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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 14.03.2020


Grauwacke

Grauwacke - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: greywacke | französisch: grauwacke


Grauwacke, Goethe und ein Harzer Gestein

Der Name Grauwacke wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Harzer Bergbau für Gesteine verwendet, die minderwertig oder taub, d.h. keine wirtschaftlich verwertbare Mineralien oder abbauwürdiges Erz aufwiesen.
Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) war die Graue Wacke vom Harz 1784 ein Begriff. In seinen Aufzeichnungen „Über den Granit“ weist der Dichter und Naturforscher auf die Verwechslungsgefahr mit Granit hin.


Eigenschaften von Grauwacke

Definition: Grauwacke ist ein Sedimentgestein detritischer Klassifikation und mariner Herkunft, die während des Paläozoikums (vor 541 bis 252 Mio. Jahren) entstanden sind.

Ferner steht der Begriff Grauwacke in der Gelogie im Zusammenhang mit Gesteinen, die in der gleichnamigen stratigraphischen Einheit, die im Unterkarbon entstanden sind.

Der geologischen Definition zufolge ist Grauwacke ein Gestein, das zu den Sandsteinen zählt und sich durch einen hohen Anteil an Quarz und Feldspäten auszeichnet, und zudem ein Alter von mindestens 250 Mio. Jahren (Paläozoikum) oder älter aufweist.

Wie aus dem Namen Grauwacke hervorgeht, ist das Gestein von hell- bis dunkelgrauer Farbe, kann aber auch braun- oder grüngrau sein - abhängig von der chemischen Zusammensetzung der Gemengteile bzw. vom Mineralbestand des Gesteins.

Die Zusammensetzung von Grauwacke wird hauptsächlich bestimmt durch einen hohen Anteil an Quarz (28 bis 53%), gefolgt von Feldspat (25 bis 47%), insbesondere Albit, GlimmermineralenMuskovit und Biotit - (4 bis 21%), Chlorit (4 bis 25%), Karbonate (bis zu 6%) und akzessorische Gemengteile wie Pyrit, Apatit und Zirkon.

Angelehnt an die dominierenden mineralischen Bestandteile von Grauwacke wird zwischen

  • Quarzwacke
  • Feldspatwacke
  • lithischer Wacke

unterschieden.
Das Merkmal von lithischer Wacke sind auffällige größere Fragmente von Gesteinen, die in der Matrix vorhanden sind. Eingebettet sind die Bestandteile von Grauwacken in einer Gesteinsgrundmasse aus Ton- und Glimmermineralen, weshalb das Gestein oftmals einen tonigen Geruch aufweist.

Die Korngröße der aufbauenden Gesteinsbruchstücke ist fein- bis mittelkörnig bei eckig-kantiger Kornform. Im Gegensatz zur locker verfestigten, ähnlichen Arkose sind die Bestandteile unsortiert, fest miteinander zementiert. Fossilien sind in Grauwacken eine Seltenheit, bspw. vorhanden sind Seelilien/Crinoiden (siehe dazu auch: Bonifatiuspfennig).

Die Dichte von Grauwacke beträgt 2,60 bis 2,63 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Grauwacke

Die europäischen Grauwacken entstanden im Karbon vor ca. 350 Mio. Jahren aus dem Verwitterungsschutt einstiger Gebirge wie bspw. den Varisziden.

Das infolge der chemischen und/oder physikalischen Verwitterung abgetragene, zerkleinerte Gesteinsmaterial wurde in die damaligen Meere verlagert und unter der Auflast folgender Sedimente sowie zirkulierender Bindemittel diagenetisch zu einem Hartgestein verfestigt (siehe auch: Die Entstehung von Sedimentgesteinen).

Die Vorkommen von Grauwacke erstrecken sich über viele Teile der Erde. Nennenswerte Funde in Deutschland wurden im Frankenwald, Thüringer Schiefergebirge, Harz, Lausitz, Vogtland, Rhön, Rheinischen Schiefergebirge und in den Alpen dokumentiert, wo Grauwacke mitunter auch in Steinbrüchen abgebaut wird. Bedeutende Grauwacke-Vorkommen in Österreich befinden sich in der Steiermark, Vorarlberg und Tirol (Grauwackenzone).


Bedeutung und Verwendung von Grauwacke

Grauwacke ist ein hartes Gestein, das vergleichsweise verwitterungsresistent ist. Deshalb findet Grauwacke nicht nur Verwendung im Garten, bspw. in Form von Mauersteinen bei der Gestaltung einer Natursteinmauer, auch Pflastersteine, Splitt und Schotter werden aus Grauwacken hergestellt. Daneben hat sich Grauwacke als Naturstein für Arbeitsplatten, für die Fassadengestaltung, als Fensterbank für die Gestaltung von Aquarien bewährt.


Auch interessant:
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Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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