Logo steine-und-minerale.de


Schlangenhautachat

Chalcedon mit Schlangenmuster

Der Name Schlangenhautachat bezeichnet Chalcedone, deren schuppenartige Muster und Strukturen an die Haut von Schlangen erinnern.
Der Namenszusatz Achat ist allerdings irreführend, da es sich mineralogisch nicht um eine Varietät von Achat handelt, sondern um eine Form von Chalcedon. Der Ursprung dieser Bezeichnung ist unklar, vermutlich wurde sie gewählt, weil Achat im historischen Sprachgebrauch als Sammelbegriff für verschiedenartig gezeichnete Chalcedone diente.


Eigenschaften von Schlangenhautachat

Chalcedone gehören ebenso wie Achate zur Quarzgruppe. Diese Mineralklasse umfasst neben den makrokristallinen Vertretern wie Bergkristall, Amethyst, Citrin, Prasem und Rauchquarz auch feinkristalline bis kryptokristalline Varietäten wie Karneol, Chalcedon und Tigerauge sowie amorphen Opal-

Charakteristisch für Schlangenhautachate ist die helle Grundfarbe, meist in Beige-, Hellbraun- oder Weißtönen.
Darüber legt sich ein netz- bis schuppenartiges Muster, das stellenweise von feinen Strukturen und Rissen begleitet wird und dem Gestein sein reptilienhautähnliches Aussehen verleiht.

Schlangenhautachate kommen auch in Blau, Grün, Rosa,, Orange oder Rot vor.
Diese Varianten sind jedoch meist – insbesondere bei intensiven, grellen Farbtönen – das Ergebnis einer künstlichen Farbveränderung. Aufgrund der feinen Porenstruktur von Chalcedonen lassen sich diese Mineralien leicht einfärben: Die Steine werden regelrecht mit Farblösungen „geimpft“, die tief in das Mineral eindringen und so die auffälligen Farbvarianten erzeugen.

Weiße Schlangenhautachate mit dunkelgrauen bis schwarzen Flecken bestehen zum größten Teil aus Hornstein, meist in Form von Feuerstein. Der helle, nicht vollständig verkieselte Anteil ist dabei deutlich weicher als die dunkleren, härteren Bereiche des Feuersteins. Durch diesen Kontrast in Farbe und Härte entsteht die für diese Varietät typische, schuppenartige Zeichnung.
Bei Hornsteinen treten entstehungsbedingt häufig Schrumpfungsrisse auf. Diese feinen, netzartigen Risse verstärken die optische Wirkung und tragen maßgeblich zur Ähnlichkeit mit einer reptilienartigen Schlangenhaut bei.

Tab. 1: Die Eigenschaften von Schlangenhautachat/Schlangenhautchalcedon
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung SiO2
Mineralklasse Oxidmineral
Farbe
  • natürlich: weiß, beige, hellbraun, orange
  • künstlich: rot, kräftiges rot, grün, blau, rosa, pink, violett
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch spröde, muschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 6,5 bis 7
Dichte 2,65 g/cm³


Verwendung und Bedeutung von Schlangenhautachat

Schlangenhautachat findet vor allem als Schmuckstein Verwendung.
Durch Schliff und Politur treten die charakteristischen, schuppenartigen Strukturen besonders deutlich hervor, weshalb Schlangenhautachat bevorzugt in Glattschliffen wie Cabochons, Trommelsteinen oder Donuts verarbeitet wird.

Darüber hinaus wird Schlangenhautachat im Bereich der Heilsteine angeboten. Eine tatsächliche therapeutische Wirkung von Schlangenhautachat ist jedoch bislang wissenschaftlich nicht belegt.


Auch interessant:


Quellen:

  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Schumann, W. (2020): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten 1900 Einzelstücke. BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • www.mineralienatlas.de - Schlangenhautachat


Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 28.08.2025

Mineralien-Steckbriefe