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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 30.01.2024


Dolomit (Mineral)

Dolomit (Mineral) - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: dolomite | französisch: dolomite

Foto vom Dolomit als Mineral
Dolomit

Dolomit - Hauptgemengteil des Gesteins Dolomit

1791 setzte sich der Mineraloge und Geologe Déodat de Dolomieu (1750 bis 1801) mit den Gesteinen der „Bleichen Berge“ in den südlichen Alpen, deren mineralischer Zusammensetzung und chemischem Verhalten auseinder. Dabei stellte Dolomieu fest, dass die Steine, die zunächst für Kalkstein gehalten wurden, “wenig und langsam, oder fast gar nicht Säuren aufbrausen“ (Buch, 1823) – anders als gewöhnlicher Kalkstein.

Dolomieu übersandte deshalb Probenmaterial an den Naturforscher Horace Bénédict de Sausurre (1740 bis 1801), der das Gestein intensiv analysierte und zu dem Ergebnis kam, dass die Proben sowohl Calcium- wie auch Magnesiumoxid enthielten und es sich deshalb nicht um Kalkstein handelte.
Das neu entdeckte Gestein nannte er 1792 zu Ehren von Dolomieu Dolomit, wobei Hauptbestandteil von Dolomit das gleichnamige Mineral Dolomit ist.


Eigenschaften von Dolomit (Mineral)

Das Mineral Dolomit mit der chemischen Zusammensetzung CaMg(CO3)2 wird nach der Systematik der Mineralien den Carbonatmineralien zugeordnet.
Dolomit besteht bis zu 21,7% aus Calcium und zu 13,3% aus Magnesium und unterscheid sich damit von dem ähnlich aussehenden Mineral Calcit.

Die Farbe von Dolomit ist farblos bis weiß, infolge von Verunreinigungen durch andere Mineralien oder Elemente (begleitend treten vor allem Zink, Blei und Kobalt auf) kann Dolomit auch gelb, braun, grau oder rosa sein.
Die Strichfarbe ist weiß.

Plattiger Dolomit mit gelber Farbe
Das Mineral Dolomit in gelblicher Farbe (typisch für die Region Ramsbeck)


Dolomit kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet dabei rhomboedrische Kristalle; die Aggregate sind derb, kristallin und körnig. Der Bruch des Minerals ist muschelig und spröde, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Dolomit ist von glas- bis perlmuttartigem Glanz, was dem Mineral das Synonym Perlspat einbrachte.
Die Transparenz von Dolomit variiert zwischen durchsichtig und durchscheinend.

Die Mohshärte von Dolomit beträgt 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) und zählt damit zu den weicheren Mineralien. Die Dichte von Dolomit liegt bei 2,85 bis 2,95 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Dolomit (Mineral)

Dolomit kann auf verschiedene Weise entstehen.
Primär entstandener Dolomit ist ein Ausfällungsprodukt magnesium- und calciumreichen Meerwassers. Die entsprechenden Voraussetzungen sind jedoch selten, insofern hypersaline Wasserbedingungen, hohe Verdunstungsraten und anaerobe Mikroorganismen vorhanden sein müssen. Alternativ wird primärer Dolomit in kalkreichen Gängen hydrothermal gebildet.
Sekundärer Dolomit entsteht durch die nachträgliche Zufuhr von Magnesium-Ionen in kalkhaltigen Mineralen oder Gesteinen.

Die Vorkommen von Dolomit werden von einer Reihe weiterer Mineralien begleitet, darunter zum Beispiel Tremolit, Zinkblende, Kupferkies und Bleiglanz.

Plattiger Dolomit mit gelber Farbe
Kupferkies auf Dolomit

Nennenswerte Vorkommen von Dolomit wurden in Grönland, Skandinavien, Schottland, England, Irland, Frankreich, Belgien, Tirol, Salzburg, Steiermark/Österreich; Piemont/Italien; Binntal/Schweiz, Mittel-und Oberfranken, Bergisches Land, Sauerland, Salzhemmendorf, Erzgebirge, St. Andreasberg, Eifel, Odenwald, Oberwolfach und Haslach/Deutschland, Banská Stanica/Slowakei, Jáchymov/Tschechien, Rézbánya, Cavnic/Rumänien, Navarra/Spanien, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Ungarn, Griechenland, Türkei, südliche Länder Afrikas, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, China, Australien, Neuseeland, Südamerika, Mexiko, USA und Kanada beschrieben.


Verwendung und Bedeutung von Dolomit (Mineral)

Das Mineral Dolomit wird mitunter in großem Umfang als Quelle für den Mineralstoff Magnesium abgebaut. Zu Pulver zermahlen wird Dolomit auch als Nahrungsergänzung angeboten oder wird Scheuermilch bzw. Scheuersand zugesetzt.

Daneben wird Dolomit als Heilstein verkauft, wobei die Heilwirkung von Dolomit in klinischen Studien nicht nachgewiesen werden konnte.


Nachweis von Dolomit

Um Verwechslungen mit dem ähnlich aussehenden Carbonatmineral Calcit auszuschließen, bietet sich der Test mit Salzsäure an: Dolomit löst sich in Salzsäure wesentlich langsamer auf als Calcit.
Zudem ist Dolomit nicht pleochroitisch, fluoresziert aber rosa und orange.


Synonyme von Dolomit

Alternativ wird das Mineral Dolomit auch als Dolomitspat, Bitterspat, Rautenspat und Perlspat bezeichnet. Während sich der Name Rautenspat auf die Form bzw. Gestalt der Kristalle des Minerals bezieht, ist der Begriff Perlspat auf den perlmuttartigen Glanz von Dolomit zurückzuführen.


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Auch interessant:

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Quellen:
⇒ Sausurre, H. B. (1792): Analyse de la Dolomie. IN: Journal de physique, de chimie, d'histoire naturelle et des arts. Band 40
⇒ Dolomieu, D. und Karsten, D. L. G. (1802): Tagebuch von der letzten Reise Dolomieu's durch die Schweiz
⇒ Buch, L.v. (1823):
Über Dolomit als Gebirgsart
⇒ Kenngott, A. (1880): Dolomit (Bitterkalk, Bitterspath, Braunspath). IN: Lehrbuch der Mineralogie zum Gebrauche beim Unterricht an Schulen und höheren Lehranstalten
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
www.mindat.org - dolomite



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