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Granat Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Granat - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: garnet | französisch: grenat


Granat
Granat

Das Mineral Granat wurde erstmals von Plinius d.Ä. (25 bis 79 n.Chr.) erwähnt, der die roten Steine nach dem Fundort Alabanda/Türkei carbunculus alabandicus benannte.
Erst um 1250 differenzierte der deutsche Gelehrte Albertus Magnus (1200 bis 1280) jene roten Granatsteine, die unter dem Namen carabunculus zusammengefasst waren, und benannte die Gruppe granatus - körnige Steine (lat.: granum = Korn): angelehnt an die Form der Aggregate des Minerals.



Eigenschaften von Granat

Unter dem Namen Granat wird in der Mineralogie eine Gruppe von Mineralien mit gleichen optischen und physikalischen Eigenschaften und verallgemeinerbarem Chemismus definiert. Die chemische Zusammensetzung von Granat wird über die allgemeine Summenformel A3B2[SiO4]3 angegeben, wobei A durch zweiwertiges Calcium, Eisen, Magnesium und Mangan substituiert werden kann, B durch dreiwertiges Eisen, Aluminium, Chrom oder Titan ersetzt werden.
Der Zusammensetzung entsprechend werden die Endglieder der Granatgruppe in Aluminiumgranat (Pyralspit-Reihe) sowie Calciumgranat (Ugrandit-Reihe) unterschieden.

Tabelle: Einteilung der Granatgruppe
ReiheMineralZusammensetzungFarbe
Pyralspit-Reihe (Aluminiumgranat)
  • Mg3Al2[SiO4]3
  • Fe3Al2[SiO4]3
  • Mn3Al2[SiO4]3
  • dunkelrot, violett, rotschwarz
  • rot, schwarz, rotbraun
  • gelb, orange, orangebraun
Urgandit-Reihe (Calciumgranat)
  • Ca3Al2[SiO4]3
  • Ca3Fe2[SiO4]3
  • Ca3Cr2[SiO4]3
  • farblos, gelb, grün, rosa, braun
  • rot, gelb, grün, schwarz
  • smaragdgrün


Die Endglieder der beiden Aluminium- und Calciumreihe werden um zusätzliche Varietäten ergänzt, sodass die in der Tabelle aufgeführten Mineralien nicht alle Vertreter der Granatgruppe darstellen. So zählen bspw. Topazolith, Demantoid, Goldmanit, Hydrogrossular, Calderit, Knorringit und Skiagit ebenfalls zur Granatgruppe.
Granate werden der Systematik der Mineralien zufolge den Silikatmineralien zugeordnet.
Die Farbe von Granat ist überwiegend rot, kann aber auch - je nach Varietät - rosa, rotviolett, braun, dunkelgrau, grün oder farblos sein. Als alleiniges Bestimmungsmerkmal der einzelnen Granatvertreter kann die Farbe nicht herangezogen werden. Viele Farben kommen unter den einzelnen Granat-Mineralien mehrfach vor.
Die Strichfarbe von Granat ist trotz der vielen Farben immer weiß.
Granate kristallisieren im kubischen System, wobei die Kristalle in kugeligen oder einzeln aufgewachsenen Aggregaten erscheinen.
Der Glanz von Granat ist glasartig bis fettig bei durchsichtiger, durchscheinender oder undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch von Granat wird als muschelig bis spröde splitternd beschrieben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Die Mineralien der Granatgruppe sind vergleichsweise harte Minerale: Die Mohshärte variiert zwischen 6,5 und 7,5. Die Dichte beträgt 3,4 bis 4,5 g/cm³.


Blauer Granat

Der älteren Literatur zum Thema Mineralogie folgend sind bei dem Mineral Granat alle Farbgebungen mit Ausnahme von blau möglich.
Die Entdeckung von Blauen Granaten und Farbwechselgranaten, u.a. in blauer Farbe, widerlegen diese Aussagen. Die ersten blauen Granate wurde 1998 in Bekily/Madagaskar gefunden. Die blaue Farbe ist eingehenden Untersuchungen zufolge mit Vanadium- und Chromgehalten zu erklären (Näheres siehe: Steckbrief Blauer Granat).


Granat
Granat in Glimmerschiefer


Entstehung und Verbreitung von Granat

Granat entsteht auf verschiedene Weise. Am häufigsten ist Granat metamorpher Herkunft, d.h. Granat ist ein Mineral, das unter hohen Temperatur- und/oder Druckverhältnissen gebildet wird. Entstehungsbedingt sind die Vorkommen von Granat an entsprechende metamorphe Gesteine wie Schiefer oder Marmor gebunden. Daneben wurden Funde von Granat beschrieben, die im Zusammenhang mit vulkanischen Gesteinen entdeckt wurden.
Zudem ist Granat mineralischer Bestandteil zahlreicher Gesteine (Gesteine werden von Mineralen aufgebaut), u.a. ist Granat in Glimmerschiefer, Gneis, Pegmatiten, Eklogit und Dolomit vertreten.
Granate sind weltweit sehr häufig vorkommende Mineralien, die auf allen Kontinenten zu finden sind.
Im Handel werden Granate teilweise im Namen um die Herkunft ergänzt, bspw. Tocantin-Granat, Mosambik-Granat oder Lindi-Granat.



Granat
Almandin im Ovalschliff

Verwendung und Bedeutung von Granat

Granat ist vorwiegend als Edelstein in Gestalt von Granatschmuck von Bedeutung. Ebenso bedeutend ist pulverisierter Granatsand in der Industrie, wo das Mineral als Poliermittel benutzt wird.
Daneben wird Granat als Chakrastein/Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Granat und anderen Heilsteinen auf die Gesundheit von Körper und Psyche in klinischen Studien bewiesen werden konnte.



Nachweis von Granat

Granate sind Säuren gegenüber sehr resistent, fluoreszieren nicht und weisen auch keinen Pleochroismus auf.



Sonstiges

Der Granat gilt zusammen mit Rosenquarz als Monatsstein bzw. Geburtsstein für den Januar.


Karfunkelstein Granat

Lange Zeit, bevor die Mineralien Rubin, roter Spinell und die Granat-Varietäten Pyrop und Almandin als eigenständige Mineralien identifiziert wurden, wurden diese roten Steine unter dem Namen Karfunkelstein zusammengefasst.
Der Name Karfunkelstein ist lateinischen Ursprungs und wird mit brennende Kohle übersetzt, da die dunkle rotschwarze Farbe von Granat an selbige erinnert.
Karfunkelsteine waren im Mittelalter von hoher Bedeutung als Heilstein. Bereits Hildegard von Bingen arbeitete in ihrer Lithotherapie mit Karfunkelsteinen, ohne diese genauer zu benennen.


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Siehe auch:
Almandin (Granat) und Magnetit unterscheiden
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
Rote Diamanten - Fancy Diamanten
Merelanit Mint Granat
Granatoid, YAG und Granat, der keiner ist


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
- www.mindat.org/min-1651.html

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Letzte Aktualisierung: 26. November 2019

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