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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.03.2020


Hauyn

Hauyn - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hauyne | französisch: haünye


Haüyn und Latialit

Bevor das Mineral Hauyn im Jahr 1807 den Namen Hauyn erhielt, war es zunächst als Latialit bekannt. Der dänische Hobby-Mineraloge Tønnes Christian Bruun de Neergaard (1776 bis 1824) führt in seinen Aufzeichnungen «Ueber den Hauyn (la Hauyne) eine neue mineralische Substanz» den Grund der Namensänderung auf.
Die ersten Hauynkristalle wurden am Nemisee entdeckt, der sich in der italienischen Region Latium befindet – anglehnt an die Typlokalität von Hauyn entstand der Name Latialit.
Da das Mineral zwischenzeitlich auch an anderen Fundorten entdeckt wurde, schlug Bruun de Neergaard die Umbenennung in Hauyn vor – zu Ehren des französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743 bis 1822).


haueyn Foto
Hauyn

Eigenschaften von Haüyn

Hauyn, alternativ Haüyn, ist mit der chemischen Zusammensetzung Na5-6Ca2[(SO4,Cl)2|Al6Si6O24] ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und in der weiteren Unterteilung ein Mineral der Sodalith-Reihe. Neben dem namensgebenden Mineral Sodalith wird die Sodalith-Reihe unter anderem noch von den Mineralien Helvin, Nosean, Hauyn, Lasurit, Tugtupit und Danalith repräsentiert.

Hauyn kristallisiert dem kubischen Kristallsystem folgend und bildet oktaedrische oder dodekaedrische Kristalle, die häufig zu Zwillingen miteinander verwachsen sind. Der überwiegende Teil aller Hauyn-Kristalle ist von geringer Größe, durchschnittlich ein bis zwei Millimeter messend. Größere Kristalle von schleifwürdiger Qualität sind eine absolute Seltenheit.

Hauyn zeichnet sich durch einen intensiven glasartigen bis fettigen Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz aus. Der Bruch des blauen Minerals ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Hauyn beträgt auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien 5,5 bis 6, die Dichte wird mit 2,4 bis 2,5 g/cm³ angegeben.

hauyn - Mineral und Kristalle
Hauyn

Die Farbe von Hauyn

Hauyn zeichnet sich durch eine Farbvielfalt aus, auch wenn das Mineral am ehesten mit der Farbe blau – im Besonderen ein strahlendes Ultramarinblau - in Verbindung gebracht wird, sodass Hauyn mit Nosean, Sodalith und Chalkanthit verwechselt werden kann.
Weitere Farben von Hauyn sind weiß, orange, grau, grünlichblau, gelb und braun.

Die Strichfarbe von Hauyn – die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – ist weiß mit einem Stich ins Blaue.


hauyne - Aufnahme des Minerals
Hauyn

Entstehung und Verbreitung von Haüyn

Hauyn geht als Mineral magmatischen Ursprungs aus basischen, kieselsäurearmen Magmen hervor; ist deshalb insbesondere in entsprechenden Gesteinen wie Phonolith, Basalt und Bims enthalten.

Zu den häufigsten Begleitmineralien von Hauyn zählen Sanidin, Nosean, Apatit, Biotit, Phlogopit, Leucit, Augit und Melilith.

Hauyn ist ein weltweit seltenes Mineral. Nennenswerte Vorkommen von Hauyn befinden sich bspw. in Schweden; Frankreich; Eifel, Odenwald, Schwarzwald, Hegau/Deutschland; Kobersdorf und Wilhelmsdorf/Österreich; Schaffhausen/Schweiz; Spanien; Italien; Armenien; Tadschikistan; Afghanistan; Russland; Namibia; Australien; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Haüyn

Der Seltenheit wegen ist Hauyn ein begehrtes Sammlermineral, wird aber auch zu Schmuck verarbeitet.
Aufgrund der wenigen Vorkommen hat sich Hauyn in den vergangenen Jahren zu einem der teuersten Minerale der Welt etabliert, sodass bei facettierten Steinen Preise von 60 bis 90 € pro 0,10 Karat nicht unüblich sind.


Nachweis von Haüyn

Hauyn ist in Säuren löslich, färbt die entstehende Lösung gelb ein. Wird Hauyn erhitzt, schmilzt dieser zu einer grünblauen, glasartigen Masse zusammen. Zudem fluoresziert Hauyn: unter langwelligem UV-Licht erscheint Hauyn orange, unter kurzwelligem UV-Licht zeigt sich das Mineral rotgelb bis rosa mit einem Stich ins Violette.


Hauyn - Unsere Empfehlung*

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Quellen:
⇒ Bruun-Neergard, T.C. (1807): Ueber den Hauyn (la Hauyne) eine neue mineralische Substanz. In: Journal für die Chemie, Physik und Mineralogie, Band 4. Herausgegeben von Adolph Ferdinand Gehlen. Berlin 1807
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.mindat.org - haüyne

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