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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 24.04.2024


Taeniopteris Eckardtii

Taeniopteris Eckardtii - Entstehung und Herkunft

Ein Fossil mit weidenähnlichen Blättern

Die Erstbeschreibung von Taeniopteris Eckardtii stammt aus der Feder von Johann Carl Freiesleben (1774 bis 1846). 1815 beschreibt der sächsische Berghauptmann „weidenartige Blätterabdrücke“ aus dem „Mansfeldischen Refier“, die sich „matt und fahl, nur wie angehaucht“ präsentierten.

Der Mineraloge und Entomologe Ernst Friedrich Germar (1786 bis 1853) nannte die fossile Pflanze 1840, von der „nur einzelne Blätter“ gefunden wurden, „Farrenkraut“ - Farnkraut. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Exemplare von Taeniopteris Eckardtii gefunden, sodass anhand von Rekonstruktionen des Aufbaus der Pflanze tatsächlich eine Ähnlichkeit zu Farnen bestand, weshalb Taeniopteris in der Paläontologie als Farnsamer definiert wird.

Namenspate von Taeniopteris Eckardtii ist „Oberbergrath und Bergamtsdirektor Eckardt in Eisleben“ (Germar, 1840).


Eigenschaften von Taeniopteris Eckhardt

Taeniopteris Eckardtii war eine prähistorische Pflanze, die Germar zufolge „3 bis 7 Zoll lang und in der Mitte 7 bis 13 Linien breit“ waren – 7 bis 17 cm lang sowie 1,5 bis 2,6 cm. Die längsten Taeniopteris Eckardtii-Blätter messen ungefähr 20 cm und gelten als Vorgänger der rezenten Lesleya (Brandt, 2015).

Aus den historischen Ausführungen geht hervor, dass die einzelnen Blätter überwiegend sehr gut und detailliert erhalten sind. Germar verglich die Form des einzelnen Blattes mit „einer langgestreckten Ellipse“, die zum Stiel hin aber „abgestutzt“ ist. Der Vergleich mit einem Weidenblatt wie bei Freiesleben ist treffend.
Germar hielt zudem folgendes fest: der „ganzen Länge nach zieht sich eine breite Mittelrippe“ durch das Blatt, von der wiederum „einfache parallele Seitennerven entspringen unter einem Winkel von 60°“ (Goeppert, 1865).

Anhand von Altersdatierungen wird als Hauptverbreitungszeit von Taeniopteris Eckardtii auf das Obere Perm vor 259,9 bis 251,9 Millionen Jahren angegeben, wobei die Pflanze auf trockenen Standorten wuchs.


Verbreitung und Vorkommen von Taeniopteris Eckardtii

Das Mansfelder Revier als Ort der Erstbeschreibung von Taeniopteris Eckardtii ist eine Region, die sich aufgrund der Kupfervorkommen einen Namen im Bergbau gemacht hat. Allerdings handelt sich bei dem Gestein weniger um kupferhaltigen Schiefer, sondern um schiefrig aussehenden Tonstein, in dem Fossilien sehr gut konserviert werden konnten.

Tonstein als Sedimentgestein ist das Ergebnis der Ablagerung von tonigem Schlamm im einstigen Zechsteinmeer, der im Laufe von Jahrmillionen mit weiteren Sedimenten bedeckt, durch die Auflast entwässert und verfestigt wurde. Fossilien wie z.B. Kupferschieferhering oder Taeniopteris sind Beleg für die Vielfalt an Flora und Faun in der Erdgeschichte. Da Taeniopteris keine Wasserpflanze war, wird davon ausgegangen, dass einzelne Blätter mit dem Wind ins Wasser gelangten und von Sedimenten bedeckt wurden.

Neben den Vorkommen im Mansfelder Revier, das die Städte Sangerhausen, Eisleben, Mansfeld und Hettstedt in Sachsen-Anhalt umfasst, sind auch Funde bei Kassel/Hessen sowie in Middridge/England bekannt.


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Quellen:
⇒ Freiesleben, J. A. (1815): Pflanzenabdrücke. IN: Geognostische Arbeiten. Geognostischer Beytrag zur Kenntnis des Kupferschiefergebirges, mit besonderer Hinsicht auf einen Theil der Grafschaft Mansfeld und Thüringens
⇒ Kurtze, G. A. (1839): Taeniopteris Eckardti. IN: Commentatio de petrefactis quae in schisto bituminoso mansfeldensi reperiuntur
⇒ Germar, E. F. (1840): Taeniopteris Eckhardti. IN: Die Versteinerungen des Mansfelder Kupferschiefers
⇒ Brandt, S. (2015): Ein Beitrag zur Morphologie von Taeniopteris eckardtii (KURTZE 1839) – ein Farnsamer aus dem mitteldeutschen Kupferschiefer (Ober-Perm)
www.mineralienatlas.de - Taeniopteris