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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 05.04.2024


Skorodit

Skorodit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: scorodite


Scorodite - Mineral und Kristalle
Skorodit

Skorodit = Knoblauchstein

Der dem Griechischen entlehnte Name Skorodit ist dem deutschen Mineralogen August Breithaupt (1791 bis 1873) zu verdanken, der das Mineral 1818 wortwörtlich Knoblauchstein nannte - ein Hinweis auf die Eigenschaft des Minerals, das in die Flamme gehalten, einen knoblauchähnlichen Geruch freisetzt, "aber auch auf die meist lauchgrüne Farbe".


Eigenschaften von Skorodit

Mit der Zusammensetzung Fe3+AsO4·2H2O wird Skorodit der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate zugeordnet.

Die Farbe des arsenhaltigen Minerals kann schwarz, violett, gelb, braun, farblos, blaugrün oder graugrün sein, oder in Breithaupts Worten: "lauchgrüne Farbe, die sich einerseits ins seladon- und schwärzlichgrüne, ja fast bis ins schwarze, andrerseits ins leberbraune ziehet".
Der schweizer Mineraloge und Gemmologe Eduard Gübelin beobachtete 1976 außerdem, dass Skorodit aus Tsumeb in Namibia vorrangig von blauer Farbe mit einem Stich ins Rote gehend ist.
Die Strichfarbe von Skorodit ist hellgrau.

Skorodit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, die Kristalle sind tafelig, prismatisch und pyramidal. Die entsprechenden Aggregate sind dicht, massig, körnig, krustig, nierenförmig, stengelig oder traubig.

Der Glanz des Eisenarsenats ist glasartig bis harzig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend, wobei federartige Zeichnungen die Reinheit beeinträchtigen, die laut Gübelin wiederum auf Wachstumslinien und Heilungsrisse zurückzuführen sind. Der Bruch zeigt sich halbmuschelig bis splitternd, die Spaltbarkeit ist gut.

Die Mohshärte von Skorodit beträgt 3,5 bis 4, die Dichte liegt zwischen 3,1 und 3,8 g/cm³.


Skorodit Foto
Skorodit

Entstehung und Verbreitung von Skorodit

Skorodit ist ein Sekundärmineral, dessen Entstehung auf die Verwitterung von arsen- und eisenhaltigen Lagerstätten zurückzuführen ist und kann zuweilen zu "dichtem Braun-Eisenstein mit Beibehaltung seiner Form" umgewandelt werden (siehe Blum, 1843); Brauneinsenstein im Sinne von Goethit oder Lepidokroit.

Skorodit ist mit einer Reihe weiterer Mineralien vergesellschaftet, darunter unter anderem Vivianit, Adamit, Pharmakosiderit, Goethit, Pyrit, Olivenit, Arsenopyrit, Beudantit, Carminit, Dussertit, und Arsenosiderit.

Skorodit ist nur selten zu finden. Bekannte Skorodit-Vorkommen befinden sich in Schwarzenberg (Sachsen), Harz, Sauerland; Fichtelgebirge, Odenwald, Schwarzwald, Siegerland, Westerwald/Deutschland; Skandinavien; Belgien; Tschechien; Slowakei; Bulgarien; Devon, Cornwall/England; Algerien; Namibia; Argentinien; Brasilien; Chile; Ontario/Kanada; Mexiko; Utah, Nevada, Kalifornien/USA.


Bedeutung und Verwendung von Skorodit

Der Seltenheit des Minerals wegen ist Skorodit nicht von wirtschaftlicher Bedeutung. Vielmehr ist das Mineral von Interesse für Mineralsammlungen.
Im 19. Jahrhundert wurde Skorodit laut dem Mediziner Victor Adolf Rieke (1805 bis 1855) "äusserlich bei Krebsgeschwüren" eingesetzt, wobei die Arznei neben pulverisiertem Skorodit ("Arsenias Ferri, arseniksaures Eisenoxydul") aus Weingeist und Salpeter bestand.

Als Schmuckstein ist Skorodit aufgrund der geringen Härte laut Gübelin nicht geeignet.


Nachweis von Skorodit

Skorodit ist sowohl in Salz- als auch Salpetersäure löslich. Beim Erhitzen setzt das Mineral Kristallwasser frei, schmilzt einfach und beginnt, nach Knoblauch zu riechen.
Skorodit fluoresziert nicht, der Pleochroismus ist grün bis rot-blau.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Breithaupt, A. (1818): Skorodit. IN: Handbuch der Mineralogie. Band 4
⇒ Rieke, V. A. (1837): Ferrum Arsenicium Oxydulatum. Arsensaures Eisenoxydul. IN: Die neuern Arzneimittel. Ihre physischen und chemischen Eigenschaften, Bereitungsweise, Wirkung auf den gesunden und kranken Organismus und therapeutische Benützung : nebst einer Auswahl von Arzneiformeln
⇒ Laube, G. C. (1871): Skorodit. IN: Hilfstafeln zur Bestimmung der Mineralien. Zum Gebrauche für Anfänger
⇒ Karmarsch, K., Heeren, F., Kick, F. und Gintl, W. (1885): Skorodit. IN: Karmarsch und Heeren's technisches Wörterbuch
⇒ Gübelin, E. (1976): Scorodite - A new Gemstone from Tsumeb in South-West Africa. IN: Gems & Gemology. Spring 1976
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - scorodite


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