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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 02.11.2021


Sanidin

Sanidin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sanidine | französisch: sanidine


Glasiger Feldspat und Sanidin

Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Sanidin stammen aus dem Jahr 1789, damals noch unter dem Begriff "Glasiger Feldspath" - geprägt von Karl Wilhelm Nose (1753 bis 1835, Mineraloge) in seinem Werk "Orographische Briefe über das Siebengebirge", wobei das Siebengebirge, im Speziellen der Drachenfels bei Königswinter als Typlokalität von Sanidin gilt.

1808 findet sich bei Jacob Nöggerath (1788 bis 1877; Mineraloge) erstmals der Name Sandin in seiner Abhandlung "Mineralogische Studie über die Gebirge am Niederrhein" wieder. Nöggerath begründet den Namen des Minerals mit der tafelförmigen Gestalt der Kristalle (der Name Sanidin setzt sich aus den griechischen Vokabeln für Tafel und Aussehen zusammen .


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Eigenschaften von Sanidin

Sanidin ist mit der chemischen Zusammensetzung KAlSi3O8 ein Vertreter der Silikatminerale und im Speziellen ein Mineral der Feldspat-Gruppe, konkret: Alkali-Feldspäten, und ist innerhalb der Feldspäte eine Varietät von Orthoklas.

Die Farbe von Sanidin kann sowohl farblos als auch weiß, rosa, gelb oder grau sein.
Farblose Sanidinkristalle erinnern mitunter an filigrane Eiskristalle, weshalb auch die Bezeichnung Eisspat für farblose Exemplare geläufig ist.
Die Strichfarbe ist weiß.

Sanidin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, tafelige oder nadelförmige Kristalle, oder wie Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817; Mineraloge) 1810 schreibt, sind Sanidinkristalle von "glasiges Ansehn und gestreifter Oberfläche" in "Tafelgestalt" und in "vierseitigen rechtwinklichen und schiefen Säulen", wobei die Kristalle häufig zu Zwillingen miteinander verwachsen sind. Die Aggregate sind körnig oder massig.

Der Glanz von Sanidin ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Feldspat-Minerals ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist wie für Feldspäte typisch sehr vollkommen.

Die Mohshärtevon Sanidin beträgt 6 bis 6,5 bei einer Dichte von 2,56 bis 2,62 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Sanidin

Sanidin als Mineral magmatischen Ursprungs kristallisiert aus magmatischen Schmelzen bei Temperaturen zwischen etwa 870 bis über 1000 °C im Hochtemperaturbereich aus. Entsprechende Entstehungsbedingungen sind mitunter auch bei kontaktmetamorphen Vorgängen – aufsteigende Magma verändert durch bis zu 1300 °C heiße flüssige Gesteinsschmelzen den existenten Mineralbestand, der aufgeschmolzen wird und anschließend rekristallisiert – gegeben.

Sanidin ist deshalb als gesteinsbildendes Mineral in zahlreichen Gesteinen wie Trachyt, Rhyolith oder Phonolith vertreten.

Daneben sind die Vorkommen von Sanidin unter anderem mit Biotit und Muskovit, Plagioklas, Orthoklas, Nephelin, Quarz sowie Amphibolen wie Hornblende vergesellschaftet.

Nennenswerte Fundorte von Sanidin befinden sich bspw. in Schweden; Schottland; England; Frankreich; Oberwiesenthal, Großer Teichelberg und Eifel/Deutschland; Italien; Österreich; Tschechien; Slowakei; Türkei; Namibia; Myanmar/Burma; China; Australien; Bolivien; Paraguay; Mexiko; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Sanidin

Auch wenn viele Feldspat-Mineralien in der Herstellung von Porzellan zum Einsatz kommen, ist Sanidin nicht von wirtschaftlichem Interesse.
Allenfalls wird Sanidin als Schmuckstein verarbeitet, was aufgrund der sehr vollkommenen Spaltbarkeit des Minerals schwierig ist.


Nachweis von Sanidin

Sanidin ist in Flusssäure löslich.


Siehe auch:
Feldspat, Quarz und Glimmer. Die drei vergess´ ich nimmer.
Nosean
Alexander von Humboldt und die Minerale


Quellen:
⇒ Nose, K. W. (1789): Orographische Briefe über das Siebengebirge und die benachbarten zum Theil vulkanischen Gegenden beyder Ufer des Nieder-Rheins
⇒ Nöggerath, J. (1808): Mineralogische Studien über die Gebirge am Niederrhein
⇒ Klaproth, M. H. (1810): Chemische Untersuchung des glasigen Feldspaths vom Drachenfels. IN: Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper, Band 5
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - sanidine

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