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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 03.03.2022


Erythrin

Erythrin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: erythrite | französisch: érythrite


Erythrin Foto
Erythrin-Kristalle


Erythrin und Kobaltblüte

Der aus dem Griechischen hergeleitete Name Erythrin ist dem französischen Mineralogen und Geologen Francois Sulpice Beudant (1787 bis 1850) zu verdanken, der sich im Jahr 1832 bei der Namensgebung auf die rötliche Farbe des Minerals bezog.

Unbekannt war Erythrin dennoch nicht. In der Vergangenheit wurde das Mineral auch Arseniksaurer Kobalt, Flos cobalti, arseniksaures Kobaltoxid oder Kobaltblüte genannt. Allen Bezeichnung gemeinsam ist die Anspielung auf die chemische Zusammensetzung von Erythrin bzw. im Fall von Kobaltblüte zusätzlich der Verweis auf die blütenartigen, bläulichen Kristalle von Erythrin.


Eigenschaften von Erythrin

Erythrin besteht aus Co3(AsO4)·8H2O und zählt damit zur Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate.

Diie Farbe von Erythrin ist typischerweise violett, purpurn, rosa oder rot, oder wie Beudant einst schrieb: "rouge-violâtre ou rose" (purpur oder rosa). Andere Mineralogen wie René Just Haüy (1743 bis 1822; Mineraloge) beschrieb die Farbe von Erythrin als "Roth mit Violett gemischt". Der Botaniker Christian Friedrich Ludwig (1757 bis 1823) definierte die Farbe 1803 als "Pfirsichblüthroth, ins karmesinrothe und kolombinrothe übergehend" und Jacques Christophe Valmont de Bomare (1731 bis 1806; Naturforscher) bezeichnete die Farbe 1769 als "roth, purpurfarben, oder veilgenblau".
Infolge der Verwitterung bzw. Alterung des Minerals kann das kobalthaltige Arsenat eine weiß- bis grüngraue Färbung annehmen.
Die Strichfarbe von Erythrin ist hellviolett bis hellrosa.

Erythrin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem – ausgeprägt werden prismatische oder nadelförmige Kristalle, die häufig gerieft sind. Die Aggregate der Kobaltblüte sind strahlig, sternförmig, kugelig, büschelartig, können aber auch als krustenartiger Überzug vorkommen.

Der Glanz von Erythrin ist glas- bis perlmuttartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz.

Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist Erythrin ein weiches Mineral, dessen Dichte 3,07 bis 3,18 g/cm³ beträgt.


Erythrine - Mineral und Kristalle
Erythrin


Entstehung und Verbreitung von Erythrin

Erythrin ist ein Mineral sekundären Ursprungs, das entsteht, indem arsen-, nickel- oder kobalthaltige Lagerstätten durch Lösungen überprägt werden.

Teilweise geht das Erythrin auch aus anderen Mineralen, die Kobalt enthalten – bspw. Cobaltit oder Skutterudit, hervor.

Erythrin ist häufig mit Kobaltit, Smaltit, Pharmakosiderit, Fluorit, Malachit, Adamit oder Skorodit vergesellschaftet.

Bedeutende Vorkommen von Erythrin befinden sich u.a. in Norwegen; Schweden; auf den Britischen Inseln; im Harz, Erzgebirge und Schwarzwald/Deutschland; in der Schweiz; in Österreich; Tschechien; Slowakei; Spanien; Marokko; Iran; Indien; China; Japan; Australien; Chile; Mexiko und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Erythrin

Auch wenn Erythrin über hohe Kobaltgehalte verfügt, wird dieses nicht wirtschaftlich genutzt. Der Grund dafür sind die weltweit zu geringen abbauwürdigen Mengen des Minerals. Aufgrund der Entstehungsbedingungen ist Erythrin als Zeigermineral kobalthaltiger Lagerstätten von Nutzen.

In der Vergangenheit war Erythrin in der Malerei als blau-lila Pigment unter dem Namen Kobaltviolett von Bedeutung, geriet aber aufgrund der Giftigkeit in den Hintergrund.


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Nachweis von Erythrin

Wird Erythrin im offenen Röhrchen in der Flamme erhitzt, verliert das Mineral sowohl an Kristallwasser wie auch Farbe und erscheint wesentlich blasser als ursprünglich. Direkt in die Flamme gehalten, bildet sich aus Erythrin, wie für arsenhaltige Minerale charakteristisch, eine zusammengeschmolzene Kugel.
Ferner löst sich Erythrin in Salzsäure auf. Der Pleochroismus erscheint in hellviolett und hellrosa.



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Quellen:
⇒ Bomare, J.-C. V. (1769): Kobaltblumen. IN: Herrn Valmont von Bomare Mineralogie, oder Neue Erklärung des Mineral-Reichs darinnen jeder zu diesem Reich gehörige Cörper in die natürlichste Ordnung gestellet, auch desselben Eigenschaften und Gebrauch angezeiget werden, mit Tabellen, aus dem Französischen übersetzt. Zweyter Theil
⇒ Ludwig, C. F. (1803): Rother Erdkobalt. IN: Handbuch der Mineralogie nach A. G. Werner: Oryctognosie
⇒ Haüy, R. J. (1810): Arsenikgesäuerter Kobalt. IN: Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Beudant, F. S. (1832): Èrythrine. Cobalt arséniate, Arseniksaurer Kobalt. IN: Traité elémentaire de minéralogie. Tome II
⇒ Kobell, F. v. (1864): Geschichte der Wissenschaften in Deutschand. Geschichte der Mineralogie
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
www.mindat.org - erythrite

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