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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.05.2024


Brochantit

Brochantit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: brochantite | französisch: brochantite

Kristalle von Brochantit
Dünntafelige Kristalle von Brochantit (Fundort: Mansfelder Land)

Brochantit - Ein Kupfermineral

Die Entdeckung des Minerals Brochantit wird auf das Jahr 1824 datiert, als in einem Kupferstollen namens Mednorudjanskoje nahe Jekaterinenburg in Russland das bis dato unbekannte Mineral gefunden wurde.
Mit der Erstbeschreibung und Analyse von Brochantit
befasste sich dann der französische Mineraloge Armand Lévy (1795 bis 1841), der das neu entdeckte Mineral zu Ehren seines französischen Kollegen André Brochant de Villiers (1772 bis 1840) Brochantit nannte.


Eigenschaften von Brochantit

Brochantit ist mit der chemischen Zusammensetzung Cu4[(OH)6|SO4] ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfate.

Die Farbe von Brochantit ist intensiv grün – ähnlich wie Smaragd, blaugrün oder schwarzgrün bei hellgrüner Strichfarbe, wobei das farbgebende Element von Brochantit Kupfer ist.

Brochantit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind prismatisch, tafel- oder nadelförmig, die Aggregate erscheinen körnig, massig oder als krustenartiger Überzug.

Brochantit ist von glasartigem Glanz, auf frischen Spaltflächen gleicht der Glanz dem von Perlen. Das kristallwasserhaltige Mineral weist eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz auf und ist von muschelig-unebenm Bruch; die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Die Mohshärte von Brochantit beträgt 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 3,97 g/cm³.


Brochantit
Brochantit in einer Druse (Fundort: Grube Castor / Ehreshoven)

Entstehung und Verbreitung von Brochantit

Brochantit ist ein Sekundärmineral, das infogle der Verwitterung in Oxidationzone von Kupfererzlagerstätten entsteht.

Die Vorkommen von Brochantit werden von zahlreichen weiteren Mineralien begleitet, darunter u.a. Creedit, Olivenit, Clarait, Azurit, Malachit, Cuprit, Chrysokoll, Caledonit, Atacamit, Tenorit, Limonit, Cyanotrichit, Langit, Cerussit, Seladonit und Linarit.

Brochantit ist ein weltweit verbreitetes Mineral, das bspw. in Island; Norwegen; Schweden; Schottland; England; Irland - Varietät aus Krisuvig wird Krisuvigit genannt; Frankreich; Belgien; Kamsdorf, Fichtelgebirge, Goslar, Sauerland, Siegerland, Wölsendorf, Hegau und Schwarzwald/Deutschland; Schweiz; Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Griechenland; Kongo; Namibia; Russland; Kasachstan; Kirgistan; Iran; Afghanistan; Indien; Mongolei; China; Japan; Australien; Westküste von Südamerika; Mittel- und Nordamerika zu finden ist.


Bedeutung und Verwendung von Brochantit

Mitunter wird Brochantit zur Gewinnung von Kupfer abgebaut; von weitaus höherer Wichtigkeit ist Brochantit als Zeigermineral von Kupferlagerstätten.


Brochantit
Brochantit mit Azurit (Fundort: Leogang / Österreich)


Sonora Sunrise

Unter dem Handelsnamen Sonora Sunrise - gelegentlich auch Sonora Sunset - wird ein Mineralgemenge verkauft, das neben Brochantit aus den Kupfermineralien Chrysokoll, Cuprit und Tenorit besteht.
Sonora Sunrise wird in einer Mine, die im mexikanischen Teil der gleichnamigen Sonora-Wüste gelegen ist, abgebaut und vorranig zu Schmuck verarbeitet.


Nachweis von Brochantit

Brochantit ist sowohl in Salpeter- als auch Salzsäure löslich. Beim Erhitzen wird das Kristallwasser von Brochantit freigesetzt, begleitet von der Entstehung von Schwefeldioxid. Zudem verfärbt sich Brochantit beim Erhitzen schwarz.


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Auch interessant:


Quellen:

  • Lévy, A. (1824): Brochantite, a New Mineral Substance. IN: The Edinburgh Journal of Science, Vol. 1
  • Andrae, C. A. (1864): Brochantit. IN: Lehrbuch der gesammten Mineralogie
  • Bauer, M. (1886): Brochantit. IN: Lehrbuch der Mineralogie
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
  • Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
  • www.mindat.org - brochantite
    www.handbookofmineralogy.org - brochantite



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