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Die Smaragde vom Habachtal



Brasilien und Kolumbien – diese beiden Länder in Südamerika sind es, die als Abbauländer der meisten intensiv grünen Smaragde bekannt sind. Doch mit etwas Glück kann man den grünen Edelstein auch in Österreich finden. Genau genommen im Habachtal – Anlaufstelle vieler, die schon seit Jahrhunderten nach Smaragden suchen.

Das Habachtal

Das Habachtal befindet sich im Westen Österreichs im Bundesland Salzburg. Das Tal liegt außerdem im Gebirgszug Hohen Tauern und wurde nach der Ortschaft Habach benannt, die zu der Gemeinde Bramberg am Wildkogel gehört.
Ferner ist das Habachtal Teil vom Smaragdweg - ein Weg, der das Wandern mit Informationen zu Smaragden vom Habachtal verbindet.

Das Smaragdtal von Österreich

Dass es im Habachtal Smaragdvorkommen gibt, darüber weiß man schon lange bescheid. Schriftliche Überlieferungen belegen, dass bereits im Mittelalter der Klassiker unter den Edelsteinen hier gefunden und abgebaut wurde. Einen wahrhaftigen Boom erlebte das Habachtal, nachdem 1859 darüber ausführlich im „Mineralogischen Lexicon Österreichs“ über die Funde von Smaragd im Habachtal berichtet wurde.
Internationale Bekanntheit erlangten die Smaragde vom Habachtal über die Grenzen des Alpenlandes hinaus im Jahr 1862, als die wertvollen grünen Mineralien auf der Industrieausstellung in London dem Publikum präsentiert wurden.

Das lockte Investoren. 1862 wurde die Fundstelle im Habachtal 1862 von Samuel Goldschmidt, seines Zeichens Juwelier in Wien, gekauft. Damit einhergehend wurde der Abbau professionalisiert, es wurden vier Stollen errichtet, in denen nach Smaragden gesucht wurde. Aber schon wenige Jahre später fielen die Minen in britische Hände und die in London ansässige Emerald Mines Ltd. wurde 1896 neuer Eigentümer.

Über all die Jahre wurden viele zehntausend Karat Smaragd im Habachtal geborgen. Trotzdem konnten die Funde der „Habachtaler“ sowohl mengenmäßig wie auch qualitativ nicht mit denen der Konkurrenz aus dem südlichen Amerika mithalten, so dass 1913 die Lampen im Smaragdbergwerk ausgingen. Seitdem ist die Geschichte der Smaragde vom Habachtal die Geschichte immer wieder wechselnder Eigentümer. Heute ist die Smaragd-Mine in Privatbesitz und nicht für jedermann zugänglich.

Smaragde im Habachtal suchen und finden

Trotz der Schließung der Smaragdminen vom Habachtal ist es heutzutage noch immer möglich, Smaragde zu finden, insbesondere in den höheren Abschnitten der Leckbachrinne.

Allerdings sind nicht alle Steine des Habachtals smaragdhaltig. Lediglich der talk- und biotitreiche Glimmerschiefer - als Muttergestein - führt Smaragde, die Umgebungsgesteine Gneis und Amphibolit hingegen nicht. Andere Mineralien, deren Vorkommen im Habachtal dokumentiert wurden, sind zum Beispiel Pyrit, Bergkristall, Aquamarin, Citrin, Granat und Schörl (eine Turmalinvarietät).

Eine bekannte Anlaufstelle ist das Gasthaus Alpenrose, das Sammlern und Interessierten anbietet, auf dem Gelände an der Mure offiziell auf eigene Faust und mit der entsprechenden Ausrüstung ausgestattet, nach Smaragden zu suchen.

Eine weitere Attraktion ist die Nationalparkausstellung "Smaragde und Kristalle" in Bramberg. Das Museum informiert über die Geschichte des Smaragdabbaus im Habachtal, weitere Mineralien und Gesteine sowie über die Geologie der Hohen Tauern.


Siehe auch:
Berühmte Edelsteine - Stotesbury Emerald/Stotesbury-Smaragd
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
Die Schneekopfkugeln vom Thüringer Wald
Mineralien kaufen und tauschen

Quellen:
- www.sagen.at
- www.bgr.bund.de
- www.alpenrose-habachtal.at
- www.hauserhof.at
- www.geologie.ac.at
- www.museumbramberg.at

Letzte Aktualisierung: 4. April 2018




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