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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.05.2024


Creedit

Creedit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: creedit


Creedit Mineral
Das Mineral Creedit

Creedit und Belyankit

Über die Entdeckung des Minerals Creedit wurde erstmals im Jahr 1916 berichtet, nachdem ein Jahr zuvor auf der Abraumhalde nahe Wagon Wheel Gap ein bis dato unbekanntes Mineral entdeckt wurde. Untersuchungen bestätigten, dass das Mineral mit dieser chemischen Zusammensetzung bislang nicht gelistet war, weshalb das Mineral in Anlehnung an die Typlokalität – die nahe gelegene Stadt Creede in Colorado/USA – den Namen Creedit erhielt.

Creedit Kristalle
Kristalle des Minerals Creedits

1950 wurde in Kasachstan ebenfalls ein vermeintlich neues Mineral entdeckt, das sich später jedoch als Creedit herausstellte und in der ältereren Literatur unter dem Eintrag Belyankit – benannt nach Dmitrii Stephanovich Belyankin – zu finden ist.


Eigenschaften von Creedit

Larsen und Wells beschrieben Creedit 1916 als ein Fluorid-Sulfat, das in der Typlokalität farblos oder von weißer Farbe ist, wobei die gefundenen Kristalle selten größer als 5 mm waren. Seit der Entdeckung wurden weitere Creedit-Vorkommen aufgepürt, die zeigen, dass die Größe einzelner Creedit-Kristalle auch im Zentimeter-Bereich liegen kann und die Farbe zudem auch orange, hellviolett bis bläulich sein kann. Die Ursache der jeweiligen Farben beruht sowohl auf Fehlern im Kristallgitter, die weiße und farblose Kristalle erzeugen, während Beimengungen von Fremdelementen in den Kristalle der Grund für die Farbigkeit von Creedit sind.

Tab. 1: Die Eigenschaften von Creedit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Ca3Al2(SO4)(F,OH)10·2H2O
Mineralklasse Halogenide
Kristallsystem
  • monoklin
  • primatische und nadelige Kristalle
  • radialstrahlige, körnige Aggregate
Farbe farblos, weiß, orange, violett, blau
Strichfarbe weiß
Glanz halbmetallisch
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
  • abnehmende Lichtdurchlässigkeit mit Intensität der Farbe
Bruch muschelig
Spaltbarkeit vollkommen
Mohshärte 4
Dichte 2,71 bis 2,73 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Creedit

Die Vorkommen von Creedit stehen im Zusammenhang mit hydrothermal überprägten Fluorit-Lagerstätten, die unter anderem mit Allophan, Aurichalcit, Baryt, Brochantit, Cuprit, Cyanotrichit, Fluorit, Gearksutit, Hemimorphit, Hydrozinkit, Limonit, Linarit, Pyrit, Smithsonit, Spangolith und Woodwardit sowie Quarz (Chalcedon und Opal) vergesellschaftet sind.

Creedit Nahaufnahme
Nahaufnahme eines Creeditminerals (Fundort: La Navidad, Mexiko)
Aufgrund der weltweit wenigen Vorkommen wird Creedit als seltenes Mineral eingestuft, das zum Beispiel in Frankreich, Italien, Griechenland, Kasachstan, Tadschikistan, Südafrika, China, Argentinien, Bolivien, Mexiko und in den USA gefunden wird.


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Quellen:

Mineralien-Steckbriefe