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Quarzfarben – natürliche und künstliche Farben von Quarzen



Die Vertreter der Quarzgruppe zählen zu den farbenfrohsten Mineralien überhaupt. Es gibt Quarze, die kristallklar sind, weiß, rosa und violett, aber auch gelbe, braune und grüne Quarze sind bekannt. Seit einigen Jahren erscheinen auf dem Markt vermeintlich neue Quarzentdeckungen in Regenbogenfarben und mit phantastischen Namen. Allerdings handelt es sich in vielen Fällen nicht um Mineralneuentdeckungen, sondern um Mineralien mit nachträglichen Farbveränderungen, inklusive wohlklingenden Namen.

Die natürliche Farbvielfalt von Quarz

Ursprüngliche Quarzfarben

Ist die Rede von Quarz, ist im allgemeinen Sprachgebrauch die Quarzvarietät Bergkristall gemeint.
Dass die Quarzgruppe aber weitaus mehr Mineralien umfasst als Bergkristall oder der populäre Amethyst und beliebte Rosenquarz, ist weniger bekannt. Namentlich umfasst die Quarzgruppe folgende Varietäten: Achat, Onyx, Karneol, Jaspis, Blauquarz, Milchquarz, Citrin, Prasem, Prasiolith, Aventurin, Falkenauge, Tigerauge, Rauchquarz, Opal, Rosenquarz, Amethyst und Bergkristall. Nicht erfasst in dieser Auflistung sind Varietäten wie Moosachat, Feueropal oder Leopardenjaspis.
In der Hauptsache unterscheiden sich die genannten Quarzvertreter vor allem durch die Farbe; teilweise ist die Farbe anhand des Namens bereits zu erahnen, vor allem bei Rosenquarz, Blauquarz, Milchquarz oder Prasiolith, der auch Grünquarz genannt wird.

Mineral Farbe
Achat weiß, grau, schwarz, orange, braun, rot und grün
Amethyst hellrosa, rotviolett und violett
Ametrin gelb und violett in einem
Aventurin braun, rot, blau und grün
Bergkristall farblos
Blauquarz hell-, mittel und dunkelblau
Citrin gelb bis orange
Eisenkiesel gelb, rotbraun oder braun
Falkenauge bläulich,dunkelgrau oder -grün
Jaspis rote braun, gelb, grün oder gräulich
Karneol orange-rot, rot bis rotbraun 
Milchquarz weiß
Onyx schwarz und schwarz-weiß gebändert
Opal regenbogenfarben-schillernd
Prasem lauchgrün
Prasiolith lauchgrün, mittel- bis graugrün
Rauchquarz hell- bis dunkelbraun, grau und schwarz
Rosenquarz zart- über intensivrosa bis pfirsichfarben
Tigerauge  goldgelb bis goldbraun

Ursachen der natürlichen Farbgebung von Quarzen

Ebenso groß wie die Bandbreite der natürlichen Farben von Quarzen ist, so unterschiedlich sind auch die Gründe, wie die jeweilige Quarzfarbe zustande kommt.
In einigen Fällen sind es Einschlüsse anderer Mineralien, Gase oder Flüssigkeiten. Insbesondere Einlagerungen von anderen Mineralien rufen besonders vielfältige Farben hervor. Eingelagerter Fuchsit in Aventurin färbt grün, während Goethit und Hämatit für eine braune bis rote Farbe sorgen und Krokydolith blauen bis grauen Aventurin hervorrufen.
Andere Quarze erhalten die Farbe durch den Kristallgitterbau oder werden infolge natürlicher Strahlung im Zuge der Entstehung des Minerals eingefärbt.
Bei wieder anderen Quarzen, z.B. Citrin und Ametrin sind es die Temperaturen während der Bildung des Minerals, auf welche die mineraleigene Farbe zurückzuführen ist. So kristallisieren Amethyste bei Temperauren von 100 bis 250 °C aus. Wird der violette Amethyst nachträglich, bspw durch aufsteigende Magmen, erhitzt, schlägt bei einer Temperatur von 470 °C die Farbe in das typische Gelb von Citrinen um. Erfolgt die Erhitzung nur partiell, bildet sich Amtetrin – ein Mineral, das lila ist wie ein Amethyst, und gleichzeitig auch gelb wie ein Citrin. Vorsicht: gelber Calcit bzw. Orangencalcit ist gelbem Citrin farblich sehr ähnlich.

Mineral Ursache der Farbe
Achat Eisen- und Manganverbindungen
Amethyst Eisenoxide und Mangan
Ametrin s. Amethyst und nachträgliches Erhitzen
Aventurin Einschlüsse anderer Mineralien
Bergkristall -
Blauquarz Einschlüsse von Rutil und Krokydolith
Citrin Eisenoxide und -hydroxide und Entstehungstemperaturen
Eisenkiesel Eisenoxide und -hydroxide
Falkenauge Einschlüsse von Krokydolith
Jaspis Eisen, Mangan, Chlorit, Ton und Lehm
Karneol Eisenoxide und -hydroxide
Milchquarz Einschlüsse von Gasen und Flüssigkeiten
Onyx Eisen und Mangan
Opal Aufbau des Minerals
Prasem Einlagerungen von Aktinolith
Prasiolith Entstehungstemperaturen
Rauchquarz radioaktive Strahlung während der Entstehung
Rosenquarz Titanoxide und Mangan
Tigerauge Einlagerungen von Krokydolith

Farbveränderungen bei Quarz

Das Wissen um die Entstehung von Quarzen und der Ursprung der verschiedenen Farben wird sich bei der nachträglichen Veränderung oder Verbesserung der Farbe zunutze gemacht. Teilweise sind die Eingriffe nur minimal, bspw. um die Farbe zu intensivieren oder die ungleichmäßige Farbverteilung im Mineral zu korrigieren, in anderen Fällen wird eine neue Farbe erzeugt.


