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Schiefer Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Schiefer - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: slate | französisch: ardoise

Schiefer
Bild 1: schiefriges Gefüge von Tonschiefer im Detail


Die Bezeichnung Schiefer ist der Bergmannssprache des Mittelalters entlehnt. Bezogen wird sich auf den Charakter einiger Steine, die bei Bearbeitung oder Beanspruchung in Splitter bzw. Platten zerfallen.

Eigenschaften von Schiefer

Schiefer sind keine eigenständigen Gesteine, sondern eine Gefügeart metamorpher Gesteine.
Bei genauerer Betrachtung von Schiefer fällt auf, dass Schiefer aus vielen aufeinanderliegenden Platten und blättchenartigen Strukturen besteht, deren mineralische Anordnung entweder Lineation (linienhaftes Gefüge) oder Foliation (Abfolge von Schieferungsflächen) anzeigt.
Die aufbauende Minerale von Schiefer werden vor allem durch Tonminerale (Schichtsilikate), Quarze sowie Feldspäte beschrieben.
Untergeordnet und häufig auch namensgebend für verschiedene Schiefer treten zudem Minerale der Glimmergruppe wie Biotit und Muskovit (Glimmerschiefer, Biotitschiefer, Muskovitschiefer), Chlorit (Chloritschiefer), Kyanit/Disthen (Kyanitschiefer), Glaukophan (Glaukophanschiefer), Aktinolith (Aktinolithschiefer) oder Granat (Granatschiefer, Granatglimmerschiefer) in Erscheinung.
Charakteristisch für das fein- bis mittelkörnige Gestein ist die parallel ausgerichtete Einregelung der aufbauenden Gemengeteile. Die nebeneinanderliegenden Minerale bewirken, dass das Gestein im Gegensatz zu exakt teilbaren, plattenartigen Sedimentgesteinen nicht eben bricht, sondern Bruchstellen aufweist. Dennoch sind die Schieferungsflächen gut voneinander teilbar.
Die Farbe von Schiefer variiert mit der Zusammensetzung und den enthaltenen Mineralen von grau (z.B. Amphibolschiefer) bis schwarz (Tonschiefer) über grün (Grünschiefer), blau bis hin zu silber und weißlich (Weißschiefer).

Schiefer
Bild 3: Nahaufnahme des schiefrigen Gefüges von Tonschiefer


Entstehung und Verbreitung von Schiefer

Die Bildung von Schiefer vollzieht sich über mehrere Jahrmillionen. Voraussetzung für die Schieferentstehung sind zunächst lose abgelagerte Minerale, die aus der Verwitterung von Gesteinen mit entsprechenden Mineralgehalten hervorgehen. Diese werden von weiteren Sedimenten überlagert und diagenetisch zu Tonstein verfestigt.
Um die Entwicklung zum Schiefer zu erreichen, sind im folgenden Schritt erhöhte Temperatur- und Druckverhältnisse erforderlich. Die Gemengeteile werden infolge der Metamorphose aufgeschmolzen, teilweise umgewandelt und rekristallisieren anschließend. Sind die Gesteine dabei einseitig gerichtetem Druck ausgesetzt, werden die Kristalle nebeneinander, plattenartig bzw. schiefrig eingeregelt.
Schiefer kommt weltweit sehr häufig vor; teilweise verweisen Namen von Gebirgen auf mögliche Schiefervorkommen, bspw. Thüringer oder Rheinisches Schiefergebirge, auf schiefrige Fundorte. Weiterhin zu finden ist Schiefer u.a. in Ländern mit Alpenanteil, auf dem Balkan, in Sambia, Namibia, Mozambique, USA und in den Anden/Südamerika.

Schiefer
Bild 2: Tonschiefer

Bedeutung und Verwendung von Schiefer

Schiefer findet vielseitigen Einsatz, sei es als Dachbedeckung (sehr häufig zu sehen in Städten und Dörfern des Thüringer Schiefergebirges), Schreibunterlage (Schiefertafel), Fliesen oder Baumaterial.

Siehe auch:
Tonschiefer und Glimmerschiefer unterscheiden
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
Alltägliches - Schieferdächer

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 18. August 2017



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