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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 30.09.2021


Hämatit

Hämatit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hematite | französisch: hématite


Hämatit - Ein Eisenmineral

Hämatit – Ein Mineral mit vielen Namen: Blutstein, Eisenglanz, Specularit, Roteisenstein und Roteisenglanz sind andere, vor allem historisch geläufige Namen für das Mineral Hämatit.

Allen Bezeichnungen gemeinsam ist die Bedeutung hinter dem Namen, der sich entweder auf die Eisengehalte und/oder die Farbe von Hämatit bezieht.

Der flämische Botaniker, Chemiker und Mineraloge Anselmus de Boodt (1550 bis 1623) erklärt 1609 in seinem Werk Gemmarum et Lapidum den Ursprung des Namens Hämatit: „Haematites a sanguine nomen habet, vel quod aqua commixtus sanguincum colorem referat (…). Germanice Bluetstein vocatur. Demnach kommt der Name Hämatit von der blutroten Farbe, die sich vor allem präsentiert, wenn das Mineral mit Wasser vermischt wird. De Boodt zufolge wird Hämatit deshalb in Deutschland auch Blutstein genannt – der Übersetzung des griechisch-stämmigen Wortes folgend, die allerdings weniger auf die eigentliche Farbe des Mineral bezogen wird, sondern auf die Strichfarbe (= pulverisierter Abrieb) bzw. die intensive Blutrot von Hämatit in Pulverform.

Eigenschaften von Hämatit

Hämatit ist mit der chemischen Zusammensetzung Fe2O3/Eisenoxid ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide.

Die Farbe von Hämatit variiert zwischen schwarz bis grauschwarz und stahlgrau, aber auch braunrot.
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Farbe von Hämatit und das Eisenmineral wird aufgrund der Verwitterung rot.
Aufgrund der Farbe kann Hämatit leicht mit Kassiterit verwechselt werden. Die größte Verwechslung liegt aufgrund der Farbe, Aggregate und des Namens bei dem Mineral schwarzer Hämatit nahe. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Varietät von Hämatit, sondern um einen Handelsnamen für Psilomelan.
Die Strichfarbe von Hämatit – die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – ist blutrot.

Hämatit kristallisiert dem trigonalen/hexagonalen Kristallsystem folgend und bildet vorwiegend tafelige Kristalle, die oft als Rosetten angelegt (Eisenrosen) sind. Die Aggregate sind abhängig von den Temperaturen während der Entstehung verschieden ausgeprägt. Bei niedrigen Bildungstemperaturen entstehen tafelige, radialstrahlige Massen. Rhomboedrische, würfelartige Aggregate sind das Ergebnis der Entstehung unter hohen Temperaturen.

Der Glanz des eisenhaltigen Minerals ist metallisch, poliert intensiviert sich der Glanz und wird bunt schimmernd. Der Bruch ist uneben, faserig und muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Hämatite sind von undurchsichtiger Transparenz. An den Kanten der Kristalle und in Form von dünnen Blättchen ist die Transparenz von Hämatit rötlich durchscheinend.

Die Mohshärte von Hämatit beträgt 5,5 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Dichte schwankt zwischen 4,95 bis 5,16 g/cm3.


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Entstehung und Verbreitung von Hämatit

Hämatit kann sowohl primären als auch sekundären Ursprungs sein (Näheres: Die Entstehung von Mineralien).

Als Mineral primären Ursprungs entsteht Hämatit in Erstarrungsgesteinen.
Als Sekundärmineral geht Hämatit aus der Umwandlung eisenreicher Erze hervor, die hydrothermal überprägt wurden. In Sedimentgesteinen erscheint Hämatit als Einschluss in der Gesteinsmatrix oder als Bindemittel zwischen den gesteinsaufbauenden Mineralen.

Bedeutende Hämatit-Vorkommen befinden sich in Grönland; Skandinavien; Schottland; England; Irland; Frankreich; Deutschland; Österreich; Schweiz; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Rumänien; im südlichen Afrika; im Iran; in Russland; Afghanistan; China; Japan; Indien; Australien; Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika.

Die Funde von Hämatit sind mit einer Reihe weiterer Minerale vergesellschaftet, darunter zum Beispiel Kornerupin, Baryt, Magnetit, Pyrit und Siderit.


Verwendung und Bedeutung von Hämatit

Hämatite werden seit Jahrtausenden von Menschen genutzt. Prähistorische Höhlenmalereien belegen, dass Hämatit schon früh zum Zeichnen verwendet wurde. Ebenso kam das Mineral aufgrund der guten Farbabgabe zur Körperbemalung zum Einsatz und wird von einigen Naturvölkern zu diesem Zweck auch heute noch verwendet.
In der Antike wurde Hämatit als Spiegel genutzt. Auf Hochglanz poliert machte sich Hämatit einen Namen als Spiegelstein.
Heutzutage ist Hämatit eines der wichtigsten Industrieminerale. Dank des hohen Metallgehalts von etwa 65 % sind Hämatite von wesentlicher Bedeutung hinsichtlich der Gewinnung von Eisen.
Ebenso werden aus Hämatit Rötelstifte und rote Pigmente für die Malerei gewonnen.
Daneben wird Hämatit als Schmuckstein getragen, der vorrangig in glatten Schliffen wie Cabochons, Trommelsteine, Donuts oder Perlen gehalten wird, da das Mineral bei der Bearbeitung zum Splittern neigt. Zusätzlich werden Hämatit-Schmucksteine mit einer Versiegelung aus Harz oder Wachs versehen; das Mineral reagiert zu sensibel auf die Wärme der Körpertemperatur, Salze und Säuren. Nichtzuletzt wird Hämatit als Heilstein angeboten, wobei die Heilwirkung von Hämatit in klinischen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden konnte.


Hämatit bestimmen

Bei der Bearbeitung von Hämatit färbt sich das Schleifwasser intensiv rot. Wird Hämatit erhitzt, wird das Mineral leicht magnetisch.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ De Boodt, Anselmus (1609): Gemmarum et Lapidum Historia
⇒ Funke, C. P. (1800): Naturgeschichte und Technologie für Lehrer in Schulen und für Liebhaber dieser Wissenschaften. Fünfter Band
⇒ Schröter, J. S. (1789): Mineralogisches und Bergmännisches Wörterbuch über Nahmen, Worte und Sachen aus der Mineralogie und Bergwerkskunde. Zweiter Band. Von B bis Eisen.
⇒ Kirwan, R. (1798): Anfangsgründer Mineralogie. Zweyter Band. Salze, brennbare Körper und metallische Substanzen
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
www.mindat.org - hematite

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