Brennen von Quarz

Das Brennen, d.h. das vorsichtige Erhitzen von Mineralien, ist eines der ältesten Verfahren, um die Farbe zu ändern oder zu verbessern.
Natürlich gelber Citrin ist der seltenste Vertreter der Quarzfamilie. Um das Mineral dennoch anbieten zu könenn, wird violetter Amethyst auf 470 °C erhitzt, mit der Folge, dass sich die einstige Farbe ändert und es entsteht das Citrin-Gelb. Geht man mit dem Brennen auf 500 °C, wird aus dem eigentlichen Amethyst ein lauchgrüner Prasiolith.
Aber auch „neue Mineralien“ werden erschaffen, wie z.B. Mokka-Quarz, Bananen-Quarz, Lilien-Quarz, Oliven-Quarz Champagner-Quarz, Erdbeer-Quarz oder Cognac-Quarz, die den Eindruck einer besonderen Rarität erwecken, aber keine bis dato unbekannten Varietäten sind, sondern lediglich künstlich farblich veränderte Quarze.


Bestrahlung von Quarz

Ein weiteres Verfahren, um die Farbe von Quarzen zu verändern, ist die Bestrahlung.
Eingesetzt werden hierfür Elektronen- und Gammastrahlung. Laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sind derart behandelte Schmucksteine unbedenklich. Vor allem Rauchquarz, der während der Entstehung Quellen natürlicher Radioaktivität ausgesetzt ist, wird auf diese Weise künstlich erzeugt.


Einfärben von Mineralien

Achate in grellem Pink, leuchtendem Violett oder strahlendem Blau sind keine Laune der Natur, sondern das Ergebnis einer Farbbehandlung.
Dass Achate Farbe aufnehmen können, wird mit der Porosität des Minerals erklärt. Die Quarz-Varietät wird förmlich mit Farbe geimpft. Rot entsteht durch Eisenoxide und -hydroxide oder Eisennitratlösung, zweiwertiges Eisen, Kaliumferrocyanid und Eisenvitriol färben blau, Chromsalzlösiugn in Kombination mit zweiwertigem Eisen und Hitze verursachen eine Grünfärbung und schwarze Achate sind das Resultat einer Farbmischung bestehend aus Kohlenstoff, Zuckerlösung und Schwefelsäure.


Ummantelung bzw. Beschichtung von Quarzen

Ein relativ neues Verfahren der Farbveränderung ist die Beschichtung von Mineralien. In den Farben des Regenbogens schillernde Quarze sind keine Neuentdeckung, sondern das Ergebnis einer Labortätigkeit.
Ein populäres Beispiel ist der Regenbogenquarz (andere Handelsnamen: Aqua Aura, Regenbogenbergkristall) – ein Mineral, das unter den weltweit bekannten über 5300 Mineralien natürlicher Weise nicht existiert. Dazu wird der Quarz oberflächlich mit Gold bedampft. Es entsteht eine dünne Schicht auf dem Mineral, die metallische, farbige Effekte erzeugt. In Fachkreisen ist dieser Vorgang als PVD, physical vapour deposition – physikalische Gasphasenabscheidung, bekannt. In allen Fällen wird auf das Mineral eine feine Schicht mit Gold oder Titanionen aufgedampft, die neue Farben hervorrufen.
Die neuen Mineralien, die durch PVD entstehen, sind neben dem Regenbogenbergkristall auch Mondlichtquarz, Heidelbeerquarz oder Goldener Quarz.


Nachteile der Farbbehandlung

Die Farbe der meisten farbbehandelten Quarze ist nicht beständig. Genau wie bei natürlich farbigen Quarzen verblasst die Farbe im Laufe der Zeit, wenn das Mineral häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Deshalb wird empfohlen, Edelsteinschmuck nach dem Tragen lichtgeschützt zum Beispiel in einem Schmuckschrank oder Schmuckkästchen aufzubewahren.
Ein großer Nachteil von PVD-veredelten Quarzen ist, dass das Mineral nach dem Abschluß der Behandlung nicht in der Form verändert werden kann. Ein gebrannter, geimpfter oder bestrahlter Quarz, dessen Farbe im Nachhinein entstanden ist, kann jederzeit in einen anderen Schliff gebracht werden, Die Farbe ist gleichmäßig im Mineral verteilt. Das PVD-Verfahren hingegen bringt nur eine oberflächliche, dünne Schicht auf ein Mineral. Diese kann abblättern und wenn das Mineral geschliffen wird, geht die PVD-Schicht verloren. Aus diesem Grund wird die Form des Stein festgelegt, bevor der Stein in Form gebracht wird.


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Siehe auch:
- Calcit und Quarz unterscheiden
- Die Achate von Idar-Oberstein
- Hydroquarz


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.bfs.de - Sind Schmucksteine radioaktiv?

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Letzte Aktualisierung: 17. April 2019




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