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Basalt Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Basalt - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: basalt | französisch: basalte



Basalt
Bild 1: Basaltwasserfall Svartifoss in Island

Das Gestein Basalt taucht bereits in den Aufzeichnungen von Plinius dem Älteren (23 bis 79), einem Naturgelehrten aus Rom, auf. Der Name Basalt stammt vermutlich aus dem Ägyptischen und bezieht sich auf die Härte des Gesteins.


Eigenschaften von Basalt

Definition: Basalt ist ein basisches (= siliciumdioxidarmes), magmatisches Gestein extrusiver, vulkanischer Herkunft.
Die Farbe von Basalt ist dunkel, wie es für Gesteine mit basischer Zusammensetzung charakteristisch ist. Oft erscheint das Gestein blau, graublau, dunkelgrau oder schwarz. Die Ursache für die Farbgebung von Basalten sind die gesteinsbildenden Gemengteile (= die Minerale, aus denen ein Gestein besteht), die gleichzeitig zur Abgrenzung von anderen Gesteinen bzw. die Grundlage der Definition von Basalt sind. Die in Basalten dominierenden Hauptgemengteile werden durch Plagioklas-Feldspäte, Augit/Pyroxene und Hornblende vertreten. Mit einem Anteil von bis zu 5 % an Zusammensetzung von Basalt stellen das Glimmermineral Biotit, Olivin, Nephelin/Foide, Magnetit, Apatit sowie Ilmenit die sogenannten Nebengemengteile dar.
Abhängig von den Bildungsbedingungen und Kontakten mit anderen Gesteinen oder Mineralen kann die Zusammensetzung schwanken.
Olivinbasalt als Varietät verweist beispielsweise auf mengenmäßig relativ reiche Olivingehalte.
Feldspatbasalt ist eine Basaltvarietät, die deutlich sichtbare, größere Kristalle von Feldspäten zeigt.
Tholeiitbasalt, benannt nach dem Ort Tholey im Saarland/Deutschland, ist ein Basalt, der reich an Plagioklas-Feldspäten, Augit sowie Orthopyroxenen ist.
Das Gefüge von Basalt ist feinkörnig bis dicht; die xeno- und idiomorphen Kristalle sind mit dem Auge aufgrund der Größe nicht einfach zu erkennen - mit Ausnahme von Feldspat-Basalt. Infolge von Eruptionen oder Verschlackungen weist Basalt häufig eine Fließrichtung auf. Zuweilen befinden sich im Basalt kleinere Hohlräume oder eingeregelte Einsprenglinge bestehend aus Pyroxen- oder Olivinnestern.
Die Dichte von Basalt beträgt 3,0 bis 3,5 g/cm3.



