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Aragonit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Aragonit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: aragonite | französisch: aragonit



Aragonit
Roter Aragonit

Namenspate des Minerals Aragonit ist die gleichnamige Provinz Aragonien in Spanien. Im Jahr 1788 beschrieb der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) die ersten Funde des Minerals aus Aragonien


Eigenschaften von Aragonit

Aragonit ist mit der chemischen Zusammensetzung CaCO3 ein Vertreter der Mineralklasse der Carbonate. Innerhalb der Carbonat-Minerale zählt das Mineral zur Aragonit-Gruppe, bestehend aus den Mineralen Cerussit, Olekminskit, Alstonit, Barytocalcit, Paralstonit, Strontianit und Witherit.
Die Farbe von Aragonit ist in der Reinform farblos. Infolge von Beimengungen kann Aragonit verschiedene Farben aufweisen, am häufigsten sind weiß, farblos, grau, hellviolett, grünlich, bläulich, rötlich und gelblich; gelegentlich mehrfarbig gebändert. Die Strichfarbe von Aragonit ist trotz der Farbvielfalt weiß.
Aragonit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind ein- und aufgewachsen, prismatisch, pseudohexagonal, langgestreckt, tafelig und nadelig, häufig auch gegenseitig durchdrungen. Die Aggregate des Minerals sind derb, krustig, faserig, strahlig, oolithisch und stalaktitisch. Verzwillingte Kristalle bzw. Viellinge sind bei Aragoniten häufig.
Aragonit ist von fettigem bis glasartigem Glanz, die Transparenz variiert zwischen durchscheinend bis durchsichtig. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Die Mohshärte von Aragonit beträgt 3,5 bis 4 bei einer Dichte 2,94 bis 2,95 g/cm3.



Aragonit
Weißer Aragonit

Aragonit und Calcit im Vergleich

Tabelle: Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Aragonit und Calcit
EigenschaftAragonitCalcit
Chemische Zusammensetzung CaCO3CaCO3
Mineralklasse CarbonateCarbonate
Kristallsystemorthorhombischtrigonal
Farbe farblos, weiß, farblos, grau, hellviolett, grünlich, bläulich, rötlich und gelblichfarblos, weiß, purpur, grau, schwarz, braun, gelb, rot, rosa, blau, orange oder grün
Strichfarbe weißweiß
Glanz fettig, glasartigglasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinenddurchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelighalbmuschelig, spröde
Spaltbarkeit vollkommenvollkommen
Mohshärte 3,5 bis 43
Dichte 2,94 bis 2,95 g/cm³2,6 bis 2,8 g/cm3


Entstehung und Verbreitung von Aragonit

Aragonit entsteht vorwiegend unter hydrothermalen Bedingungen, kann aber auch als Sintermineral in Form der Varietät Erbsenstein bzw. Sprudelstein in der Umgebung von Thermalquellen aus der Zersetzung kalkreicher Gesteine hervorgehen.
Deshalb sind Funde von Aragonit sowohl in metamorphen als auch sedimentären Gesteinen möglich, insbesondere in Kalkstein.
Aragonit ist unter Hitzeinfluss nicht stabil und bei Temperaturen oberhalb von 400 °C, bspw. im Zuge der Kontakt- oder Regionalmetamorphose, erfolgt die Umwandlung in thermostabileren Calcit oder wird zu Gips (Pseudomorphose).
Die Vorkommen von Aragonit werden von vielen Mineralen und Gesteinen begleitet; darunter unter anderem Basalte, Zeolithe und Gips.
Bedeutende Funde des weltweit sehr häufig vorkommenden Minerals existieren zum Beispiel auf den Britischen Inseln; in Schweden; Frankreich; Hildesheim, Goslar, St. Andreasberg, Nordhausen, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Siegerland, Sauerland, Eifel, Hunsrück, Odenwald, Schwarzwald; Schweiz; Österreich; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Serbien; Rumänien; Griechenland; Türkei; Marokko; Namibia; Südafrika; Ukraine; Kirgistan; Israel; Aserbaidschan; Iran; Afghanistan; Pakistan; China; Thailand; Japan; Australien; Neuseeland; Chile; Brasilien; Bolivien; Mexiko sowie in den USA.



Aragonit
Oolithischer Aragonit

Verwendung und Bedeutung von Aragonit

Aragonit ist ein Stein, der gelegentlich zu Schmuck verarbeitet wird. Klare Exemplare des Minerals werden in facettierten Schliffen gehalten, während farbenfrohe Aragonite im Glattschliff (Cabochon, Trommelstein, Donut) geschliffen werden.
Weiterhin wird Aragonit verwendet, um Figuren zur Dekoration und eindrucksvoll ornamentierte Tischplatten und Wandvertäfelungen zu fertigen, wird aber auch als Heilstein angeboten, ohne dass die Heilwirkung von Aragonit in klinischen Untersuchungen bestätigt wurde.


Nachweis von Aragonit

Aragonit ist in verdünnter, kalter Salzsäure löslich. Zudem fluoresziert das Mineral grün bis grüngelb.

Sonstiges: Sprudel- und Erbsenstein, Eisenblüte und Perlmutt sind Varietäten von Aragonit.



Siehe auch:
Thermalquellen und Thermalwasser
Höhlenperlen
Essbare Steine und Minerale


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Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
- www.mindat.org - aragonite

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Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2019

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