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Gelbe Diamanten



Derzeit erobert eine Diamantenfarbe die Schmuckbranche: gelb. Die Farbe ist einzigartig, der Glanz brillant und im Vergleich zu weißen oder anderen Farbdiamanten sind gelbe Diamanten zu erschwinglichen Preisen zu bekommen.

Fancy Diamanten

Gelbe Diamanten werden in Fachkreisen zu den Farbdiamanten oder auch Fancy Diamanten gezählt. Im Handel werden unter dem Namen Fancy Diamanten farbige Diamanten verstanden – Diamanten, deren Farbe nicht weiß ist.
Angesichts der Tatsache, dass auch weiße Diamanten einen mehr oder weniger deutlich ausgeprägten Stich ins Gelbe oder Blaue aufweisen können, kann mittels Farbtabellen eindeutig definiert werden, ob es sich um einen Fancy Diamanten oder einen weißen Diamanten handelt. Jene Farbtabellen zur Bestimmung bzw. genauen Angabe der Farbe von weißen Diamanten wurden im mittleren 20. Jahrhundert vom Gemological Institute of America (GIA)** angefertigt und besitzen auch noch Gültigkeit.
Jedes Jahr werden in den weltweit aktiven Diamantminen Diamanten in Höhe von ca. 130 Mio. Karat gewonnen. Der Anteil farbiger Diamanten an der Gesamtfördermenge beträgt 0,01 Prozent. Unter allen Farbdiamanten sind gelbe und braune Diamanten, die am häufigsten vorkommenden Farbdiamanten. Farbige Diamanten in grau, schwarz, orange, violett, rot, pink, blau und grün sind seltener, wobei die vier zuletzt genannten Farben zu den seltensten Fancy Diamanten zählen.


Die Farbe von gelben Diamanten

Für den Laien ist der Unterschied zwischen einem gelbstichigen weißen Diamanten und einem pastellgelben Diamanten schwer zu erkennen.
In der Tat ist der Übergang zwischen weißen Diamanten mit Gelbstich und gelben Diamanten fließend. Dennoch wird gemäß GIA genau definiert, ab welcher Tonhöhe ein Diamanten als gelber Diamant gilt und welche Farbe noch als weißer Diamant gewertet wird.
Bei der Bewertung von Diamanten ist den 4C entsprechend (Farbe/Color, Cut/Schliff, Reinheit/Clarity und Gewicht/Carat) ein Kriterium die Farbe, die in Form der Buchstaben D bis Z angegeben wird. D-Diamanten gelten als die farblich qualitativ hochwertigsten; die Farbe wird bisweilen auch als hochfeines Weiß+ bezeichnet. Diamanten mit einem Gelbstich beginnen im Farbschlüssel der GIA ab dem Buchstaben M. M- bis R-Diamanten sind von sehr hellgelber Farbe, bei Diamanten der Farbe S bis Z ist der Gelbton intensiver.
Scheinbar weiße Diamanten mit Gelbstich, die nicht in die Farbskala der GIA „passen“, werden zu den Farbdiamanten gezählt. Der Unterschied zwischen einem weißen, gelbstichigen Diamanten und einem sehr hellen gelben Diamanten ist oftmals nur im direkten Vergleich erkennbar.

Die Bezeichnung der Farbe von gelben Diamanten wird wie bei anderen Farbdiamanten detailliert aufgeschlüsselt.
Die Angabe der Farbe Gelb entspricht der Primärfarbe eines Farbdiamanten – die Farbe, die man zuerst sieht. Hinzu kommt der Oberton, der einen wesentlichen Einfluss auf die Gesamterscheinung der Farbe hat. Durch den Oberton kann die Primärfarbe in der Leuchtkraft unterstützt werden oder der Diamant erscheint „angeschmutzt“. Bei gelben Diamanten kann der Oberton ins Orangefarbene, Grüne, Braune oder Graue gehen, wobei reingelbe Diamanten als diejenigen von höchster Farbqualität gelten. In Fachkreisen werden solche Diamanten in kräftigen Gelbtönen – angelehnt an die Ähnlichkeit der Farbe mit Kanarienvögeln – als Canaries oder Kanariengelbe Diamanten bezeichnet.
Hinzu kommt das Prädikat der Farbsättigung, die von fancy light über fancy und fancy dark bis zu fancy deep sowie fancy intense und fancy vivid am intensivsten bzw. kräftigsten wird.

