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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.01.2020


Blauschiefer

Blauschiefer - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: blueschist | französisch: schiste bleu


Blauschiefer - Glaukophanhaltiger Schiefer

Wie auch bei Grünschiefer sind es bestimmte Eigenschaften, auf die der Name Blauschiefer zurückzuführen ist – zum einen das schiefrige Gefüge und zum anderen die blaue Farbe.


Eigenschaften von Blauschiefer

Blauschiefer ist ein metamorphes Gestein, das unter hohen Druckverhältnissen bei vergleichsweise geringen Temperaturen gebildet wird.
Die Farbe von Blauschiefer ist ein Blau, das ins Gräuliche, Grüne oder Violett geht. Ursächlich ist die Farbe auf die Vormacht von Glaukophan – ein blaues Mineral –im Mineralbestand von Blauschiefer zurückzuführen; daher auch das Synonym Glaukophanschiefer.
Zu den Hauptgemengteilen von Blauschiefer zählen neben dem erwähnten Mineral Glaukophan weitere Amphibole sowie und Riebeckit. Als Nebengemengteile treten Calcit, Chlorit, Lawsonit, Epidot, Albit, Aragonit, Quarz, Disthen/Kyanit, Muskovit, Omphacit, Jadeit, Talk, Titanit, Aktinolith und Granat auf.
Das Gefüge von Blauschiefer ist schiefrig bis massig; mitunter ist eine lagenähnliche Anordnung der Minerale im Blauschiefer – ähnlich wie bei Gneis – erkennbar. Der Grund liegt in der Ausbildung der Kristalle bzw. der Aggregate im Gestein. Die Korngröße der Gemengteile ist fein- bis mittelkörnig, die Dichte beträgt 2,8 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Blauschiefer

Die Basis von Glaukophanschiefer stellen magmatische Gesteine (sowohl Vulkanite als auch Plutonite) dar, deren Chemismus basisch, d.h. kieselsäurearm ist.
Im Bereich der Subduktionszonen an Plattenrändern unterliegen die Ausgangsgesteine einer umfassenden Umwandlung (Metamorphose), die sich in Form des schiefrigen Gefüges und auch als Mineralneubildung (z.B. Granat) äußert. Die Temperatur- und Druckbedingungen, die hierbei zum Tragen kommen, liegen im Bereich der sog. Blauschieferfazies bei einem Druck von fünf bis zwölf Kilobar und Temperaturen 100 bis 400 °C in einer Tiefe von 18 bis 42 km unterhalb der Erdoberfläche.
Nennenswerte Vorkommen des relativ seltenen Gesteins existieren z.B. in Spitzbergen, Norwegen, England, Schottland, Frankreich, in den westlichen Alpen, in Griechenland, Japan sowie in den USA.


Siehe auch:
Verwitterung von Gesteinen
Kreislauf der Gesteine
Lapislazuli - Ein blaues Gestein


Quellen:
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

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Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2020

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