Belemnitenrostrums kann schmal, gleichförmig oder dick, unförmig sein; mitunter erinnern die Rostren an Zigarrenenden.
Die Länge von Donnerkeilen schwankt erheblich – gefunden wurden auch Exemplare mit einer Länge bis zu 15 cm.



Donnerkeil
Bild 3: Donnerkeil in Kalkstein


Donnerkeil und Donnerkeilschnecke

Trotz der namentlichen Ähnlichkeit handelt es sich bei der Donnerkeilschnecke Tylomelania perfecte nicht um eine Varietät von Donnerkeil, sondern um ein Weichtier, dessen Schale bzw. Gehäuse aufgrund der donnerkeilartigen Form an das Fossil Donnerkeil erinnert.


Entstehung und Verbreitung von Donnerkeilen

Gegen Ende der Kreidezeit kam es klimatischen Veränderungen. Die Temperaturen der Weltmeere gingen zurück und stellten mit etwa 8 °C nicht länger die gewohnte Umgebungstemperatur von 14 °C dar. In der Folge kam es zu einem Massensterben von Cephalopoden. Nach dem Ableben sanken diese auf den Grund der Kreidemeere nieder und wurden von Sand überlagert. Auf diese Weise wurde verhindert, dass Verwesungsprozesse stattfinden konnten. Durch den mit verendeten Cephalopoden durchsetzten Sand zirkulierten Lösungen, bestehend aus flüssigem Calcit oder Quarz, die über die Jahre hinweg das Material des Rostrums ersetzten.
Die meisten Vorkommen von Donnerkeilen findet man an den Stränden und Küsten von Welt- oder Binnenmeeren, darunter auch die Ostsee samt der Insel Rügen, deren Meeresgrund durch die Wellenbewegung des Wassers, vor allem durch Stürme im Frühjahr oder Herbst, aufgewühlt wird. So werden Donnerkeile aus den verborgenen Sandschichten freilegt und ans Festland transportiert.
Weitere Funde von Belemniten befinden sich eingeschlossen, förmlich einbetoniert in Kalksteinen großer Gebirge. Kalksteine sind Sedimentgesteine marinen Ursprungs und wurden durch den Rückzug des Meeres oder Gebirgshebungsprozesse an die Erdoberfläche befördert.


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Verwendung und Bedeutung von Donnerkeilen

Donnerkeile sind vor allem für Stein- und Fossiliensammler von Interesse. Die Wissenschaft nutzt Donnerkeile unter anderem, um anhand von verschiedenen Datierungsmethoden Rückschlüsse über die Geschichte und das Leben auf der Erde in der Vergangenheit zu gewinnen.
Daneben werden Donnerkeile zu Schmuck verarbeitet und als Heilstein angeboten, ohne dass die Heilwirkung von Donnerkeil in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt werden konnte.


Sonstiges

Ein anderer Name für Donnerkeile ist Teufelsfinger.



Siehe auch:
Pseudofossilien
Fossilien finden
Bonifatiuspfennige



Quellen
⇒ Reinicke, R. (2007): Steine am Ostseestrand. Demmler Verlag Schwerin
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2019

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