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Carnallit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Carnallit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Namenspate des Minerals Carnallit ist der deutsche Bergbauingenieur Rudolf von Carnall (1804 bis 1874). Als Typlokalität, d.h. dem Ort des ersten Fundes, wird Staßfurt, Sachsen-Anhalt, genannt. Entdecker ist der deutsche Mineraloge Gustav Rose (1798 bis 1873), auf den auch der Name zurückgeht.

Eigenschaften
Mit der Zusammensetzung KMgCl3 · 6H2O ist Carnallit ein Vertreter der Mineralklasse der Halide.
Die eigentliche Farbe von Carnallit farblos oder weiß. Beimengungen, bspw. durch Minerale wie Hämatit, färben das Mineral aber auch bläulich, bräunlich, gelblich, rötlich, grünlich oder grau. Die Strichfarbe ist weiß.
Carnallit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind tafelig, pyramidal oder pseudohexagonal. Die Aggregate sind massig oder körnig.
Carnallit ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz bei fettigem Glanz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Carnallit ist ein sehr weiches Mineral – Mohshärte 2, das spezifische Gewicht beträgt 1,6 und fällt in die Kategorie Minerale mit geringem spezifischen Gewicht.

Entstehung und Verbreitung
Carnallit ist ein sedimentäres Mineral. Als so genanntes Evaporit wird Carnallit gebildet, indem salzhaltige Lösungen verdunsten und Carnallitkristalle ausgefällt werden. Die Carnallitbildung erfolgt dabei zu einem relativ spätem Zeitpunkt, dem die Bildung anderer Evaporitminerale bereits vorausgegangen ist.
Folglich werden die Vorkommen von Carnallit von weiteren Mineralen sedimentären Ursprungs begleitet wie Anhydrit, Sylvin, Halit, Kieserit oder Dolomit.
Bedeutende Lagerstätten befinden sich unter anderem in Island; England; Niederlande; Querfurt, Staßfurt, Bleicherode, Bad Salzungen, Hildesheim, Zelle, Göttingen/Deutschland; Polen; Italien; Spanien; Russland; Ukraine; Kasachstan; Äthiopien; China; Neuseeland; Bolivien; Brasilien; Kanada und in den USA.

Verwendung
Neben der Gewinnung von Magnesium wird Carnallit auch als Dünger verwendet.

Nachweis
Carnallit schmeckt salzig und bitter. Weiterhin ist das Mineral in Wasser löslich, wobei ein knisterndes Geräusch wahrnehmbar ist. In die offene Flamme gehalten, schmilzt Carnallit und färbt der Kaliumgehalte wegen selbige purpurn.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org



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