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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.10.2019


Sanidin

Sanidin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sanidine | französisch: sanidine


Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Sanidin gehen auf das Jahr 1808 zurück, als das Mineral in der Typlokalität (d.h. Ort der Erstentdeckung) am Drachenfels bei Königswinter entdeckt wurde. Benannt wurde das Mineral nach den griechischen Vokabeln für Tafel und Aussehen – bezugnehmend auf die tafelförmige Gestalt der Kristalle.


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Eigenschaften von Sanidin

Sanidin ist mit der chemischen Zusammensetzung KAlSi3O8 ein Vertreter der Silikatminerale, wird ferner der Feldspat-Gruppe, speziell den Alkali-Feldspäten zugeordnet und ist innerhalb der Feldspäte eine Varietät von Orthoklas.
Die Farbe von Sanidin kann sowohl farblos als auch weiß, rosa, gelb oder grau sein. Farblose Sanidinkristalle erinnern mitunter an filigrane Eiskristalle, weshalb auch die Bezeichnung Eisspat für farblose Exemplare geläufig ist. Die Strichfarbe ist weiß.
Sanidin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, tafelige oder nadelförmige Kristalle, die häufig miteinander zu Zwillingen verwachsen sind. Die Aggregate sind körnig oder massig.
Der Glanz von Sanidin ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Feldspat-Minerals ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist wie für Feldspäte typisch sehr vollkommen. Die Mohshärte beträgt 6 bis 6,5 bei einer Dichte von 2,56 bis 2,62 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Sanidin

Sanidin als Mineral magmatischen Ursprungs kristallisiert aus magmatischen Schmelzen bei Temperaturen zwischen etwa 870 bis über 1000 °C im Hochtemperaturbereich aus. Entsprechende Entstehungsbedingungen sind mitunter auch bei kontaktmetamorphen Vorgängen – aufsteigende Magma verändert durch bis zu 1300 °C heiße flüssige Gesteinsschmelzen den existenten Mineralbestand, der aufgeschmolzen wird und anschließend rekristallisiert – gegeben. Als gesteinsbildendes Mineral ist Sanidin deshalb in zahlreichen Gesteinen wie Trachyt, Rhyolith oder Phonolith vertreten.
Daneben sind die Vorkommen von Sanidin unter anderem mit Biotit und Muskovit, Plagioklas, Orthoklas, Nephelin, Quarz sowie Amphibolen wie Hornblende vergesellschaftet.
Nennenswerte Fundorte von Sanidin befinden sich bspw. in Schweden; Schottland; England; Frankreich; Oberwiesenthal, Großer Teichelberg und Eifel/Deutschland; Italien; Österreich; Tschechien; Slowakei; Türkei; Namibia; Burma; China; Australien; Bolivien; Paraguay; Mexiko; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Sanidin

Auch wenn viele Feldspat-Vertreter in der Herstellung von Porzellan zum Einsatz kommen, ist Sanidin nicht von wirtschaftlichem Interesse.
Allenfalls wird Sanidin als Schmuckstein verarbeitet, was aufgrund der sehr vollkommenen Spaltbarkeit des Minerals schwierig ist.


Nachweis von Sanidin

Sanidin ist in Flusssäure löslich.


Siehe auch:
Feldspat, Quarz und Glimmer. Die drei vergess´ ich nimmer.
Nosean
Alexander von Humboldt und die Minerale


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - sanidine

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Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2019

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