Mixit
| Klassifikation: | 8.DL.15 |
| Klasse: | Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| Unterklasse: | Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O |
| Familie: | Mit großen und mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 2 : 1 |
Mixit - ein wasserhaltiges Bismut-Kupfer-Arsenat
Das Mineral Mixit wurde erstmals 1879 vom österreichischen Mineralogen Alfred Schrauf beschrieben. Dieser erhielt vorab vom tschechischen Bergrat und Bergbauingenieur Anton Mixa Material vom Geistergang der Werner Grube, die in Jáchymov liegt. Schrauf untersuchte das Mineral und entdeckte ein grünliches, nadeliges Mineral, das er folglich Mixit nannte.
Das Mineral Mixit ist namensgleich mit der Mixit-Gruppe, dessen Leitmineral es gleichzeitig ist. Zur Mixit-Gruppe gehören u.a. die verschiedenen Minerale der Agardit-Serie gehören.
Eigenschaften von Mixit
Mixit ist ein wasserhaltiges Bismut-Kupfer-Arsenat. Es gilt als relativ seltenes Sekundärmineral, das lokal in der Oxidationszone von Kupfer-Bismut-Lagerstätten entsteht und dort in der Regel reichlich auftritt.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Chemische Zusammensetzung | BiCu6(AsO4)3(OH)6·3H2O |
| Mineralklasse | Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| Kristallsystem |
|
| Farbe | hellgrün, blaugrün, smaragdgrün, selten weiß |
| Strichfarbe | hell bläulichgrün |
| Glanz | glasartig bis seidenglänzend |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Bruch | uneben |
| Spaltbarkeit | keine deutliche Spaltbarkeit |
| Mohshärte | 3 bis 4 |
| Dichte | 3,79 bis 3,83 g/cm³ |
Das Mineral kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und zeigt meist feine, langgestreckte grün gefärbte Nadeln. Diese Nadeln sind meist in Büscheln, Matten oder radialstrahligen Aggregaten angeordnet. Die Kristalle selbst sind in den meisten Fällen nur wenige Millimeter lang und nur mit einem Mikroskop oder einer guten Lupe zu erkennen.
Chemische Eigenschaften
Mixit zählt zur Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Es enthält neben Kupfer die Elemente Bismut und Arsen. Es ist folglich ein Metall-Arsenat mit Hydroxid und Kristallwasser. Das Mineral ist leicht in Salzsäure löslich und schmilzt beim Erhitzen mit dem Lötrohr, wobei es giftige Arsendämpfe bildet.
Entstehung und Vorkommen von Mixit
Das Mineral entsteht sekundär durch Verwitterung und Oxidation primärer Erzminerale wie z.B. gediegen Bismut, Chalkopyrit, Bornit, Nickelin, Skutterudit oder Rammelsbergit. Es ist dort zahlreich vorhanden, wo Kupfer und Bismut gleichzeitig in arsenreichen hydrothermalen Erzgängen vorkommen. Bei der Verwitterung werden zunächst Kupfer, Bismut und Arsen unter oberflächennahen, oxidierenden Bedingungen mobilisiert. Danach kann sich Mixit aus den entstehenden Lösungen als wasserhaltiges Kupfer-Bismut-Arsenat abscheiden.
Bedeutende Fundorte von Mixit finden sich vor allem in Tschechien, allem voran in der Nähe von Jáchymov in Böhmen, wo es Typlokalität ist. Weitere Vorkommen finden sich in Deutschland, darunter im Schwarzwald im Schmiedestollen Wittichen sowie aktiv in der Grube Clara in Oberwolfach. Kleinere Vorkommen finden sich außerdem in Sachsen (Schneeberg und Schwarzenberg).
In Europa konnte Mixit u.a. in England bei Cornwall, in Frankreich bei Le Pradet sowie in Laurion in Griechenland gefunden werden. Außerhalb Europas gibt es Vorkommen in Namibia (Tsumeb), Mexiko sowie in mehreren US-Bundesstaaten (u.a. Utah, Nevada, Arizona).
Mixit kommt häufig mit anderen Mineralien wie Bismutit, Baryt, Erythrin, Olivenit, Konichalcit, Cornwallit, Malachit, Arsenopyrit oder Eulytin vor.
Bedeutung und Verwendung
Mixit ist mineralogisch als Rohstoff unbedeutend. Es gilt jedoch als Indikator für bismutreiche und arsenreiche Erzlagerstätten bedeutend. Vor allem für mineralische Sammlungen ist Mixit beliebt, da das Mineral ästhetische Minerale bildet. Hier sind vorwiegend Sammler und Sammlerinnen von Micromounts und Kleinstufen, die Interesse zeigen.
Quellen:
- Walenta, K. (1960): Chlorotil und Mixit. IN: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte, S. 223–236.
- Mereiter, K. und Preisinger, A. (1986): Kristallstrukturdaten der Wismutminerale Atelestit, Mixit und Pucherit. IN: Anzeiger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Bd. 123, S. 79–81.
- Miletich, R., Zemann, J. und Nowak, M. (1997): Reversible hydration in synthetic mixite, BiCu6(OH)6(AsO4)3·nH2O (n ≤ 3): hydration kinetics and crystal chemistry. IN: Physics and Chemistry of Minerals, Bd. 24, S. 411–422.
- Frost, R. L., Weier, M. L. und Martens, W. (2006): Using Raman spectroscopy to identify mixite minerals. IN: Vibrational Spectroscopy, Bd. 41, S. 207–211, doi: 10.1016/j.vibspec.2005.11.006.
- Mixite | mindat.org

