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Lapislazuli und Sodalith unterscheiden



Was ist Lapislazuli? Was ist Sodalith? Blaues Gestein im Vergleich mit einem blauen Mineral.



Bild 1: Lapislazuli poliert (links) und Sodalith naturbelassen (rechts)

Gemeinsamkeiten von Lapislazuli und Sodalith

Farbe

Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Sowohl Lapislazuli wie auch Sodalith sind beide von blauer Farbe, teilweise durchzogen von weißen Flecken oder Adern aus weißem Calcit. Während aber Sodalith neben blau auch farblos, rötlich, weiß, grau oder grün sein kann, ist Lapislazuli „nur“ blau; aber intensiver und leuchtender: hell- bis nachtblau, ins Violette oder Grüne gehend. Abhängig von der Herkunft sind mitunter beachtliche Unterschiede in der Blaufärbung bzw. Reinheit der Farbe zu erkennen. So ist bspw. Lapislazuli aus Afghanistan dunkelblau und solcher aus Tadschikistan wesentlich heller gefärbt. Am wertvollsten gelten königsblaue Exemplare, die keine weißen Äderungen aufweisen, dafür aber an das Funkeln von Sternen am Nachthimmel erinnernde goldfarbige Pyriteinsprenglinge zeigen.



Bild 2: Detailaufnahme Lapislazuli (links) und Sodalith (rechts)


Härte

Lapislazuli und Sodalith allein aufgrund der Mohshärte unterscheiden zu wollen, ist schwierig. Die Mohshärte beider Steine beträgt 5 bis 6.



Bild 3: Minerale, aus denen Lapislazuli u.a. besteht (Muskovit, Calcit, Sodalith, Pyrit, Lasurit)


Unterschiede zwischen Lapislazuli und Sodalith

Strichfarbe

Ein Merkmal, mit dem Lapislazuli von Sodalith am einfachsten zu unterscheiden ist. Reibt man Sodalith über ein unglasiertes Porzellantäfelchen (sog. Strichtafel), sieht man nichts.
Lapislazuli hingegen hinterlässt einen zartblauen Strich.



Gewicht

Ebenso eindeutig sind die Unterschiede hinsichtlich der Dichte. Lapislazuli ist mit einer Dichte von 2,4 bis 3 g/cm3 schwerer als das optisch ähnliche Mineral Sodalith mit 2,1 bis 2,4 g/cm3.



Glanz

Beim Glanz gibt es Differenzen, die am deutlichsten werden, wenn die Steine noch unbehandelt bzw. poliert sind.
Lapislazuli ist von Natur aus matt, kann aber so poliert werden, dass Glasglanz erreicht wird.
Sodalith weist im Vergleicht dazu bereits im naturbelassenen Zustand einen glasartigen Glanz auf; auf Spaltflächen ist der Glanz sogar fettig.



Transparenz

Hält man Lapislazuli gegen das Licht, kann man trotzdem nicht hindurchsehen. Anders verhält es sich bei Sodalith. Das Mineral ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Die Unterschiede zwischen Lapislazuli und Sodalith sind auf den ersten Blick aber minimal.



Zusammensetzung

Der größte Unterschied zwischen den Vergleichsobjekten.
Im Namen Sodalith verbirgt sich ein Hinweis auf die Zusammensetzung: Soda, abgeleitet von der englischen Vokabel Sodium für Natrium. Sodalith ist ein natriumhaltiges Silikatmineral (Na8(Al6Si6O2)Cl4). Stichwort Mineral!
Der Hauptunterschied zwischen Lapislazuli und Sodalith. Sodalith ist ein Mineral, das alle Kriterien erfüllt, um als ein solchen zu gelten. Sodalith weist eine einheitliche, stoffliche Zusammensetzung auf, ist anorganischen Ursprungs und verfügt über eine kristalline Struktur.
Wohingegen Lapislazuli den Gesteinen zugeordnet wird, da die stoffliche Einheitlichkeit fehlt. Lapislazuli ist ein Mineralgemenge, das aus verschiedenen Mineralen besteht. Namentlich handelt es sich um Lasurit, Hauyn, Diopsid, Afghanit, Amphibole (v.a. Hornblende), Feldspäte, Glimmer (v.a. Muskovit), Apatit, Titanit, Zirkon, Pyrit und Sodalith. Sodalith ist eines der Minerale, die Lapislazuli bilden.



Vorkommen

Hinsichtlich der Verbreitung und möglicher Fundorte gibt es ein Ungleichgewicht. Viele Lagerstätten des Gesteins Lapislazuli sind nicht bekannt; darunter Italien, Tadschikistan, Afghanistan, Chile, Kanada und die USA.
Sodalith ist weltweit häufiger verbreitet, so bspw. etwa in Grönland, Norwegen, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal, Ukraine, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgistan, Armenien, Afghanistan, Indien, China, Australien, Namibia, Kongo, Malawi, Brasilien, Kanada sowie in den USA.



Preis

Je nach Qualität (Intensität der Farbe, Reinheit) schwankt der Preis für Lapislazuli. Ein Kilogramm des unbehandelten Edelsteins ist ungefähr 36 bis 40 Euro wert. Im Vergleich dazu ist Sodalith kostengünstiger: naturbelassener, ungeschliffener Sodalith kostet circa 8 bis 10 €/kg.



Siehe auch:
Diamant und Bergkristall unterscheiden
Gefälschte Edelsteine und Minerale
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - sodalite
www.mindat.org - Lapis Lazuli

Letzte Aktualisierung: 28. August 2017

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