Logo

Kalkstein Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Kalkstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

KalksteinAusschlaggebend für die Bezeichnung Kalkstein ist die Zusammensetzung des Gesteins.

Eigenschaften von Kalksteinen
Kalkstein ist ein dendritisches Sedimentgestein mariner (= im Meer) Herkunft.
Verschiedene mineralische und organische Beimengungen sind es, welche den eigentlich weißen Kalkstein in zahlreichen Farbgebungen vorkommen lassen. So färbt Hämatit rötlich, während Chlorit und Glaukonit Kalkstein grüner wirken lassen. Reiner, unverfälschter Kalkstein ist weiß und wird gelblich-braun durch das Vorhandensein von Siderit und Limonit im Gestein, oder erhält durch Kohle und Bitumen eine dunkelgraue bis schwarze Farbe.
Kalkstein Kalkstein wird der Zusammensetzung wegen zu den monomineralischen Gesteinen gezählt, deren Großteil der Gemengteile (= Minerale, aus denen ein Gestein besteht) von einer Mineralart dominiert wird. Im Fall von Kalkstein ist es mit einem Anteil von bis zu 95 % entweder Calcit oder Aragonit - zwei calciumcarbonathaltige Minerale. Als Nebengemengteile treten Dolomit, Feldspäte, Tonminerale, Siderit, Quarz oder Minerale der Glimmergruppe auf.
Das Gefüge von Kalkstein ist porenreich, oolithisch, muschelig, kristallin oder kompakt bei fein- bis grobkörniger Korngröße.
Die Dichte beträgt 2,70 bis 2,90 g/cm³ bei einer Gesteinshärte von 3 auf der Mohs´schen Skala.

KalksteinEntstehung und Verbreitung von Kalkstein
Kalkstein ist ein Relikt weit in die Erdgeschichte zurückreichender Überflutungen und der darin lebenden Organismen. Jene Organismen – Kalkalgen, Crustacea (Krebse), Mollusken, Brachiopoden, Foraminiferen und Korallen – lieferten nach deren Ableben oder durch Ausscheidungen in der Zeit vor 145,5 bis 65,5 Mio. Jahren das Ausgangsmaterial für die Bildung von Kalkstein. Heute noch sind mitunter Reste der genannten Organismen im Kalkstein als Fossilien enthalten. Unter dem Gewicht aufliegender Schichten und dem Verlanden des damaligen Kreidemeeres wurden die Kalkschichten entwässert und verdichtet. Zusätzlich enthaltene Minerale wie Calcit, Dolomit oder Gips bewirkten zudem die stabile Verkittung des einstigen Lockermaterials.
Der vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG e.V.) zum Gestein des Jahres 2010 erklärte Kalkstein ist ein weit verbreitetes Gestein. Der Anteil von Kalksteinen an den globalen Vorkommen aller Sedimentgesteine beträgt 10 %. Ein Teil der Alpen/Europa wird gänzlich aus dem Gestein aufgebaut, erkennbar am Namen Kalkalpen. Zudem befinden sich weitere Kalksteinvorkommen in Schweden; Dänemark; Französischer Jura/Frankreich; England; Belgien; Schwarzwald, Schwäbische Alb, Stuttgart (Baden-Württemberg), Fränkische Alb (Bayern), Hunsrück, Eifel, Westfalen, Weserbergland, Erzgebirge, Thüringer Becken, Rüdersdorf (Brandenburg)/Deutschland; Griechenland; Italien; Kroatien; Serbien; Ghana; Tunesien; Vietnam; China; Iran; Irak; Türkei; Japan und USA, wo sich gleichzeitig im US-Bundesstaat Michigan die weltweit größten Kalksteinlagerstätten befinden.

Verwendung von Kalkstein
Bereits im alten Ägypten machten sich Menschen den Naturstein zunutze und errichteten aus Kalkstein unter anderem die Pyramiden von Gizeh.
Heutzutage wird Kalkstein für die Fertigung von Fliesen, Arbeitsplatten, Fassaden- und Wandverkleidung oder als Schotter, Pflasterstein und Splitt verwendet. Weiterhin ist Kalkstein für die Herstellung von Zement, Glas, für Farbe und als Polierkörper in Zahncremes von Interesse.
Als Baumaterial im Außenbereich ist Kalkstein nur bedingt empfehlenswert, insofern saurer Regen und in der Luft enthaltene Rauchgase dem Naturstein zusetzen. Ein berühmtes Beispiel, bei dem Kalkstein als Baumaterial Verwendung fand, ist das Washington Monument in Washington/USA.
Vergleichsweise neu ist die Verwendung von Kalkstein als Material zur Herstellung von Steinpapier. Fein zermahlen wird das Sedimentgestein mit Polyethylen-Harz vermengt und zu Papier aufbereitet. Steinpapier eignet sich zum Schreiben genau wie gewöhnliches Papier, wartet aber unter anderem mit Wasserbeständigkeit auf. Zudem wird bei der Herstellung auf Wasser und die Ressource Holz verzichtet.

Nachweis von Kalkstein
Kalkstein lässt sich mit verdünnter Salzsäure auf Echtheit untersuchen – unter Schaumentwicklung löst sich Kalkstein oberflächlich auf.

Siehe auch:
Alltägliches - Steinpapier
Steckbrief Rogenstein
Merkmale von Gesteinen - Farbe
Die Entstehung von Sedimentgesteinen

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

Mineralien und Edelsteine kaufen

Gro├če Auswahl an Mineralien, Steinen, Edelsteinen

edelsteine.de besuchen

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender
Mineralien-Steckbriefe