Neben naturbelassenen gelben Diamanten werden zusätzlich behandelte Diamanten angeboten. Als die gängigsten Methoden der Farbbehandlung gelten HPHT und die Bestrahlung. Farblose, hellgelbe oder hellbraune Diamanten lassen sich durch diese beiden Verfahren in strahlend gelbe Diamanten verwandeln. Während bei HPHT die Farbveränderung mittels hohen Druck und hohe Temperaturen (High Pressure High Temperature) erfolgt, wird bei der Bestrahlung auf den Einsatz von farbverändernden Ionen gesetzt. Derartige Veränderungen der Ursprungsfarbe müssen beim Kauf von Diamanten kenntlich gemacht werden, bspw. in Form von behandelter Diamant, erhitzter Diamant, bestrahlter Diamant oder farbveränderter Diamant.


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Die Ursache der Farbe von gelben Diamanten

So vielfältig die Farben von Fancy Diamanten sind, so sehr variiert auch der Grund für die Farbe. Die Farbe von gelben Diamanten ist auf Einschlüsse von Stickstoff im Kristallgitter des Minerals zu erklären, die in Form von sog. Lines angeordnet sind. An diesen Linien wird das Licht absorbiert und die gelbe Farbe des Steins erzeugt. In diesem Zusammenhang fällt mitunter der Begriff Cape Lines – bezugnehmend auf die Bezeichnung der ersten Funde von gelben Diamanten in der ehemaligen Kapprovinz in Südafrika.


Natürliche Vorkommen von gelben Diamanten

Die meisten gelben Diamanten werden in Südafrika gefunden. Als in den 1860er Jahren größere Vorkommen in Südafrika entdeckt wurden, war die Begeisterung hoch. Gelbe Diamanten galten zu dieser Zeit als eine Rarität und wurden nur wenig in den seinerzeit bestehenden Minen in Indien und Australien geborgen. Weitere Vorkommen von gelben Diamanten existieren in Russland, Angola, Sierra Leone und Brasilien, wobei die sogenannten Cape Diamanten (cape diamonds) aus Südafrika und die Zimmy-Diamanten aus Sierra Leone dank der leuchtend gelben Farbe als die hochpreisigsten gelben Diamanten gehandelt werden.


Berühmte gelbe Diamanten

  • Alnatt
    Der Alnatt-Diamant stammt aus der Premier-Diamantenmine** in Südafrika und tauchte erstmals in den 1950er Jahren im Weltgeschehen auf. Der Diamant wurde nach seinem einstigen Besitzer Alfred Ernest Alnatt, ein Geschäftsmann aus England, benannt. Der intensiv gelbe Diamant (fancy vivid yellow) wiegt 101,29 Karat und ist im Kissenschliff gehalten. 1996 wurde der Alnatt-Diamant für 3 Mio. US-Dollar versteigert.
  • Florentiner
    Der Florentiner-Diamant zeichnet sich durch seine hellgelbe Farbe mit grünem Oberton aus. Der Diamant stammt aus Indien und wechselte seit Ende des 15. Jahrhunderts immer wieder den Besitzer. 1737 gelangte der Stein in die Hände des Großherzogs von Österreich, Franz Stephan von Lothringen (1708 bis 1765). Angelehnt an den neuen Aufenthaltsort und Besitzer des gelben Diamanten ging der Diamant auch unter den Namen „Großherzog der Toskana“ und Österreicher“ in die Geschichte ein.
    Der Florentiner-Diamant bringt ein Gewicht von 137,27 Karat auf die Waage und ist in einem außergewöhnlichen Schliff gehalten, der zweifach geschliffene Rose bezeichnet wird und dessen Merkmal 126 Facetten sind.
    Der Diamant wurde zuletzt im Jahr 1920 gesehen, seitdem gilt der Florentiner als verschollen. Dennoch wird spekuliert, ob der Diamant nicht umgeschliffen und umbenannt wurde, insofern gelegentlich farblich gleiche gelbe Diamanten mit scheinbar unbekannter Vergangenheit auftauchen.
  • Tiffany Yellow
    Der Gelbe Tiffany Diamant – ein Diamant, der in die Filmgeschichte einging. Namenspate des Tiffany Yellow ist der gleichnamige Juwelier Tiffany & Co.**, der den Diamanten kurze Zeit später nach der Entdeckung 1877 erwarb und in einen Antikschliff verarbeiten ließ. Infolge des Schliffs verringerte sich das Ausgangsgewicht des gelben Diamanten von 287,42 Karat auf 126,54 Karat.
    Berühmt wurde honiggelbe Diamant aus der Kimberley-Diamantenmine in Südafrika mit dem Film „Frühstück bei Tiffany“, als Audrey Hepburn in ihrer Rolle der Holly Golightley den Diamanten in Form eines Kettenanhängers trug.
    Der Tiffany Yellow wechselte nie den Besitzer und kann heute bei Tiffany in New York besichtigt werden.
  • The Kahn Canaray
    The Kahn Canary ist ein goldgelber Diamant, der 1977 im Crater of Diamonds State Park in Arkansas/USA entdeckt wurde. Die Besonderheit des 4,25 Karäters ist die Form des Diamanten. Der nach dem US-amerikanischen Juwelier Kahn** benannte gelbe Diamant ist ungeschliffen und weist die Gestalt eines dreieckigen Kissens auf. Der Kahn Canary wurde in einen Ring eingefasst, dessen bekannteste Trägerin Hillary Clinton ist.
  • Moon of Baroda
    Ein weiterer Diamant, der Filmgeschichte schrieb. Der aus Vadora/Baroda in Indien stammende Diamant wurde von Marilyn Monroe im Hollywood-Klassiker „Blondinen bevorzugt“ präsentiert. Der Diamant ist von kanariengelber Farbe, wiegt 24,04 Karat und ist im Tropfenschliff gehalten. Im Rahmen einer Versteigerung erzielte der Moon of Baroda-Diamant einen Wert von 1,4 Mio. US-Dollar.
  • Golden Eye Diamant
    Der Golden Eye Diamant ist ein 43,51 Karäter im rectangular brilliant cut gehalten ist – ein Schliff von rechteckiger Grundform mit Brillantelementen. Ursprünglich wog der 1871 in Kimberley in Südafrika entdeckte strahlend gelbe Diamat 124,5 Karat. 2011 wurde der Golden Eye Diamant für einen Preis von 2,84 Mio. US-Dollar versteigert.
  • Cora Sun-Drop
    Der Name Cora Sun-Drop bezieht sich sowohl auf den Eigentümer und den Schliff des Diamanten. Der 2010 in Südafrika gefundene Diamant wurde von dem Diamantenhändler Cora International** zu einem Tropfen geschliffen. 2011 wurde der leuchtend gelbe Diamant mit einem Gewicht von 110,3 Karat für 10,9 Mio. US-Dollar veräußert.