Basalt
Bild 2: Basalt aus der Rhön/Deutschland


Entstehung und Verbreitung von Basalt

Basalte entstehen durch die schnelle Erkaltung von an die Erdoberfläche gelangenden, kieselsäurearmen Magmen. Deshalb wird Basalt der Gesteinsgruppe der Vulkanite - magmatische Gesteine, die an der Erdoberfläche entstehen - zugeordnet. (Näheres: Die Entstehung magmatischer Gesteine)
Basaltische Lava zeichnet sich durch eine sehr hohe Fluidität aus, weshalb die Lava weitreichende Gesteinsdecken bilden kann, die sowohl das Festland und fast den ganzen Meeresgrund der Ozeane der Welt bedecken. Daneben bildet sich Basalt ebenso in Vulkankegeln.
Typisch für Basalt sind geometrisch perfekte, fünf- oder sechseckige (hexagonale) Säulen. Die Ursache für die Entstehung von hexagonal ausgerichteten Basaltsäulen sind thermodynamische Vorgänge während der Abkühlung der Lava. Der Effekt, der zur säulenartigen Ausrichtung des Basalts führt, wird Bérnard-Effekt genannt. Demnach entstehen einerseits durch die Hitze der Gesteinsschmelze an der Unterseite und andererseits durch die atmosphärische Abkühlung infolge der Luft an der Oberseite vertikal strukturierte Konvektionszellen, die in der Aufsicht sechseckig erscheinen. Bei weiterer Abkühlung der flüssigen Gesteinsschmelze kommt es zu Kontraktionen und Zugspannungen, weshalb die Gesteinsmasse der hexagonalen Konvektionszellenausrichtung folgend auseinanderbricht.
Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche Orte, an denen sich säuliger Basalt wie aus dem Bilderbuch präsentiert: der Giant´s Causeway in Irland stellt quasi einen Teppich aus Basalt dar, am Svartifoss auf Island reiht sich eine Basaltsäule an die nächste, und am Scheibenberg im Erzgebirge bildet Basalt Palisaden, die im Volksmund als Orgelpfeifen bezeichnet werden.
Am Meeresgrund entstandene Basalte weisen dahingegen eine kugelige, runde Form auf. Die sogenannte Kissenlava erhärtet innerhalb weniger Minuten aufgrund des enormen Temperaturunterschiedes zwischen Lava und Meereswasser. Als "Beweis", dass die sog. pillow lava tatsächlich sehr schnell auskühlte, zeigt Basalt, der im Meer gebildet wurde, Überzüge mit Gesteinsglas.
Basalte kommen weltweit vor – an Hot Spots unter kontinentalen oder ozeanischen Platten, an Spreizungszonen mittelozeanischer Rücken (zwischen zwei auseinanderdriftenden ozeanischen Platten) sowie an Subduktionszonen von Platten, aber auch in Gegenden mit aktiven oder historischen Vulkanismus. Bedeutende Basaltvorkommen befinden sich auf Island; Grönland; den Kanarischen Inseln/Spanien; Färöer-Inseln; in Irland; Auvergne/Frankreich; Dekkan/Indien; Karroo/Südafrika; Kamerun; Montana und in den USA. In Deutschland sind ebenfalls zahlreiche Basaltvorkommen bekannt, die Zeugnis vulkanischer Aktivitäten in der geologischen Vergangenheit der jeweiligen Region sind; z.B. Rhön, Vulkaneifel/Eifel, Westerwald, Odenwald, Schwäbischer Vulkan, Vogelsberg, Siebengebirge, Lausitz, Pöhlberg, Scheibenberg und Bärenstein.



Basalt
Bild 3: Rhönbasalt


Sonnenbrennerbasalt - Verwitterung von Basalt

Unter dem Begriff Sonnenbrennerbasalt (engl. sunburned basalt) wird keine Varietät von Basalt verstanden, sondern eine Form der Verwitterung umschrieben, die vor allem bei Basalten und Basaniten beobachtet wird.
Vom sog. geologischen Sonnenbrand sind insbesondere Basalte betroffen, die reich an Foiden, speziell Nephelin sind, bei denen im Zuge der Verwitterung und der einhergehenden Metamorphose die Umwandlung zu Analcim stattfindet. Zeitgleich kommt es zu einer Zunahme des Volumens infolge des Kristallwachstums um ca. fünf Prozent - vergleichbar mit der Verwitterungsform Frostsprengung.
Zu den typischen Merkmalen von Sonnenbrennerbasalt zählen die weiß-fleckige Oberfläche, die rissig und mürbig wirkt. Binnen weniger Jahre zerfällt das harte Gestein zu kleineren Bruckstücken oder Grus. Aus diesem Grund ist Sonnenbrennerbasalt nicht für den Straßenbau geeignet. Durch die hohe mechanische Belastung für den Straßenverkehr würde das Gestein zu schnell zerfallen.


Bedeutung und Verwendung von Basalt

Basalt ist ein sehr kompakter Naturstein, der nur langsam verwittert, und deshalb Einsatz als Mühlstein, Wegemarkierung (Basaltkreuz), Splitt und Schotter sowie als Mauerstein findet. Die Verwendung als Straßenbelag/Pflasterstein ist nicht mehr aktuell, da Basalt durch Niederschläge schlüpfrig wird.
Basalt ist häufig reich an gediegen Kupfer, Saphiren und Eisenerzen, weshalb das magmatische Gestein auch für die Gewinnung bestimmter Rohstoffe und Minerale von Bedeutung ist.
In der Bauindustrie wird Basalt aufgeschmolzen und für besonders widerständige Bodenplatten, Fliesen oder als Bestandteil von Mineralwolle genutzt. Daneben wird Basalt als Ersatz für Eis als Whiskeystein verwendet, um Whiskey zu kühlen, ohne dass das Getränk verwässert oder im Geschmack beeinträchtigt wird.



Siehe auch:
Steinerne Zeugen - Giant´s Causeway: Ein Teppich am Meer aus Basalt
In, auf und aus Gestein gebaut - Burg Stolpen: Eine Burg aus einem Basaltsockel
Steinerne Zeugen - Svartifoss: Ein Basaltwasserfall



Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Murawski, H., Meyer, W. (2017): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart, 12. Auflage*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 17. September 2018

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