Agardit
Agardit – Seltene Kupfer-Arsenate
Die Erstbeschreibung von Agardit, einer Gruppe wasserhaltiger Kupfer-Arsenate, erfolgte im Jahr 1969 durch die französischen Mineralogen Jaques Dietrich, Marcel Orliac und Francois Permingeat, die verschiedene Aggregate in den bekannten Kupferminen von Bou Skour in Marokko fanden. Als Namenspaten wählten sie den französischen Geologen Jules Agard (1916 bis 2003), der sich intensiv mit der Geologie Marokkos beschäftigte.
Die Minerale der Agardit-Gruppe
Die Agardit-Gruppe wird übergeordnet zur Mixit-Gruppe gezählt. Von Agardit selbst sind heute sechs Minerale bekannt, die sich jeweils nur in durch den Einbau bestimmter Seltenerdelemente unterscheiden.
- Agardit-(Ce): enthält Cerium
- Agardit-(Dy): enthält Dysprosium
- Agardit-(La): enthält Lanthanum
- Agardit-(Nd): enthält Neodymium
- Agardit-(Y): enthält Yttrium
- Zalesiit, auch als Agardit-(Ca) bekannt: enthält neben Yttrium noch Calcium
Eigenschaften von Agardit
Agardit bildet typischerweise sehr feine und nadelige Kristalle oder faserige Büschel, die zu radialstrahligen Aggregaten gruppiert sind, genau wie Agardit in Form krustenartiger Überzüge vorkommt.
Die Minerale der Gruppe kristallisieren im hexagonalen Kristallsystem.
In der Regel sind Agardite grün (blaugrün bis hellgrün), seltener auch weiß, gelblich oder farblos. Die Härte liegt auf der Mohs-Skala zwischen 3 und 4 (ritzbar mit einem Messing- und Eisennagel).
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Chemische Zusammensetzung | (Y,Ca)Cu6(AsO4)3(OH)6 · 3H2O |
| Mineralklasse | Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| Kristallsystem |
|
| Farbe | wassergrün bis blaugrün, teils grün, weißlich oder farblos |
| Strichfarbe | weißgrün bis grünlichweiß |
| Glanz | glasartig |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Bruch | n.n. |
| Spaltbarkeit | keine |
| Mohshärte | 3 bis 4 |
| Dichte | 3,6 bis 3,7 g/cm³ |
Entstehung und Vorkommen von Agardit
Agardit entsteht in der Oxidationszone von Kupferlagerstätten. Weltweit sind weniger als 100 nennenswerte Fundorte bekannt, darunter in Deutschland im und Nahe des Schwarzwalds. Begehrt und häufig kommt das Mineral Agardit-(Ce) neben Zalesiit in der Grube Clara bei Wolfach vor. Weitere Vorkommen in Deutschland wurden im Odenwald, im Harz, in Altenberg im Erzgebirge und am Bärenstein/Sachsen dokumentiert. In Europa wurde Agardit außerdem in Norwegen, Tschechien, Polen, in der Schweiz, Österreich, Frankreich, England, Wales, Spanien, Italien, Griechenland sowie Russland gefunden.
Außerhalb Europas kommt Agardit zudem in Marokko, Namibia, im Kongo, in Japan, Australien, Chile, Brasilien sowie in den USA (Nevada, Utah, Kalifornien, New Mexiko) sowie in Brasilien (Bahia) vor.
Je nach Fundort ist Argardit mit Adamin, Azurit, Cornwallit, Goethit, Konichalcit, Malachit, Quarz, Pseudomalachit und Smithsonit vergesellschaftet.
Verwendung und Bedeutung von Agardit
Agardit ist ein seltenes Mineral, das lokal nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Ein Abbau, auch wenn es Seltenerdmetalle enthält, ist daher unwirtschaftlich. Aufgrund der Seltenheit, aber auch aufgrund seiner oft schönen und ästhetischen Kristalle ist Agardit ein beliebtes (Micromount-)Sammlerobjekt von Sammlern und Sammlerinnen.
Auch interessant:
- Micromounts - Mineralien im Kleinstformat
- Kupferminerale
- Typlokalität - Ort der Erstentdeckung eines Minerals oder Gesteins
Quellen:
- Dietrich, J. et al. (1969): L'agardite, une nouvelle espèce minérale et le problème du chlorotile. IN: Bulletin de Minéralogie.
- Pekov, I. et al. (2011): Agardite-(Nd) NdCu6(AsO4)3(OH)6·3H2O from the Hilarion Mine, Lavrion, Greece: mineral description and chemical relations with other members of the agardite-zálesíite solid-solution system. IN: Journal of Geosciences, Vol. 3, doi: 10.3190/jgeosci.099
- Agardite | mindat.org