Gelbe Diamanten und ähnlich aussehende Mineralien

Auf den ersten Blick gibt es viele gelbe Mineralien und Edelsteine, die mit gelben Diamanten verwechselt werden. Erst bei genauerer Betrachtung der Steine fällt auf, dass kein anderes Mineral der Welt mit den Eigenschaften von gelben Diamanten mithalten kann.
Aufgrund der Farbe liegt der Vergleich mit gelbem Calcit, Citrin, Coelestin, Heliodor, Jargon/Zirkon, Korund sowie Topas nahe. Daneben existieren Fälschungen und Imitationen aus Glas oder Zirkonia.


Der Preis von gelben Diamanten

Wenn es darum geht, gelbe Diamanten zu kaufen, werden mehrere Kriterien herangezogen, um einen objektiven Preis festzulegen. Namentlich werden

  • Farbe
  • Größe/Gewicht
  • Reinheit
  • Schliff

betrachtet.
Gelbe Diamanten, die von intensiver, rein-gelber Farbe ohne Oberton sind, werden am hochpreisigsten gehandelt. Hellgelbe Diamanten oder graustichige gelbe Diamanten sind von geringerem Wert. Hinzu kommt die Frage, ob die Farbe des Diamanten naturbelassen ist oder im Nachhinein eine Farbkorrektur bzw. Aufwertung der Farbe stattgefunden hat. Unbehandelte Diamanten gelten als wertvoller.
Nicht zwingend gilt: je höher die Karatzahl, desto teurer ist ein Diamant.
Beim Preis von Diamanten werden alle Einflussgrößen der Preisbildung einbezogen und gegeneinander abgewogen, sodass ein lupenreiner gelber Diamant mit einem geringen Karatgewicht einen höheren Preis aufweisen kann als ein schwerer Diamant mit Störungen und Fehler der Reinheit.
Der Schliff ist ebenfalls von hoher Bedeutung. Diamantexperten erfassen in Gutachten die Bearbeitung des Steins: wie symmetrisch sind die Facetten gearbeitet? Überlagern sich die Facetten? Fehlen Facetten? Sind zu viele Facetten herausgearbeitet?
Der Preis von gelben Diamanten ist wie bei anderen Diamanten und Edelsteinen das Ergebnis einer gesamtheitlichen Betrachtung. Allgemeine Aussagen zum Preis von gelben Diamanten sind schwer, der Preis schwankt innerhalb der Farbgruppe extrem. Fancy yellow Diamanten gibt es bereits ab ca. 80 Euro pro Karat, während der Preis von deep yellow Diamanten das Dreifache beträgt.
Im Vergleich zu weißen Diamanten und anderen Fancy Diamanten gelten gelbe Diamanten als die Diamanten mit dem geringsten Preis.


Siehe auch:
Die teuersten Mineralien der Welt
Die berühmtesten Diamanten der Welt
Diamant Bullion - Börsendiamanten


Quellen:
Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - diamond
www.leibish.com
http://gia.edu


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Letzte Aktualisierung: 21. August 2018

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