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Thaumasit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Thaumasit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: thaumasite


Thaumasit
Thaumasit


Das Mineral Thaumasit wurde erstmals im Jahr 1878 durch den finnisch-schwedischen Kartographen Adolf Erik Nordenskiöld (1832 bis 1901) beschrieben, nachdem das Mineral in den Bjelkes-Gruben in Schweden entdeckt wurde. Bei der Namensgebung bezog sich Nordenskiöld auf die chemische Zusammensetzung: Thaumasit weist neben Carbonationen auch Sulfat- und Silikationen auf - ein wortwörtlich überraschender Stein (griech.).


Eigenschaften von Thaumasit

Thaumasit wird mit der chemischen Zusammensetzung Ca3[CO3|SO4|Si(OH)6]·12H2O zu den kristallwasserhaltigen Sulfaten gezählt.
Die Farbe von Thaumasit ist weiß oder farblos, mitunter auch gelb. Die Strichfarbe ist weiß.
Das Sulfat kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch und stengelig. Die Aggregate sind radialstrahlig ausgeprägt, derb, erdig oder treten als ungeordnete Akkumulationen feiner Kristallnadeln auf.
Der Glanz von Thaumasit ist glasartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig bis spröde, die Spaltbarkeit zeigt sich unvollkommen. Thaumasite sind relativ weiche Minerale, deren Mohshärte 3,5 beträgt, das spezifische Gewicht wird mit 1,88 bis 1,9 angegeben.


Thaumasit
Thaumasit

Entstehung und Verbreitung von Thaumasit

Die Bildung von Thaumasit ist vielfältig.
Das Mineral entsteht sowohl durch den Einfluss hydrothermaler Fluide in Erzlagerstätten als auch durch kontaktmetamorphe Vorgänge, welche die mineralbildenden Komponenten aus dem Gesteinsverbunden lösen und anschließend rekristallisieren. Weitere Vorkommen von Thaumasit wurden als Folge der Verwitterung bzw. dem Einfluss von Oberflächenwasser in den Hohlräumen von Tuffen und Basalten beobachtet.
In der Baubranche ist Thaumasit ebenso bekannt. Durch die Verbindung von Zuschlagstoffen in Zement (Calcium, Silikate, Carbonate) und saurem, sulfathaltigen Regen kann sich das Mineral ebenso bilden. Durch das Kristallwachstum entstehen bspw. in Fundamenten und am Zementputz Risse.
In der Natur ist Thaumasit häufig zusammen mit Calcit, Pyrit, Apophyllit, Prehnit, Ettringit und Analcim vergesellschaftet.
Bedeutende Vorkommen befinden sich u.a. in Sulitjelma/Norwegen; Langban/Schweden; Irland; Steiermark/Österreich; Eifel, Baden/Deutschland; Ungarn; Israel; Südafrika; New South Wales/Australien; Mexiko; New Jersey, Kalifornien, Virginia/USA.


Bedeutung und Verwendung von Thaumasit

Thaumasit ist vor allem für Mineraliensammlungen von Bedeutung.


Nachweis von Thaumasit

Wird Thaumasit mit warmem Wasser in Verbindung gebracht, löst sich das Mineral langsam auf. Weiterhin fluoresziert Thaumasit weiß.


Siehe auch:
Kristallwasser
Seltsame Steine
Seltene Mineralien


Quellen:
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - thaumasite

Letzte Aktualisierung: 5. November 2019

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